Mercedes gibt auch in Japan den Ton in der Formel 1 an. Die Bestzeit im 1. Freien Training ging an George Russell. Der WM-Leader umrundete den 5,807 Kilometer langen Suzuka Circuit in 1:31,666 Minuten und ließ damit Teamkollege Kimi Antonelli hinter sich. Etwas überraschend etablierte sich McLaren als zweite Kraft hinter den Werks-Mercedes noch vor Ferrari.

Das Ergebnis: Lediglich 26 Tausendstel war George Russell schneller als Teamkollege Kimi Antonelli. Die Mercedes-Piloten zogen die Soft-Reifen vergleichsweise früh in der Session auf. Das McLaren-Duo holte sich die weichen Reifen erst später ab. Das dürfte den knappen Rückstand teilweise erklären. Lando Norris landete etwas mehr als eine Zehntelsekunde hinter der Bestzeit auf Platz drei, Oscar Piastri fehlten auf Rang vier zwei Zehntel.

Dahinter sortierte sich das von Charles Leclerc angeführte Ferrari-Duo ein. Der Monegasse hatte drei Zehntel Rückstand, Lewis Hamilton knapp eine Zehntel mehr. Dahinter klaffte bereits eine große Lücke auf Max Verstappen im Red Bull. Fast acht Zehntel fehlten dem Niederländer. Liam Lawson, Esteban Ocon und Arvid Lindblad komplettierten die Top-10, Nico Hülkenberg landete direkt hinter seinem Audi-Teamkollegen Gabriel Bortoleto auf Rang zwölf.

Am Ende des Feldes zeigte sich das gewohnte Bild mit Cadillac und Aston Martin. Aero-Upgrades brachten den Neuling aber zumindest im Training vor die Briten. Allerdings saß Fernando Alonso noch nicht im Auto, der Routinier ließ sich im 1. Training von Ersatzfahrer Jak Crawford vertreten.

Die Zwischenfälle: Suzuka bleibt auch in der neuen Formel 1 eine echte Fahrerstrecke. Vor allem in der Spoon-Kurve taten sich die Piloten im Training schwer. Weltmeister Lando Norris, WM-Leader George Russell und Max Verstappen gehörten zu den Fahrern, die sich zwischenzeitlich in einer der wenigen asphaltierten Auslaufzonen wiederfanden. In allen Fällen sorgte plötzliches Übersteuern beim Einlenken für die kleinen Ausritte. Ernste Konsequenzen gab es nicht.

Für die meiste Action sorgte Alexander Albon. Der Williams-Pilot kam in Degner 2 zu weit raus, ackerte durchs Kiesbett und schlug sogar leicht mit dem linken Hinterrad an. Albon konnte weiterfahren, hatte aber wenig später eine weitere brenzlige Situation: In der Schikane wollte er an Sergio Perez vorbeigehen.

Der Cadillac-Pilot hatte Albon aber nicht gesehen und blieb auf seiner Linie. Albon und Perez kollidierten leicht. Karbonteile flogen davon, der Williams-Pilot drehte sich. Die Stewards bewerten die Szene nach dem Training.

Die Technik: Einige Teams nutzten die Pause zwischen China und Japan, um Updates an ihre Autos zu bringen. Nur McLaren, Mercedes, die Racing Bulls und Audi verzichteten auf aerodynamische Änderungen. Weil die beiden Rennen im April abgesagt wurden, warten die Ingenieure aber mit größeren Paketen auf Miami. Nur bei Red Bull wurde mehr umgebaut, der RB22 bekam neue Seitenkästen.

Max Verstappen bekam nach seinem Ausfall in Shanghai auch neue Motorkomponenten. Als erstes Team muss Red Bull eine zweite MGU-K einsetzen. Vom Elektromotor sind über die ganze Saison lediglich drei Exemplare pro Fahrer erlaubt. Als Folge des Technik-Debakels in China muss Lando Norris auf eine neue Batterie zurückgreifen. Damit befindet er sich in bester Gesellschaft mit Lance Stroll.

Das Wetter: Der Wettergott meint es an diesem Wochenende gut mit den enthusiastischen japanischen Fans. Bei Sonnenschein stieg das Quecksilber auf angenehme 16 Grad Celsius, auf dem Asphalt wurden knapp 40 Grad gemessen. Für das Formel-1-Qualifying morgen (07:00 Uhr MEZ) und das Rennen am Sonntag (07:00 Uhr MESZ, Zeitumstellung!) werden ähnliche Bedingungen erwartet.

Mercedes fuhr im 1. Training mit einer überarbeiteten Hydraulik am Frontflügel. Die Änderung war nötig, weil das Auto in China illegal unterwegs war. Noch einmal will das die FIA nicht akzeptieren, wie euch Christian im Video verrät:

Mercedes-Frontflügel illegal? Darum keine Disqualifikation (19:36 Min.)