Der Silberpfeil für die Formel-1-Saison 2026 ist da - zumindest virtuell. Mercedes veröffentlichte am Donnerstagmorgen computer-generierte Bilder des F1 W17 E Performance, wie der Dienstwagen von George Russell und Kimi Antonelli heißt.
Wenig später spulte der F1 W17 seine ersten Kilometer ab. Auf dem regennassen Silverstone-Circuit durfte George Russell die Jungfernfahrt absolvieren. Abgesehen von einem kurzen Social-Media-Clip veröffentlichte Mercedes von der Ausfahrt noch nichts.
Bei der Lackierung dominieren erneut die Farben Silber und Schwarz. Während Nase und Monocoque größtenteils in Silber gehalten sind, sind Flügel, Seitenkästen und Motorabdeckung überwiegend schwarz.
Auffällige Neuerung: Die Oberseite der Seitenkästen ziert das AMG-spezifische Rhombus-Logo, wie es in der Pressemitteilung heißt. Tatsächlich sind die schrägen Striche des AMG-Logos nur schwer zu erkennen.
Eine grüne Linie, die fast über die gesamte Fahrzeugseite läuft, ist Titelsponsor Petronas gewidmet. Abgesehen vom Petronas-Grün gibt es nur einen weiteren Farb-Akzent: das bunte Logo des neuen Sponsors Microsoft auf der Airbox und auf den Endplatten des Frontflügels.
Mercedes mit interessanten Aerodynamik-Details
Aus technischer Sicht sind derartige Bilder wie immer mit großer Vorsicht zu genießen. Da es sich um sogenannte Renderings handelt, die aus den CAD-Dateien am Computer entstehen, muss das Gezeigte nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. Oftmals zeigen die Teams hier eine ältere Entwicklungsstufe oder mogeln gar ein wenig, um die Konkurrenz zu verwirren.
Trotz Regel-Umbruch setzt Mercedes auch 2026 auf Druckstreben (Pushrods) an Vorder- und Hinterachse. Das dürfte dem allgemeinen Trend unter dem neuen Reglement entsprechen.
Einen ersten Ausreißer gibt es bei den Floorboards zu sehen. Luftleitbleche zwischen Vorderreifen und Seitenkasten sind 2026 neu und erinnern an die einstigen Bargeboards. Hier haben die Ingenieure die Möglichkeit, die Verwirbelungen der Vorderreifen abzufangen.
Mercedes zeigt hier drei horizontale Elemente, verzichtet aber auf die vertikale Komponente. Besonders interessant: Die Leitbleche sitzen nicht nur auf dem Unterboden. Eine lange Karbon-Strebe verbindet sie mit dem Monocoque.
Interessant ist auch die Form der Seitenkästen. Während die Konkurrenz bislang recht kleine Seitenkästen gezeigt hat, auf denen die Luft wie über eine Rampe schnell auf das Diffusordach geführt wird, baut der Mercedes hier recht voluminös. Die Seitenkästen erinnern ein wenig an die "Ferrari-Badewanne" 2022 zu Beginn des letzten Reglements. Im Heck fallen sie allerdings nicht ganz so voluminös aus.
Mercedes fürchtet um Motoren-Trick
Spannend ist aber vor allem, was sich unter der Verkleidung verbirgt. Hier könnte sich heute am Grünen Tisch etwas tun: Bei einem Technik-Treffen der Formel 1 wird über einen Trick diskutiert, der Mercedes möglicherweise einen großen Vorteil beim Verbrennungsmotor bringt.
Mercedes hat offenbar eine Möglichkeit gefunden, das maximale Verdichtungsverhältnis von 16:1 im Betrieb deutlich zu erhöhen. Dass der Trick noch in diesem Jahr verboten wird, gilt als unwahrscheinlich.
Für viele geht Mercedes auch deshalb als Favorit in die neue Ära. 2014, als zuletzt eine neue Antriebseinheit in der Formel 1 eingeführt wurde, fuhr Mercedes der Konkurrenz jahrelang davon und holte bis 2021 alle Konstrukteurstitel. Nach dem Wechsel auf die Ground-Effekt-Autos 2022 konnte Mercedes aber nicht mehr an die Erfolge anknüpfen.



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