Max Verstappen und das F1-Reglement 2026 werden wohl keine Freunde mehr. In Kanada fuhr der Red-Bull-Pilot erstmals in dieser Saison aufs Podium und lieferte sich ein tolles Duell mit Lewis Hamilton. Trotzdem findet Verstappen nicht so richtig Gefallen an den Hybrid-Monstern.

"Ich bin dieses Jahr schon mit unterschiedlichen Autos Rennen gefahren. Vor allem letzte Woche hat mir vor Augen geführt, wie pur und großartig der Motorsport sein kann", spielte Verstappen nach seinem Podium in der Formel 1 auf die 24h vom Nürburgring an, bei denen er eine Woche zuvor den Gesamtsieg wegen eines technischen Defekts verpasste.

Dabei war Verstappens Zweikampf mit Lewis Hamilton mitnichten das einzige Highlight des Formel-1-Rennens in Montreal. Bis zum Ausfall von George Russell hatten sich die beiden Mercedes-Piloten das halbe Rennen lang sehenswert duelliert. "Ich habe es geliebt", sagte George Russell nach dem Rennen.

"Einen solchen Zweikampf habe ich wahrscheinlich seit Lewis [Hamilton] und Nico [Rosberg] in Bahrain 2014 nicht mehr gesehen. Und diese neuen Autos, diese Motoren ermöglichen das erst. Ich weiß nicht, warum sie irgendjemand ändern will, denn wir hatten fantastische Duelle in Melbourne, wir hatten großartige Duelle in China. Kimi und ich hatten heute und gestern ein großartiges Duell, und das ist nur möglich, weil diese Antriebseinheiten so sind, wie sie sind", so Russell.

Verstappen sieht das anders: "Die meisten Fahrer hier sind die Besten der Welt. Selbst wenn man uns einen Mietwagen geben würde, würden wir eine gute Show abliefern und sehr hart und gut gegeneinander fahren. In diesem Sinne hat das also nichts mit den Regeln zu tun."

Ganz im Gegenteil. Der viermalige Weltmeister teilte wieder gegen den eigentlich so geliebten Sport aus: "So sollte die Formel 1 nicht sein. Das alles ist viel zu komplex. Bei den meisten Regeln wissen die Fans gar nicht, womit wir beim Fahren zu tun haben, was erlaubt ist, wenn man hinter einem anderen Auto fährt oder wenn man das vordere Auto ist, was wir in der Einführungsrunde tun müssen oder was wir in der Auslaufrunde tun müssen, oder wie viel Batterie wir aufladen dürfen. All diese Dinge sind einfach so schade, dass wir uns mit all dem herumschlagen müssen."

Verstappen: 60/40 Regeländerung das Minimum

"Für mich muss die F1 einfach purer sein, und ich hoffe wirklich, dass die Regeländerungen durchgehen. Denn ich denke, das ist notwendig, das absolute Minimum, um es ein bisschen natürlicher zu machen und ein bisschen mehr zurück zur Normalität zu bringen", fordert Verstappen.

Der Niederländer hatte schon zuvor betont, nicht noch eine Saison mit diesen Autos fahren zu wollen. "Das ist mental schwer auszuhalten", sagte Verstappen. Seine Hoffnungen ruhen auf einer geplanten Regeländerung, die wieder einen stärkeren Verbrennungsmotor vorsieht. Durch einen höheren Benzinfluss und einen schwächeren E-Motor soll der Anteil des Verbrenners an der Systemleistung von rund 53 auf 60 Prozent steigen.

Der Kanada GP war ein echtes Spektakel mit spannenden Zweikämpfen, einem Technik-Drama und strategisch sehr fragwürdigen Entscheidungen. Im Video fasst euch Christian die wichtigsten Themen zusammen:

Falsche Reifenwahl! Strategie-Fail von McLaren nicht schlimm? (17:47 Min.)