Bei Red Bull war die Hoffnung vor dem Österreich Grand Prix groß, die Lücke auf die Konkurrenz mit dem umfangreichen Update am RB22 zum Teil schließen zu können. Nach einem schwierigen Formel 1-Saisonstart, bei dem der Rückstand des Teams über eine Sekunde betrug, sollte dieses Update den Wendepunkt einleiten.

"Das ist das größte Paket des Jahres", bestätigt Teamchef Laurent Mekies. "So etwas kann man nicht bei jedem Rennen bringen. Das letzte Mal, dass wir etwas Ähnliches mitgebracht haben, war wahrscheinlich in Miami."

Mega-Update, aber Performance-Sprung lässt auf sich warten

Die ersten beiden Trainingssessions am Freitag konnten den erhofften Performance-Sprung nicht bestätigen. Max Verstappen fehlte in beiden Trainings eine halbe Sekunde auf die Spitze.

Isack Hadjar fehlten weitere zwei Zehntel, entsprechend unzufrieden zeigte er sich nach den Freitagssession: "Trotz des Updates fühlt es sich nicht wie ein komplett neues Auto an. Um ehrlich zu sein, fühlt es sich an wie das Übliche."

Teamchef Laurent Mekies lässt sich davon aber nicht entmutigen. "Es wäre natürlich kein gutes Ergebnis, wenn dieser Abstand morgen auch so bleibt", gibt er offen zu. Trotzdem bleibt aber optimistisch und meint: "Wir glauben, da kommt noch mehr. Wir müssen aber sicherstellen, dass Max und Isack das Potenzial voll ausschöpfen können."

Kurve 3 entlarvt Red Bull Fahrbarkeitsproblem

Der Weg dorthin ist kein leichter, denn schon der Freitag am Spielberg begann für Red Bull mit etwaigen Hürden. "Wir hatten ein Problem an beiden Autos, wodurch das FP1 schwierig wurde", gesteht Technikdirektor Pierre Waché. "Für FP2 haben wir einige Dinge an den Autos modifiziert. Manche davon waren in die richtige Richtung, manche nicht."

Das Problem, bei dem sich an Verstappens Boliden beim Loslassen der Kupplung das Anti-Stall-System einschaltete, wurde zwischen FP1 und FP2 gelöst. Aber sowohl Verstappen als auch Hadjar hatten während der zweiten Trainingssession mit den Reifen auf dem heißen Asphalt in Österreich zu kämpfen. "Ich habe einfach keinen Grip", beschwert sich Hadjar. Auch Verstappen klagte in den Freitagssessions über heiße Reifen, aber wenig Grip - wodurch er wenig Gefühl für das Auto aufbauen konnte.

"Es war schwierig die richtige Balance zu finden", erklärt Verstappen. "Wir müssen an unserem Gripverhältnis zwischen Vorder- und Hinterachse arbeiten und mehr Stabilität erreichen."

Besonders eine Stelle wurde den Red Bull-Piloten durch die schlechte Fahrbarkeit des RB22 zum Verhängnis: Kurve 3. Die Drehzahl des Motors fiel bei beiden Piloten massiv in den Keller, wodurch sich zum Teil der eklatante Rückstand erklären lässt.

"Wir haben in Bezug auf die Fahrbarkeit in und aus Kurve 3 etwas zu kämpfen", bestätigt Mekies. "Dieses Problem zieht sich bei uns wie ein roter Faden und das müssen wir bis zum Qualifying in Ordnung bringen."

Qualifying soll RB22 'zum Leben erwecken'

Trotz des alarmierenden Rückstands und der Probleme mit der Fahrbarkeit klammert sich das Team an einen bekannten Hoffnungsschimmer. "Aus irgendeinem Grund wissen wir, dass wir am Freitag meistens langsam sind, aber im Qualifying erwacht das Auto meist zum Leben", meint Hadjar. "Ich hoffe wir können bis dahin noch etwas Pace finden."

Für die Mannschaft von Red Bull gilt nun, die Probleme in den Griff zu bekommen. "Natürlich müssen wir noch am Auto arbeiten. Das ist normal, wenn man so viel verändert", meint Waché. "Wir sind aber glücklich mit unserem Fortschritt."

Laut ihm seien vor allem die Long Runs vielversprechend gewesen. Ob sich Red Bull bis zum Qualifying aber auch in den Short Runs, die für die Zeitenjagd essenziell sind, verbessern kann, bleibt aber abzuwarten.