33 Tage mussten Formel 1-Fans warten, bis es endlich wieder auf dem Asphalt Action zu sehen gab. Doch die Pause hat sich gelohnt, denn im FP1 von Miami zeigte sich - vorerst - ein verschobenes Kräfteverhältnis.

Das Ergebnis: Lediglich zwei Zehntelsekunden war Charles Leclerc schneller als Max Verstappen, während Oscar Piastri mit einer Zeit von 1:29,961 Minuten den dritten Platz belegte. Die Piloten zogen die Soft-Reifen vergleichsweise spät in der Session auf. Lewis Hamilton landete etwas mehr als vier Zehntelsekunden hinter der Bestzeit auf Platz vier, Kimi Antonelli fehlten auf Rang fünf sieben Zehntel. Allerdings musste der Mercedes-Pilot vorzeitig abstellen – mehr dazu unter dem Punkt Zwischenfälle.

George Russell, Lando Norris, Pierre Gasly, Isack Hadjar und Carlos Sainz komplettierten die Top-10. Nico Hülkenberg landete direkt hinter seinem Audi-Teamkollegen Gabriel Bortoleto auf Rang 15. Am Ende des Feldes zeigte sich das gewohnte Bild mit Cadillac und Aston Martin. Lediglich Arvid Lindblad auf Rang 21 sorgte für eine negative Überraschung. Auch Liam Lawson kam nicht über P17 hinaus.

Die Zwischenfälle: Bereits in der Nacht gab es den ersten "Vorfall" bei Williams. Der Rennstall brach die Sperrstunde zwischen 18:00 Uhr abends und 08:00 Uhr am heutigen Morgen (Ortszeit), um am Auto zu arbeiten. Eine Strafe gibt es dafür aber nicht, denn für Williams ist es der erste von fünf erlaubten Jokern.

Im Training ging es vor allem bei Red Bull heiß am Funk her: Sowohl Verstappen als auch Isack Hadjar meckerten über das altbekannte Problem beim Herunterschalten. "Komm schon, Mann, diese verdammten Herunterschaltungen", schimpfte Hadjar. Auch Antonelli ließ seinen Frust am Funk freien Lauf – allerdings war bei ihm ein herumschlendernder Aston Martin der Auslöser.

Auch Sergio Pérez ärgerte sich über einen Aston Martin. "Sagt Stroll, er soll in seine Spiegel schauen", funkte Pérez seinem Cadillac-Team, nachdem ihm Stroll den Weg versperrt hatte. Immer wieder gab es in der 90-minütigen Session auch Verbremser in der ersten Kurve zu sehen. George Russell erwischte es dort genauso wie F1-Rookie Arvid Lindblad oder Gabriel Bortoleto.

15 Minuten vor Sessionende meldete Oscar Piastri Rauch im Cockpit seines MCL40. Er vermutete die Bremsen als Verursacher und bog in die Box ab. Kurz vor Ende der Session verschwand auch Kimi Antonelli in der Mercedes-Box. Das Team vermeldete, dass es sich um ein Problem am Antrieb handelte. Somit konnte der WM-Führende keinen Run auf den Soft-Reifen absolvieren. Einen kleinen Schreckmoment gab es zwischen Hülkenberg und Hamilton. Der Ferrari wäre fast in den Audi gekracht.

Die Technik: Wie erwartet, haben die Teams (Williams, Racing Bulls, Alpine und Cadillac) umfangreiche Updates nach Miami gebracht. Einige treten praktisch mit neuen Autos an. McLaren brachte den ersten Teil ihres großen Update-Pakets mit und hat insgesamt sieben Neuerungen bei der FIA angemeldet. Unter anderem wurden die vorderen Radträger-Komponenten überarbeitet, um die Interaktion mit den Frontflügeln zu optimieren.

Weitere Modifizierungen betreffen die Motorabdeckung, die Seitenkasten-Einlässe, die Kühlschlitze, den Unterboden und die hintere Radträger-Verleidung sowie den Heckflügel. Bei Red Bull stehen ebenfalls sieben Punkte auf der FIA-Liste. Besonders der Seitenkasten stach ins Auge, bei dem das Upgrade weit über ein kleines Facelift hinausging. An der Oberseite wurde die Verkleidung komplett neu modelliert. Zudem fuhr Red Bull erstmals den von Ferrari eingeführten Macarena-Flügel.

Ferrari meldete sogar elf Neuerungen an, jedoch dämpfte Charles Leclerc in der FIA-Pressekonferenz die Erwartungen an die große Aufholjagd. Im Vergleich dazu fällt das Mercedes-Upgrade mit lediglich zwei kleineren Neuerungen überschaubar aus.

Das Wetter: Während Gewitter das Rennen am Sonntag gefährden könnten, ging das FP1 bei bestem Sommerwetter über die Bühne. Die Lufttemperatur betrug 29,8 Grad, die Streckentemperatur wurde mit 52,5 Grad gemessen.

Update-Schlacht in Miami! Stürzen Ferrari & McLaren Mercedes? (21:08 Min.)