Mercedes-Teamchef Toto Wolff war bekanntlich kein großer Fan der Ground-Effect-Autos. Umso gegensätzlicher ist seine Meinung zur neuen Autogeneration der Formel 1 ab 2026. Im Rahmen der Saisonauftaktveranstaltung von Mercedes bekundete er seine Begeisterung für die neuen Boliden und ließ sich einen kleinen Seitenhieb gegen die Ground-Effect-Autos nicht nehmen.

Mit dem Reglement 2026 werden die F1-Boliden sichtbar schlanker: Im Vergleich zum Vorjahr werden sie 20 cm kürzer und 10 cm schmäler. Für Toto Wolff ist das ein klares Upgrade: "Ich finde die Autos großartig und auch ästhetisch. Der W17 sieht aggressiv und agil aus, einfach wieder mehr wie ein Formel-1-Auto. Wir haben das Auto vom letzten Jahr auch daneben gestellt und das sieht im Vergleich aus wie ein Wal."

Auch George Russell war kein Fan der alten Boliden. Was er nach der letzten Saison zum Ende der Ground-Effect-Ära zu sagen hatte, erfahrt ihr hier:

Boost-Mode laut Wolff "einfach brutal"

Aber nicht nur die neue Größe der Boliden imponiert Wolff. Durch die aktive Aerodynamik, die in der neuen Saison zum ersten Mal eingesetzt wird, soll auch das Rennfahren, unter anderem durch unterschiedliche Fahrmodi, verbessert werden. Eine besondere Einstellung ist dabei der Boost-Mode. "Wie ich von meinen Fahrern gehört habe, ist der Modus einfach richtig brutal", erklärte Wolff.

Der Boost-Mode kann für Angriffs- und Verteidigungsmanöver eingesetzt werden. Dabei wird die Batterie zwar ganz entleert, doch der Fahrer bekommt dadurch einen Geschwindigkeitsüberschuss von 50 bis 60 km/h, wie Wolff schilderte. "George hat Colapinto überholt, während er im Alpine seine Longruns gemacht hat, und der Geschwindigkeitsunterschied auf der Geraden war riesig", staunte Wolff, der 2026 mit mehr und vor allem ungewöhnlicheren Überholmanövern rechnet. "Das wird super aufregend, wann, wo und wie die Fahrer den Modus einsetzen."

Fahrerische und taktische Intelligenz 2026 unabdingbar

Mit dem Boost-Mode kommt laut Wolff eine neue Komponente ins Spiel: die Intelligenz. Sowohl fahrerisch als auch taktisch wird sie eine wichtige Rolle spielen, um die Energie so zu managen, dass sie für die gesamte Renndauer hält. "Wie man diesen massiven Boost richtig einsetzt, ohne auf anderen Teilen der Strecke zu verhungern, weil keine elektrische Energie mehr da ist, wird sicher extrem herausfordernd", so Wolff.

Für das Publikum sollte die neue Regelung jedoch leicht verständlich sein. "Diese fast schachähnliche strategische Komponente wird für das junge Publikum fantastisch sein", ist sich Wolff sicher und blickt der Entwicklung mit Freude entgegen. "Es wird noch mehr den Charakter eines Videospiels annehmen, ohne dem Sport etwas wegzunehmen."

Mercedes-Motor illegal? Wolff: Nörgler suchen nur Ausreden (18:54 Min.)