Charles Leclerc hatte vor dem Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi die Hoffnung, das Jahr doch noch stark abzuschließen. Der Monegasse erwartete auf dem Yas Marina Circuit "wieder dort zu sein, wo wir hingehören". Sprich: hinter McLaren und Red Bull aber auf einem Niveau mit Mercedes. Nach den beiden Freitagstrainings in den Vereinigten Arabischen Emiraten schraubte der Ferrari-Pilot seine Ansprüche jedoch nach unten.

Charles Leclerc malt schwarz für F1-Saisonfinale in Abu Dhabi

Denn mit den Plätzen acht und vierzehn im zweiten Freien Training schien die Ausgangslage bei Ferrari für das Qualifying und das Rennen eher wieder auf dem Level der vergangenen Wochenenden zu sein. "Der letzte Freitag der Saison ist geschafft und um ehrlich zu sein bin ich sogar froh darüber, wenn ich mir unsere Leistung im Moment ansehe", zeigte sich Leclerc erleichtert über das bevorstehende Saisonende. Der Monegasse lag in FP1 noch auf Platz drei hinter Lando Norris und Max Verstappen, musste sich in FP2 aber schlussendlich mit Position acht begnügen.

Sein einziger Lichtblick an diesem Trainingsfreitag war, dass er gemeinsam mit seinem Bruder Arthur im ersten freien Training fahren durfte. "Es war das einzig Positive heute, denn der Rest war ein Kampf. Wir haben immer noch keine Lösung gefunden, wie wir schneller werden können", zeigte sich Leclerc frustriert. "Ich möchte diese Saison wirklich mit einem guten Ergebnis abschließen, auch wenn es nicht danach aussieht, als ob uns das mit dieser Leistung gelingen würde."

Ganz so schlecht, wie es Leclerc vorkam, war der SF-25 jedoch nicht. Da das FP2 und der Grand Prix am Sonntag zur selben Uhrzeit stattfinden, ist das zweite Freie Training die einzige repräsentative Trainingssession an diesem Wochenende. Ein Blick auf das Endklassement am Freitag zeichnet deshalb zwar ein scheinbar düsteres Bild für Ferrari, doch ein Blick auf die Rundenzeiten der beiden Piloten sagt etwas anderes aus.

Ferrari trotz schlechter Trainingsleistung konkurrenzfähig?

Tatsächlich konnte der Ferrari vor allem in den ersten beiden Sektoren mit der Konkurrenz mithalten. Beide Piloten waren dort sogar schneller als George Russell im Mercedes. Die größten Schwierigkeiten bereiteten Ferrari die Kurven 12 bis 14. Im dritten Sektor verlor Leclerc knapp drei Zehntel, Lewis Hamilton sogar über eine halbe Sekunde auf den Drittplatzierten im Mercedes.

Hamilton musste in FP1 aussetzen, wodurch ihm eine wichtige Trainingseinheit fehlte. "Wenn du eine Session versäumst, bringt dich das direkt ins Hintertreffen, aber ich habe mein Bestes gegeben, um auf der Strecke so schnell wie möglich zu sein", so der Ferrari-Pilot. In seinen ersten Trainingsrunden in FP2 kam Hamilton aber nicht über die 14. Position hinaus.

Welche acht weiteren Piloten im FP1 ihr Cockpit räumen mussten, erfahrt ihr hier:

Trotzdem schien er das Potenzial im Auto gespürt zu haben, denn der Brite konnte für das Saisonfinale in Abu Dhabi noch ein wenig Hoffnung schöpfen. "In den ersten beiden Sektoren waren wir von der Pace her echt konkurrenzfähig", stimmte Hamiltons Fazit mit den Daten überein. "Es war nur der dritte Sektor, in dem wir sehr viel Zeit liegengelassen haben."

"Ich habe immer noch Hoffnung und da ist auf jeden Fall Potenzial im Auto", malte er nach den Trainingssessions nicht ganz so schwarz wie sein Teamkollege. "Wenn wir die Probleme von heute in den Griff bekommen, glaube ich, dass wir uns morgen besser platzieren können."

Max Verstappen lag im heutigen FP2 fast vier Zehntel hinter Lando Norris. Dr. Helmut Marko schreibt die WM-Chancen seines Star-Piloten jedoch noch nicht ab. Warum das so ist, erfahrt ihr hier: