Williams sorgte mit der Absage des Barcelona-Shakedowns für großes Aufsehen in der Formel 1. Als einziges Team hat der Traditionsrennstall aus Grove alle fünf Testtage verpasst. Noch immer wartet der FW48 auf seine ersten Kilometer, nun hat er immerhin ein Design. Williams stellte am Dienstagvormittag die finale Lackierung erst der Belegschaft in der Fabrik und anschließend den Fans im Internet vor.

Wenig überraschend dominiert weiterhin ein sattes Blau, in der Seitenansicht ist aber auch jede Menge Schwarz zu erkennen. Das dürfte teilweise auch den kolportierten Gewichtsproblemen geschuldet sein. Mindestens 55 Prozent der Fahrzeugfläche müssen aber nach dem neuen Reglement ohnehin lackiert oder beklebt werden.

Zusätzlich zum dunklen Blau gesellt sich am Seitenkasten ein kleiner Bereich mit hellem Blau und ein etwas größerer Bereich in weiß. Laut Teamchef James Vowles wollte man nach dem Austin-Experiment des Vorjahres weiß wieder verstärkt ins Design aufnehmen.

Dazu will man mit einer rot-weißen Konturlinie an die Historie des Teams erinnern. "Ein Merkmal der Williams-Meisterschaftsautos wie Nigel Mansells FW14B und Damon Hills FW18", heißt es von Williams. Der FW18 feiert 2026 sein 30-Jähriges.

Neues Auto herzeigen? Williams geizt mit Technik-Infos

Technik-Details gibt es auf den gezeigten Bildern nicht zu sehen. Das echte Auto existiert noch nicht, die veröffentlichten Renderings zeigen zwar nicht das Standard-Modell der Formel 1, den Williams FW48 zeigen die Computer-generierten Bilder aber auch nicht. Nur "Elemente" des FW48 sollen zu sehen sein.

Albern wird es an den Radaufhängungen. Die Designer haben im CAD Druck respektive Zugstreben an Vorder- und Hinterachsen entfernt, um keine Details zu zeigen. Dabei offenbaren die technischen Spezifikationen in geschriebener Form, dass Williams vorne gegen den Trend geht und auf Zugstreben setzt. Die Hinterachse kommt ohnehin von Mercedes und ist bereits bekannt.

Williams-Teamchef spielt verpassten ersten Test weiter herunter

Seine verspätete Jungfernfahrt wird der FW48 bei einem Filmtag absolviert. Während die Konkurrenz in Barcelona schon auf der Strecke war, nutzte Williams den Gesamtfahrzeugprüfstand von Mercedes in Brackley. Die Tests liefen laut Vowles gut.

Die Verspätung des Autos ist auf eine Fehlkalkulation bei der Produktion zurückzuführen. Das Auto hätte nur mit Biegen und Brechen rechtzeitig für den Barcelona-Shakedown fertiggestellt werden können - was Teamchef James Vowles aber nicht wollte.

Währenddessen bereiteten sich Carlos Sainz und Alexander Albon intensiv im Driver-in-the-Loop Simulator vor, in den Williams zuvor groß investiert hatte. Dazu will man auf die Erkenntnisgewinne des Werksteams bei Motor und Getriebe setzen.

"Wir sind aber nicht naiv", stellt Vowles klar. Nach der erfolgreichen Vorsaison, die man mit zwei Podiumsplatzierungen auf Konstrukteursrang fünf beendete, will Williams den Weg zurück zu einem Spitzenteam weiter beschreiten. "Aber der Sprung von Platz vier auf Platz fünf ist exponentiell", meint Vowles. Wie schlimm steht es um Williams wirklich? Das haben die Motorsport-Magazin.com-Redakteure Christian Menath und Florian Niedermair im Video besprochen.

Erster F1-Test 2026 verpasst! Wie steht's um Williams? (26:27 Min.)