Im Rahmen der außerordentlichen FIA-Generalversammlung in Macau wurden in den letzten Tagen bei einer WMSC-Sitzung die Regeländerungen für die Formel-1-Motoren abgehackt und diverse weitere Neuerungen bei verschiedenen Serien unter dem FIA-Banner bekanntgegeben – darunter ein neuer Kalender inklusive Sprintrennen für die Formel E.
Heute soll auch eine politisch umstrittene Entscheidung abgesegnet worden sein. Wie die in FIA-Kreisen üblicherweise gut informierte BBC berichtete, wurde ein Vorschlag abgenickt, wonach Ämter beim Automobil-Weltverband keinen Mandatsbeschränkungen mehr unterliegen. Das betrifft unter anderem den FIA-Präsidenten höchstpersönlich, der bisher maximal zweimal zur Wiederwahl antreten konnte. Bei jeweils vierjährigen Amtsperioden ergab das eine maximale Amtszeit von zwölf Jahren.
Vorschlag abgesegnet: FIA bestätigt Regeländerung
Die Änderung der Statuten soll auf Initiative von Mohammed Ben Sulayem zur Abstimmung vorgelegt worden sein. Laut der BBC stimmte am Donnerstag eine überwältigende Mehrheit von 90,71 Prozent der FIA-Mitgliederverbände dafür. Gegenüber dem britischen Medium bestätigte die FIA, dass der Vorschlag abgesegnet wurde, die genauen proportionalen Verhältnisse ließ man dabei allerdings offen.
Neben dem Präsidenten waren in der Vergangenheit auch die Posten des Präsidenten der Anti-Doping-Komitees und des F1-Kostendeckel-Kommittees von einer Mandatsbeschränkung betroffen. Auch sie können von nun an theoretisch unlimitiert lange ihre Posten ausüben.
Bereits im Mai wurde bekannt, dass diese Abstimmung bei der Versammlung in Macau über die Bühne gehen werde. Damals sorgte das für scharfe Kritik unter anderem von Tim Mayer, der bei der letzten Wahl zum FIA-Präsidenten gegen Ben Sulayem antreten wollte, allerdings aufgrund einer Bestimmung des Wahlverfahrens gar nicht erst antreten konnte.
Die Mandatsbeschränkung selbst war ein relativ junger Teil der FIA-Regularien. Während der Amtszeit von Max Mosley, der von 1993 bis 2009 diesen Posten innehatte, galt sie noch nicht. Erst unter Jean Todt wurde die Mandatsbeschränkung eingeführt. Der einstige Ferrari-Teamchef wurde nach dem Ende seiner dritten Amtszeit nach der Wahl 2021 von Ben Sulayem abgelöst.
Laut der BBC soll das nicht die letzte Reform sein, welche die Amtszeit von FIA-Präsidenten direkt betrifft. Demnach plane Ben Sulayem auch, das Alterslimit für den Präsidentenposten von 70 Jahren aufzuheben. Der Emirati ist aktuell 64 Jahre alt.
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