Auch wenn aus dem ersten Österreich-Sieg seit 2023 am Ende nichts wurde, gab es für die Tausenden Fans vor Ort reichlich Grund zum Jubeln. Max Verstappen lieferte sich beim Formel 1-Heimrennen von Red Bull Racing ein packendes Duell mit Lewis Hamilton und feierte nach 71 Runden mit Platz zwei sein neuntes Podium auf dem Red Bull Ring.
"Das Zufriedenstellendste ist, dass ich heute zum ersten Mal das Gefühl hatte, wirklich um den Sieg kämpfen zu können. Beim letzten Grand Prix bin ich im Rennen praktisch allein gefahren und konnte niemanden angreifen", zeigte sich Max Verstappen erleichtert darüber, dass das Update-Paket geliefert hat. Laurent Mekies schwärmte nach dem Rennen: "Das war ohne Zweifel unser stärkstes Rennen 2026. Wie wir schon nach dem Qualifying besprochen haben, war der Fortschritt zwar sichtbar, aber es war schwer, ihn genau zu beziffern. Dass wir dem absoluten Spitzentempo auf einer so anspruchsvollen Strecke und bei diesen hohen Temperaturen so nahe gekommen sind, ist sehr ermutigend."
F1-Comeback: Red-Bull-Updates zünden
Für das Heimspiel in der Steiermark wurde am RB22 praktisch alles ab dem Cockpit adaptiert. Der Fokus lag auf einem Re-Design der Seitenkästen und einer Gewichtsreduktion, sodass der Wagen nun das reglementarische Mindestgewicht erreicht. "Es war kein einfaches Wochenende. Das ist es nie, wenn man so viele Updates gleichzeitig bringt. Alle Ingenieure an der Strecke haben unglaubliche Arbeit geleistet", erklärte Mekies. "Das Auto ist deutlich schneller. Nach einigen schwierigen Rennen sind wir wieder mitten im Kampf dabei."
Schon in der Startphase zeigte Verstappen seine alte Aggressivität: Aus der dritten Startreihe kommend, schnappte er sich bereits in der zweiten Runde Charles Leclerc und Kimi Antonelli. Auf Platz drei liegend lieferte er sich in Runde 11 einen sehenswerten Rad-an-Rad-Zweikampf mit Mercedes-Pilot Lewis Hamilton, bis dieser an die Box abbog. "In der ersten Rennhälfte waren wir deutlich konkurrenzfähiger. Die Duelle mit Lewis haben Spaß gemacht, auch wenn sie uns natürlich Zeit gekostet haben", so Verstappen.
Probleme mit der Hinterachse & später Boxenstopp
Ab Mitte des zweiten Stints begann jedoch die Hinterachse des RB22 Probleme zu machen, wodurch Verstappen an Pace verlor. "Plötzlich waren Bodenwellen, Randsteine und die Traktion extrem schwierig zu beherrschen, doch damit musste ich bis ins Ziel leben", gab der vierfache Champion zu Protokoll. Zu diesem Zeitpunkt schien George Russell an der Spitze ungefährdet davonzueilen, doch in der Schlussphase gelang es Verstappen nochmal bis auf 1,6 Sekunden an den Mercedes-Piloten heranzukommen.
"Es war ein langer Weg bis hierher. Jetzt wieder auf dem Podium zu stehen und eine echte Siegchance gehabt zu haben, ist richtig positiv", gestand der Red Bull-Pilot. Lediglich mit dem Zeitpunkt seines zweiten Boxenstopps haderte er: Während Russell in Runde 43 abbog, blieb Verstappen bis Runde 49 draußen. "Ich hatte George eigentlich im Griff, wusste aber auch, dass es ein sehr langer letzter Stint werden würde", analysierte Verstappen. "Persönlich glaube ich, dass ich in den zusätzlichen Runden draußen etwas mehr Zeit verloren habe, als ich durch die frischeren Reifen später wieder aufholen konnte. Aber hinterher ist man immer schlauer."
WM ist noch nicht abgehakt
In der Weltmeisterschaft liegt Verstappen zwar weiterhin 98 Punkte hinter Leader Kimi Antonelli, doch 2025 war der Rückstand zu diesem Zeitpunkt der Saison noch größer. Um jedoch dieses Jahr um den Titel kämpfen zu können, müsse man als Team insgesamt kompletter werden. "Wir haben noch zu viele Probleme - angefangen bei den offensichtlichen Dingen bis hin zu internen Abläufen im Hintergrund, von denen ihr wahrscheinlich gar nichts wisst, ich aber schon", so Verstappen.
Fest steht aber: Red Bull ist deutlich näher dran und das ist ein wichtiger Faktor im Kampf darum, Verstappen langfristig im Team zu halten. Das weiß auch Laurent Mekies und streut seiner Mannschaft Lob: "Es ist heutzutage sehr schwierig, eine Sekunde Rückstand aufzuholen. Genau das hat das Team vom Saisonstart bis jetzt nahezu geschafft. Damals lagen wir noch deutlich über eine Sekunde hinter den allerbesten, jetzt sind wir im Bereich der letzten Zehntel angekommen. Der Kampf ist noch nicht vorbei."



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