Die Niederlage in der Formel-1-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi nahm Max Verstappen mit Würde - bis er auf den Vorfall mit George Russell beim Grand Prix von Spanien im Juni angesprochen wurde. Der Niederländer fuhr daraufhin aus der Haut und reagierte auf die vermeintliche Reaktion des fragestellenden Journalisten mit den Worten: "Was grinst du mich jetzt so blöd an?" Christian Danner kann Verstappen verstehen. "Natürlich hört man das ungern, wenn man gerade die WM verloren hat, das ist ja logisch", verteidigte er die Reaktion des Niederländers auf die Frage in der Pressekonferenz.
Auch wenn Verstappen den Titel wegen zwei WM-Punkten an Lando Norris verlor, ist der Formel-1-Experte überzeugt, dass Verstappens Rambo-Aktion in Barcelona kein titelentscheidender Moment gewesen ist. "Ich denke nicht, dass sein Dickkopf dafür verantwortlich war. Man muss immer alles sehen, nicht nur Barcelona", erklärte Danner in der Sonderausgabe des AvD-Motorsport-Magazins .
Bei 24 Saisonrennen und sechs Sprint-Rennen ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem Team oder einem Fahrer Fehler unterlaufen und Punkte verloren gehen, groß. Um also den Titel am Ende zu gewinnen, muss über die gesamte Saison hinweg alles zusammenpassen. "Es ist immer eine Summe aus vielen Dingen und Zusammenhängen. Dazu gehören die Papaya-Rules, dazu gehören Fehler und dazu gehören auch Crashes", so Danner, der sich in einem Punkt zu 100 Prozent sicher ist: "Nur auf einen Vorfall kann man eine solche Formel-1-Saison nicht reduzieren."
Kurz zur Ausgangslage: Beim Grand Prix von Spanien in Barcelona kam es in Runde 64 zu einem mehrteiligen Vorfall zwischen Max Verstappen und George Russell. Der Brite ging beim Restart nach der Safety-Car-Phase an Verstappen vorbei und drängte ihn von der Strecke ab. Verstappen kam vor Russell wieder auf die Strecke zurück und wurde vom Team angewiesen, den Platz wieder zurückzugeben. Beim vermeintlichen Positionswechsel in Runde 64 krachte Verstappen aber in die Seite des Mercedes-Piloten und handelte sich so im Nachgang des Rennens eine 10-Sekunden-Strafe ein. Damit fiel er von Platz fünf auf zehn zurück und ließ wichtige Punkte in der WM-Wertung liegen.
Rein rechnerisch hätte Verstappen die WM gewonnen, wenn er in Barcelona nicht fünf Plätze verloren hätte. Theoretisch hätte er sie aber auch gewonnen, wenn Kimi Antonelli in Katar seinen Fahrfehler nicht gemacht hätte - denn Norris bekam dadurch genau diese zwei Punkte mehr auf sein WM-Konto, die am Ende den Unterschied machten. Für Danner alles nur Spekulationen, die zu nichts führen. "Ich bleibe dabei, eine Formel-1-Saison setzt sich aus so vielen Puzzlesteinen zusammen, das kann man nicht darauf reduzieren."
Was Christian Danner in der Sonderausgabe des AvD-Motorsport-Magazins zum Jahresende über Ferrari und die Formel-1-Rookies zu sagen hat, das seht ihr in diesem Video:



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