Cadillac veröffentlichte in der Nacht von Sonntag auf Montag die Lackierung seines neuen Formel-1-Autos. Und das gleich mit einem echten Statement, das dem US-Nimbus des Teams perfekt entspricht. Ein Werbespot während dem Super Bowl wurde als Ort auserkoren, um das neue Auto zu präsentieren. Für eine Minute TV-Übertragung werden Millionen fällig, denn kaum ein Sportevent wird - inklusive der häufig ikonischen Werbeschaltungen – von mehr Fernsehzuschauern weltweit verfolgt.

Gleichzeitig enthüllte Cadillac auf dem Times Square in New York auf einem Showcar seine neue Lackierung. Mehr USA geht kaum. Doch der Launch wurde von Misstönen begleitet. Denn schon am Sonntag wurde bekannt, dass der berühmte Hollywood-Regisseur Michael Bay gegen das neue Formel-1-Team aufgrund des Spots Klage eingereicht hat.

Hollywood-Regisseur Michael Bay geht gegen Cadillac vor

Bay ist der Ansicht, dass Cadillac im finalen Werbespot seine Ideen gestohlen habe. Das geht aus einer Meldung der New York Times hervor. Konkret lautet der Vorwurf auf Vertragsbruch und Betrug. Bay sei laut eigener Aussage im November 2025 von dem Team kontaktiert worden, um an dem Werbespot mitzuwirken. Anschließend habe er bereits erste Entwürfe, Konzepte und konkrete Ideen entwickelt. Während einem Videotelefonat mit Cadillac-TWG-CEO Dan Towriss sei er in der Folge für das Projekt unter Vertrag genommen worden, so Bay.

Nachdem er bereits viel Zeit in das Projekt investiert habe, sei Bay dann am 6. Dezember darüber informiert worden, dass Cadillac "in eine andere Richtung" gehe und man ohne ihn als Produzenten weitermache. Bay ist aber der Ansicht, dass dabei seine ursprünglichen Ideen und sein Konzept des Spots weiterverwendet worden seien, und zwar ohne finanzielle Gegenleistung.

In einem Statement bestritt Cadillac, dass man sich mit Bay einig gewesen sei. Laut dem Team habe man erkannt, dass man sich aufgrund des Zeitrahmens nicht einig werden würde. Auch sei das kreative Konzept schon ausgearbeitet gewesen und Bay wäre 'nur' als Produzent vorgesehen gewesen.

Rechtsstreit um Cadillac-Spot: CEO glaubt an einvernehmliche Lösung

Der Regisseur ist der gegenteiligen Ansicht, nämlich dass einige seiner Ideen verwendet worden seien. Michael Bay verklagt die F1-Neueinsteiger deshalb auf eine Summe von 1,5 Millionen US-Dollar (ca. 1,26 Mio. Euro). Diese Summe erklärt er durch das entgangene Honorar für ihn als Produzent und Direktor sowie für sein Team und durch Schadenersatzforderungen.

Towriss erklärte in einer Medienrunde am Montag, dass er "enttäuscht" über diese Reaktion von Bay sei. "Der ganze Kreativprozess wurde lange erledigt, bevor wir jemals mit ihm gesprochen haben. Wir wollten mit ihm über eine Rolle als Direktor sprechen und nicht um kreative Ideen von ihm zu erhalten", so Towriss. Die involvierte Werbeagentur habe einen großartigen Job dabei erledigt, die ursprüngliche Idee umzusetzen. Er gab sich aber zuversichtlich, dass man zu einer einvernehmlichen Lösung mit Bay kommen werde.

Formel-1-Vorstellung beim Super Bowl: Cadillac begibt sich auf Mondmission

In dem Spot werden als zentrales Element Ausschnitte einer berühmten Rede des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy wiedergegeben, in der es um die Raumfahrt-Missionen der USA auf den Mond ging. "Wir entschieden uns in diesem Jahrzehnt auf den Mond zu gehen (…), nicht weil es einfach ist, sondern weil es hart ist", so der bekannteste Ausspruch daraus, mit dem auch der Werbespot beginnt.

Unter diesem Motto will Cadillac auch sein F1-Programm stellen, mit dem man die arrivierte Konkurrenz herausfordern will. Im Wissen, dass man dabei praktisch von null startet, während alle anderen Teams schon Jahrzehnte an Vorerfahrung mitbringen. "Viele Elemente dieser Rede halten die Emotionen aus dem Team, in seinem Außenseiter-Status", erklärte Towriss diese Audiountermalung.

"Aber es ging nicht um die Landung auf dem Mond. Das wäre die falsche Analogie. Es ging um den Start. Denn wir sind noch nicht angekommen, wir haben noch nichts getan. Das ist der Start – unsere Mission beginnt erst", führte Towriss den versinnbildlichten Gedankengang weiter aus. Unterlegt wurde der Werbespot von Bildern, wie sich das Auto bei untergehender Sonne in der Wüste in Zeitlupe aus Einzelteilen zusammensetzt. Dazwischen gibt es Aufnahmen, welche die technische Entwicklungsarbeit hinter den Kulissen darstellen.

Konkrete Angaben dazu, wie viel der Spot gekostet hat, ließ sich Towriss keine entlocken. Er merkte aber angesprochen auf einen anderen 30-sekündigen Werbebeitrag, welcher circa zehn Millionen Dollar (ca. 8,4 Mio. Euro) gekostet hat, an, dass man sich in einem "vergleichbaren" Bereich bewege. Alleine die Sendezeit berechnet sich pro 30-Sekunden-Slot in diesem Jahr auf einen Bereich zwischen sieben und acht Millionen Dollar. Produktionskosten kommen natürlich noch dazu. Diese sollen sich im Falle von Cadilac bei etwa drei Millionen Dollar bewegen.

Cadillac baute für seinen Formel-1-Aufstieg sein Rennteam von null auf. Der Motor kommt hingegen noch von Ferrari, dieser soll in wenigen Jahren aber auch aus dem Hause GM stammen. So sieht das Teamgefüge der Neueinsteiger aus: