Das Überholen wurde während der Ground-Effekt-Ära immer mehr zum Problem. Das machte sich oft in den Rennen bemerkbar. Fahrer blieben am Ende der Geraden oft zuckend hinter dem Vordermann, statt final auszuscheren und anzugreifen. Mit dem Start des neuen Reglements 2026 und neuen Überholhilfen soll das besser gelingen. Doch nach dem ersten Shakedown der Formel 1 in Barcelona sind sich Piloten und Teamchefs uneinig.
Formel 1 2026: Wie viel einfacher wird das Überholen wirklich?
Das Überholsystem ändert sich 2026. DRS ist Geschichte. Dafür können die Fahrer den sogenannten Overtake-Mode nutzen. Der Abstand beträgt, wie schon beim DRS, eine Sekunde zum Vordermann.
Insgesamt gefallen die neuen Autos den Fahrern gut. Die Reaktionen könnt ihr im folgenden Artikel nachlesen.
Damit können sie in speziellen Zonen zusätzliche elektrische Leistung taktisch freischalten. Diese Zonen sind übrigens nicht dieselben wie noch die DRS-Zonen. Auf vielen Strecken gibt es mehr Zonen.
"Man muss sich daran gewöhnen, dass Überholmanöver durch den Einsatz der Batterie erfolgen. DRS war dadurch gut, dass es sehr visuell war. Man hat gesehen, wie es sich öffnete, und konnte vorhersagen, dass ein Überholmanöver stattfinden würde, während man diese visuelle Referenz jetzt nicht mehr hat", sagt Oscar Piastri.
Das sowie generell weniger produzierte Dirty Air durch kleinere Autos, schmalere Reifen und vereinfachte Frontflügel sollen für mehr Überholmöglichkeiten sorgen. Dazu wird 15 bis 30 Prozent weniger Abtrieb produziert. Doch ob die Maßnahmen wie erhofft wirken, ist noch umstritten.
"Wer eine radikale Verbesserung erwartet, macht sich wahrscheinlich etwas vor. Es ist immer noch ein Formel-1-Auto. Alle Einsitzer, egal ob Formel-3- oder F2-Auto, sind schwer zu verfolgen", findet Piastri. "Es geht in die richtige Richtung, aber nur die Zeit wird es zeigen."
Ähnlich skeptisch ist auch Haas-Pilot Esteban Ocon nach den ersten Ausfahrten mit den neuen Autos. "Ich möchte noch keine voreiligen Schlüsse darüber ziehen, wie es sein wird. Aber bisher sieht es so aus, als wäre es schwierig zu überholen. Das ist mein erster Eindruck, aber ich hoffe, dass es noch einfacher wird."
Haas-Teamchef Ayao Komatsu ist derselben Meinung. "Meiner Meinung nach ist es nicht wesentlich besser, aber es ist noch sehr früh."
George Russell: Verfolgen ist 2026 "definitiv einfacher"
Ganz anderer Auffassung ist George Russell. Der Mercedes-Pilot setzt besonders auf die aktive Aerodynamik, die durch die sich umklappenden Flügel auf den Geraden den Luftwiderstand reduziert. In den Kurven stellen sich die Flügelelemente wieder steil auf und steigern den Grip. "Das Folgen schien definitiv einfacher zu sein, besonders bei hoher Geschwindigkeit."
Doch auch die Bauweise der Autos hat sich laut Russell im Bezug auf das Racing ins Positive verändert. 2026 haben die Boliden ein Mindestgewicht von 768 Kilogramm. 2025 wogen sie noch 800 Kilogramm.
"Diese Autos lassen sich in den Kurven besser fahren, sie sind eher wie ein Rennwagen, während die Autos vorher ein bisschen wie ein Bus in den Kurven waren." Mercedes-Teamchef Toto Wolff schwärmte ähnlich von den neuen Autos.
Die Ground-Effect-Ära startete ihrerseits 2022 mit insgesamt 785 Überholmanövern im Vergleich zur vorherigen Regelgeneration sehr positiv. 2021 generierte die Formel 1 bei gleicher Anzahl von Rennen nur 599 Überholvorgänge. Ob das neue Reglement einen ähnlich guten Start erlebt, wird sich also erst zeigen.
Besonders ins Auge stach in Barcelona der neue Aston Martin, designt von Adrian Newey. Wie radikal das neue F1-Auto wirklich ist, klären wir im folgenden Video.



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