Große technische Umbrüche bei den Motoren sind in der Formel 1 selten. 2026 erleben wir wieder einen, und der hat es in sich. Unter anderem dank eines Herstellers werden in den ersten drei Rennen sogar Negativ-Rekorde eingestellt und gebrochen. Entgegen dem Eindruck, dass die moderne Ingenieurskunst die Zuverlässigkeit doch besser im Griff hätte als in der Vergangenheit.
Der Eindruck war eigentlich bei den Testfahrten 2026 in Barcelona und Bahrain entstanden. Vorab waren Erinnerungen an die schwierige Umstellung auf die erste Turbo-Hybrid-Generation von 2014 beschworen worden. Damals hatten es beim allerersten Test die Autos kaum aus der Garage geschafft. Über neun Testtage 2026 verzeichnete aber kein Hersteller mehr als acht Defekte. 9 von 11 Teams schafften über 4.000 Kilometer.
Doch stressfreies Testen ist, wie sich herausstellt, doch eben etwas anderes als ein Auto am Limit durch ein Rennen zu bringen. Nach drei Wochenenden hält die Formel 1 2026 bei einer technisch bedingten Ausfallquote von 19,7 Prozent. Das entspricht den letzten großen Motor-Umbrüchen.
2014 beim Umstieg auf die erste Generation der V6-Hybrid-Turbos scheiterten 22,7 Prozent der Autos in den ersten drei Rennen an der Zielankunft. 2006 beim Wechsel von V10 auf V8 waren es 20 Prozent. Nur 1995, beim Wechsel von 3,5- auf 3,0-Liter-Motoren, liegt die Quote mit 29,5 Prozent etwas höher. Allerdings mit einem signifikant höheren Anteil an Getriebeschäden, was nicht unbedingt direkt mit einem neuen Motor-Reglement zusammenhängt. Unabhängig davon, dass Defekte damals ohnehin bereits häufiger waren, auch ohne Regelumschwung.
Honda-Blamage 2026: Nur ein anderer Hersteller startete so schlecht
So ist auch die technisch bedingte Ausfallquote der Hersteller weder unverhältnismäßig hoch noch niedrig. Natürlich mit einem krassen negativen Ausreißer. Aston Martin schaffte mit einem problematischen Honda-Motor gerade einmal eine von sechs möglichen Zielankünften. In den ersten drei Rennen ist das eine Ausfallquote, die in den letzten drei Jahrzehnten ihresgleichen sucht.
| Jahr | Hersteller | Ausfallquote |
|---|---|---|
| 1995 | Peugeot | 83,3 % |
| 2026 | Honda | 83,3 % |
| 2006 | Cosworth | 50,0 % |
| 1995 | Hart | 50,0 % |
| 2014 | Renault | 37,5 % |
Nur ein anderer Hersteller brauchte ebenfalls drei Rennen, um überhaupt ein Auto einmal ins Ziel zu bringen. Das war Peugeot. Kurioserweise damals mit Jordan - jenem Team, welches heute Aston Martin heißt. Es war nur ein Teil der problematischen Formel-1-Geschichte von Peugeot. 1994 war man mit McLaren eingestiegen, wurde danach abserviert. Auf drei Jahre Jordan folgten drei Jahre Prost, Ende 2000 der Ausstieg mit nur 14 Podien. Aber immerhin zwei davon 1995 im weiteren Saisonverlauf.
Hondas von Batterie-Vibrationen geplagter 2026er-Motor zieht die diesjährige Statistik herunter. Noch etwas zäh läuft es außerdem für Audi, die nur zwei Drittel der möglichen Zielankünfte geschafft haben. Damit liegt man im ähnlichen Bereich mit BMWs 2006er-Motor und Renaults viel kritisiertem ersten Hybrid-Fehlschuss 2014. Wobei Renault damals mit acht Autos pro Rennen einen viel größeren Datensatz hatte, um Probleme zu lösen.
Keine Formel-1-Autos in der Startaufstellung: Noch nie so schlimm wie 2026
Audi steuert aber mit seinen beiden Ausfällen ordentlich zu einem tatsächlichen Negativ-Rekord bei. Das waren streng genommen schließlich keine Ausfälle, die Autos konnten ja nicht einmal starten. Und das passierte nicht nur Audi. Am zweiten Wochenende in China blieben auch drei Autos mit Mercedes-Triebwerken der Startaufstellung fern. Macht in Summe fünf - und das ist ein F1-Tiefpunkt.
| Jahr | Technische DNS |
|---|---|
| 2026 | 5 |
| 2014 | 1 |
| 2006 | 0 |
| 1995 | 2 |
So viele qualifizierten Autos fehlten in den vorangegangenen Regeländerungen nie in den Startaufstellungen. Tatsächlich waren es nie mehr als zwei. 2014 taten sich beim ersten Rennen zwar mehrere Autos beim Saisonauftakt sehr schwer mit dem Losfahren, aber am Ende fuhren sie immerhin.
Formel 1 macht 2026 schnell Fortschritt - dem Trend entsprechend
China war diesbezüglich der Tiefpunkt für die neue Formel 1. Doch in Japan ging es bergauf. Alle Autos standen im Grid, und ein Honda-Motor schaffte es sogar ins Ziel! Der Rückgang im dritten Rennen entspricht den letzten Regelumbrüchen. Auch dort machten die ersten zwei Wochenenden auffällig größere Probleme.
Durchaus nennenswert ist noch die Verteilung der Defektquellen. 2026 ist es recht breit gestreut, abgesehen von den anhaltenden Honda-Problemen natürlich. Deutliche Häufungen, wie es sie in der Vergangenheit manchmal bei Elektrik oder Hydraulik gab, fehlen diesmal. Beeindruckend ist diesbezüglich sicherlich die Leistung der Neueinsteiger Audi und Red Bull Ford. Bei Red Bull gibt es dafür auf Chassis-Seite größere Baustellen. Wir schlüsseln sie in folgendem Artikel auf:



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