Ferrari ist nach dem Formel-1-Sieg in Barcelona längst wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Nach dem Reality-Check auf dem Red Bull Ring erwartet Lewis Hamilton ausgerechnet bei seinem Heimrennen an diesem Wochenende sogar eine noch größere Abreibung. In Silverstone werden die Schwächen des Autos nicht mehr zu kompensieren sein. Der Rekordweltmeister macht sich auf ein schwieriges Rennen und ein entartetes Silverstone gefasst.
"Es gibt hier nur ein paar Kurven, um die Power Unit zu laden. Die MGU-K wird für einen Großteil der Runde abgeschaltet sein. Und da werden wir wohl am meisten mit zu kämpfen haben. Ich meine, das Defizit könnte doppelt so groß sein", so Lewis Hamiltosn düstere Prognose vor dem neunten Rennwochenende im Formel-1-Kalender 2026 in Großbritannien.
Neunmal konnte der 41-Jährige sein Heimrennen schon gewinnen. Doch nachdem er vor drei Wochen in Spanien seinen 106. F1-Erfolg feierte, musste er sich am vergangenen Sonntag in Österreich schon wieder mit deutlich weniger begnügen. Nach einem starken Qualifying fraß der Ferrari SF-26 im Rennen die Reifen. Das Power-Defizit war trotz Motor-Upgrade zu mächtig, die Fahrer pushten zu hart, um es zu kompensieren. Mehr als Platz fünf war nicht drin.
In Silverstone betrug der Vollgasanteil in den vergangenen Jahren zwischen 70 und 80 Prozent. Und genau hier sieht Lewis Hamilton das Problem für die Roten. "Wir haben im letzten Rennen gesehen, dass wir ziemlich viel Zeit verlieren. Ich denke, auf der Runde sind es bis zu vier Zehntel nur beim Geradeausfahren. Es ist schwierig, das in den Kurven wettzumachen", erklärt er.
Ferrari hofft auf Vorteil druch Sprint-Wochenende in Silverstone
Die meisten Formel-1-Fahrer hatten im Simulator bereits die Möglichkeit, ein Gefühl für das Energie-Management in Silverstone zu bekommen. Am Rennwochenende wird es nur ein Training geben, bevor am Freitagabend bereits das Sprint-Qualifying ansteht. Für Hamilton kann dieser Umstand entscheidend sein.
"Alle arbeiten hart daran, es zu verstehen und sicherzustellen, dass wir mit der besten und effizientesten Deployment-Strategie anreisen. Aber meistens verstehst du nach der Session erst, dass es Bereiche gibt, in denen du dich noch verbessern kannst", sagt der siebenfache Weltmeister. "Ich hoffe also darauf, dass wir bei der Vorbereitung den bestmöglichen Job gemacht haben, sowohl beim Setup als auch beim Aero-Paket."
In der Gesamtwertung liegt Lewis Hamilton seit vergangenem Sonntag wieder auf Rang drei. Der Abstand zu WM-Leader Kimi Antonelli beträgt 46 Punkte. Bei dem momentanen Kräfteverhältnis sieht er weniger die Chance auf einen Titelkampf, als auf Einzelerfolge wie in Barcelona.
"Max [Verstappen] wird ein Anwärter sein, denn er hat die Power, um Mercedes zu matchen. Ich denke, dass sie [Red Bull] sehr stark sein werden. Aber dann wird es auch Strecken geben, die es [Power-Defizit] neutralisieren. Budapest kann ich mir da vorstellen. Und da wird es vielleicht ein etwas engerer Kampf, da es keine langen Geraden gibt", so die Prognose Hamiltons.


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