Die Ausgangslage für den Österreich GP war für Ferrari vielversprechend. Doch aus den Startplätzen zwei und drei wurden die Positionen fünf und acht. Wieso fielen Lewis Hamilton und Charles Leclerc so weit zurück? Dafür war unter anderem die Strategie, aber vor allem die Pace des SF-26 verantwortlich. "Der Kampf mit Mercedes war heute realistisch gesehen einfach nicht unser Rennen", sagt Ferrari-Teamchef Fred Vasseur. Da halfen auch Lewis Hamiltons Duelle mit Max Verstappen nicht weiter.

Lewis Hamilton feiert Verstappen-Duell: "Das hat Spaß gemacht"

Dabei kämpfte besonders einer noch recht lange mit den Mercedes-Piloten - und zwar Lewis Hamilton. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister arbeitete sich am Start auf Position zwei vor und blieb in den ersten Runden recht gut am Mercedes von George Russell dran.

Doch ab Runde acht klopfte Max Verstappen mit seinem wieder erstarkten Red Bull bei Hamilton an. Hamilton hielt seinen ehemaligen WM-Rivalen jedoch hartnäckig hinter sich. "Das hat Spaß gemacht", resümiert der Ferrari-Pilot.

Verstappen kämpft gegen Hamilton
Lewis Hamilton und Max Verstappen im Duell, Foto: IMAGO/PsnewZ

Auf die Kritik seitens Verstappen am Funk hat der Brite eine klare Antwort. "Ich würde nicht außen an einem Weltmeister vorbeifahren und damit rechnen, die Linie zu halten."

Hamilton und Ferrari konzentrieren sich zu stark auf Mercedes

Hamilton fuhr kurze Zeit später an die Box und wechselte auf harte Reifen. "Im Strategie Meeting haben sie uns gesagt es wird ein 2-Stopp-Rennen. Ich habe heute Morgen schon gesagt es wird eine 3-Stopp-Strategie. Ich wollte auf dem Soft starten. Aber das Team war nervös", sagt Hamilton.

Seine 3-Stopp-Strategie bekam Hamilton dennoch unverhofft. Der Williams von Carlos Sainz blieb auf der Start/Ziel-Gerade stehen. Das nutzte Ferrari für einen Stopp auf die Softs. Doch dieser zahlte sich nicht aus. Der Soft ging, wie der Medium, schnell ein. Hamilton blieb hinter Oscar Piastri stecken und verlor so eine Position. Die Pace des Ferraris auf der Motorenstrecke Red Bull Ring reichte einfach nicht für einen Kampf mit Mercedes und Verstappen.

"Das Auto hat sich mit keinem Reifen heute gut verstanden. Das war ein sehr hartes Rennen", erklärt Hamilton bei Sky. An Teamkollege Charles Leclerc kam Hamilton zwar wieder vorbei, doch von Verstappen, Russell oder Antonelli sah er das gesamte Rennen lang nichts mehr.

Doch dabei war eine andere Strategische Entscheidung eher der entscheidende Faktor. "Wir haben zwei Fehler gemacht. Der erste war zu versuchen gegen Mercedes und Max zu kämpfen, als wir nicht die nötige Pace hatten. Wir haben überreagiert, was die Strategie angeht. Und wir haben die Reifen zu viel gepusht.", erklärt Frederic Vasseur. "Am Ende haben wir die Rechnung gegen McLaren bezahlt."

Leclerc im Niemandsland: Ich weiß nicht, was ich vom F1-Auto will

Für Teamkollege Charles Leclerc kam es noch deutlich schlimmer. Ganze drei Mal wurde er im Rennverlauf von Hamilton überholt. Von Platz zwei gestartet kam er auf Platz acht ins Ziel. "Es war ein sehr schwieriges Rennen. Wir hatten insgesamt einfach nicht viel Grip", sagt Leclerc.

Dabei schien Leclerc nach den schwierigen vergangenen Wochen mit zwei Ausfällen im Qualifying wieder zufrieden mit dem Ferrari. Doch dieser Eindruck täuschte. "Wir haben viel Arbeit vor uns. Ich habe das in den letzten Wochen schon getan. Aber aktuell gibt es immer wieder einen anderen Grund dafür, dass es nicht gut läuft. Das heißt vermutlich, dass ich nicht wirklich weiß, was ich vom Auto will", berichtet der Monegasse.

Dabei hat Leclerc nicht nur Probleme wie Über- oder Untersteuern, sondern fundamentalere Aspekte stören ihn. "Ich denke, die Charakteristik des Autos macht dieses Jahr auch viel aus. Vor allem im Rennen sind wir im Hintertreffen."

Viel Zeit zur Analyse hat Leclerc jedenfalls nicht. Die Formel 1 reist bereits weiter. In einer Woche starten die Piloten in Silverstone. Ob Leclerc bis dahin eine Lösung gefunden hat? "Ich weiß nicht. Es wird schwierig", prognostiziert er.

Schon im Qualifying ging es kontrovers hin und her. Wir haben im folgenden Video darüber gesprochen. Jetzt anschauen!

Umstrittene Russell-Pole nach Verstappen-Crash! Keine Strafe? (09:28 Min.)