Stirling Moss brachte es auf den Punkt: "To achieve anything in this game, you must be prepared to dabble in the boundary of disaster." [Um in diesem Spiel etwas zu erreichen, muss man bereit sein, bis an die Grenzen des Desasters zu gehen] Die 75-jährige Formel 1-Geschichte ist gespickt mit kontroversen Vorfällen.
Es brauchte ein wenig Zeit, doch in einem Instagram-Post am Montag nach dem Spanien-Grand-Prix zeigte sich Max Verstappen doch einsichtig. Der vierfache Champion gab zu, dass sein Move gegen George Russell im Rennen nicht hätte passieren sollen. De facto ist es nicht der erste (und wahrscheinlich auch nicht der letzte) Rammstoß, den es in der Formel-1-Geschichte gegeben hat.
Was Verstappen kann, ... Aserbaidschan 2017 & Jerez 1997
Beim Re-Start im Rennen von Aserbaidschan verlangsamte Lewis Hamilton am Ausgang von Kurve 14 stark. Der hinter ihm fahrende Sebastian Vettel war darauf nicht eingestellt und fuhr dem Mercedes in den Diffusor. Völlig in Rage fuhr Vettel neben Hamilton, gestikulierte wild und fuhr dem Briten absichtlich ins Auto.
Beim Saisonfinale in Jerez 1997 startete in Runde 48 Jacques Villeneuve einen Überholversuch gegen Michael Schumacher. Der Kanadier versuchte innen vorbeizugehen, doch der Ferrari-Pilot zog ebenfalls nach innen. Es kam zur Kollision, wobei Schumachers Rammstoß-Manöver nicht wie geplant verlief. Während er ausfiel, fuhr Villeneuve weiter und holte sich den WM-Titel. Dasselbe Manöver zog Schumacher bereits 1994 gegen Damon Hill ab, allerdings in dem Wissen, dass beim Ausscheiden beider Autos er Weltmeister ist.


Du kommst hier nicht vorbei: Alonso vs. Hamilton Ungarn 2007
In die Geschichte ging Fernando Alonso Manöver gegen Lewis Hamilton als 'spanische Blockade' ein. Der Spanier ritt 2007 wie ein wild gewordener Stier durch seine McLaren-Saison, ignorierte Teamorders und entzündete im Qualifying zum Ungarn GP endgültig das McLaren-Pulverfass, indem er Hamilton an der Box blockierte und somit verhinderte, dass sein Teamkollege im Qualifying noch einen schnellen Run absolvieren konnte. Die Pole Position ging damit an Alonso – zumindest kurzfristig. Denn die Stewards verdonnerten den McLaren-Pilot zu einer Rückversetzung um fünf Plätze.


Wo ist denn hier ein Parkplatz? Schumacher vs. Alonso Monaco 2006
Eine kreativere Methode den Gegner davon abzuhalten, sich die Pole Position zu schnappen, zeigte Michael Schumacher in den Häuserschluchten Monacos. Im Fürstentum ist die Pole Position (bis heute) bekanntlich die halbe Miete. Schumacher lag auf Pole. Allerdings konnte er im letzten Run keine Verbesserung erzielen, während Fernando Alonso bereits nach dem zweiten Sektor Schumachers Bestmarke um zwei Zehntel unterbot. Schumacher griff daraufhin in die Trickkiste und fingierte einen Fahrfehler. Er parkte seinen Ferrari in Rascasse und brachte damit das Qualifying zum Stillstand. "Das ist das Billigste und Dreckigste, was ich je in der Formel 1 gesehen habe. Er sollte sich schämen", wütete damals Keke Rosberg.


Idiot, Arschloch: Piquet senior vs. Mansell Deutschland 1986
Sich Wortgefechte mit Fahrerkollegen zu liefern, gehörte für Nelson Piquet senior zum Berufsalltag. Vor allem sein Williams-Teamkollege Nigel Mansell bekam es faustdick ab. 1986 kämpften beide um den Fahrertitel. Nach einem guten Start in die Saison musste Piquet drei Ausfälle in Folge hinnehmen. Mansell holte in der WM auf und begann die Saison zu dominieren. Beim Deutschland GP schlug Piquet mit einem Sieg zurück, indem er den Bordfunk seines Teamkollegen abhörte und an seiner Stelle zum geplanten Boxenstopp abbog. Auch abseits der Strecke verschärfte sich der Ton. "Wenn meine Frau so hässlich wäre wie die von Mansell, würde ich jeden Tag einen Grand Prix fahren, um nicht daheim sein zu müssen", wütete Piquet in aller Öffentlichkeit und bezeichnete Mansell als "Idioten" und "Arschloch".


Benzin sparen? Nö! Pironi vs. Villeneuve Italien 1982
Als ziemlich beste Feinde könnte man die Ferrari-Piloten Gilles Villeneuve und Didier Pironi bezeichnen. Ausgerechnet beim Heimrennen der Scuderia in San Marino kam es zwischen den Piloten zum Eklat. Villeneuve und Pironi lagen auf den Plätzen 1 und 2 komfortabel in Führung. Ferrari kam daher die Vorgabe raus, Sprit zu sparen, um den Doppelsieg des Teams nicht zu gefährden. Villeneuve, der in Führung lag, folgte der Order und ging vom Gas. Als Pironi in der letzten Runde mit einem Gewaltmanöver an ihm vorbei ging und ihm den Sieg entriss, war er völlig übertölpelt und stocksauer.
Die oben genannten 'Skandale' sind bei weitem noch nicht alles, was die 75-jährige Formel-1-Geschichte zu bieten hat. Welcher Skandal fällt euch als Erster ein? Schreibt es uns in den Kommentaren.



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