Mit Platz zwei in der Startaufstellung für den Sprint von Katar knüpfte George Russell an seine starke Leistung in Las Vegas am vergangenen Wochenende an. Nur drei Hundertstel trennten ihn von Oscar Piastris Bestzeit und damit auch der Sprint-Pole-Position von Katar. Der letzte Sektor auf dem 5,38 Kilometer langen Lusail International Circuit wurde dem Briten aber zum Verhängnis.

Dritter Sektor beendet Russells Sprint-Pole-Chancen in Katar

Russell kam in SQ3 nur kurz in den Genuss die Zeitentabelle anzuführen, ehe ihn Piastri mit seiner letzten schnellen Runde von der Spitze verdrängte. Den Unterschied machten die Kurven 14 und 15 im letzten Sektor des Kurses aus. Piastri konnte dort über ein Zehntel auf Russell gutmachen und ihm damit die Bestzeit wegschnappen.

Trotz der verpassten Chance zeigte sich Russell über Startplatz zwei erleichtert. Nach dem Training in Katar hätte er nicht mit der ersten Startreihe gerechnet. "Ich wusste nicht, dass so viel im Auto steckt, nachdem ich im Training nur auf Platz 14 war", freute sich der Mercedes-Pilot. "Meine Qualifyings waren in letzter Zeit nicht die besten, deshalb freut es mich jetzt sehr, dass ich ein paar gute Runden abspulen konnte." In den letzten vier Rennen kam Russell in der Startaufstellung nicht über Platz vier hinaus. Sein schlechtestes Ergebnis im Qualifying war dabei der sechste Platz in Brasilien.

Umso erfreulicher war das gestrige Ergebnis für den Mercedes-Pilot. "Ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz. Ich habe das Auto wirklich ans Limit gebracht und es hat genau das gemacht, was ich wollte", wirkte Russell erleichtert, nachdem Mercedes in der Vergangenheit immer wieder mit einem störrischen Boliden zu kämpfen hatte. "Heute konnten wir das Maximum aus unserem Paket rausholen und ein starkes Ergebnis einfahren. Es macht so viel Spaß auf dieser Strecke zu fahren."

Tsunoda schlägt Verstappen! Red-Bull-Nachfolger bereits fix? (09:25 Min.)

Vor drei Jahren hörte sich das noch ganz anders an. Der W13 machte den Mercedes-Piloten zu schaffen. Warum sich George Russell über das Ende der Ground-Effect-Ära freut, erfahrt ihr hier:

Russell im McLaren-Sandwich - das ist der Plan für den Sprint

Nach einem mittelmäßigen Training ging Russell ohne große Erwartungen in das Sprint-Qualifying. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir die McLarens im Sprint-Qualifying entzweien könnten", meinte Russell. Der Brite bezeichnete sich bereits kurz nach der Session über den Team-Funk humorvoll als "das Fleisch im McLaren-Sandwich".

Im Sprint muss er sich dadurch in Kurve 1 aber nicht nur gegen Oscar Piastri vor ihm behaupten, sondern auch nach hinten gegen den WM-Führenden Lando Norris abdecken. "Ich denke, das Rennen wird sich für uns in der ersten Kurve entscheiden. Dort wo wir danach sind, werden wir den Sprint beenden", prophezeite er. Denn die Strecke in Katar ist nicht gerade für ihre guten Überholmöglichkeiten bekannt.

Auch die späte Aktivierung des DRS trägt nicht zur Verbesserung des Problems bei. In Katar befindet sich die einzige DRS-Zone auf der Start- und Zielgeraden - der DRS-Flügel darf jedoch erst kurz vor der Ziellinie geöffnet werden, wodurch die Zone stark verkürzt wird. "Ich hoffe, dass nach dem Sprint die DRS-Zone für das Rennen am Sonntag verlängert wird", appelliert Russell an die FIA. "Denn es ist auch so schon sehr schwierig zu überholen."

Die erste Startreihe könnte für den Briten dabei aber durchaus von Vorteil sein. "Von vorne zu starten, hilft natürlich und wir werden versuchen gute Punkte zu holen, auch wenn wir vielleicht nicht, um den Sieg mitfahren können", so der Mercedes-Pilot.

Yuki Tsunoda gelang im Sprint-Qualifying ein kleines Wunder - er qualifizierte Max Verstappen aus. Wie ihm das gelang, erfahrt ihr hier: