Nach dem Europa-Auftakt der Königsklasse in Imola sprach die Formel-1-Welt von Max Verstappens Mega-Überholmanöver gegen Oscar Piastri nach dem Rennstart. Abseits der 'üblichen Verdächtigen' spielte allerdings auch Williams zum wiederholten Male im Kampf um die Top-Plätze auf und feierte mit Alexander Albon ein weiteres Top-5-Resultat. Ein beeindruckender Erfolg, bedenkt man, dass die Mannschaft aus Grove 2024 auf dem vorletzten Platz in der Konstrukteurswertung lag.
"Vom Tempo her waren wir auf P4, P5 unterwegs", bekräftigte Albon die starke Performance in Imola. Der 29-Jährige hat definitiv einen Lauf: Nach Australien und Miami fuhr er im Emilia-Romagna-GP seine dritte Top-5-Platzierung ein. Albon liegt nach sieben Saisonrennen auf Platz 8 der Fahrerwertung - nur acht Punkte hinter Mercedes-Pilot Kimi Antonelli.
Zudem hat er mit 40 Zählern in den bisherigen sieben Rennen bereits mehr Punkte geholt als in den vergangenen zwei Formel-1-Saisons zusammen. 2023 und 2024 nahm er aus insgesamt 46 Grands Prix nur 39 Zähler mit. Aus Williams-Sicht das Entscheidende: Die Bilanz des Thai-Briten ist kein Zufallsprodukt glücklicher Umstände. Vielmehr lässt der FW47 mit starker Pace sogar den Kampf um Podestplätze zu.
In Imola lieferte sich Albon gegen Ende des Rennens ein Duell auf Augenhöhe mit den Ferrari-Piloten Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Letzterer wusste sich nur mit harten Bandagen gegen Albon zu wehren. Nach einem grenzwertigen Manöver gegen Albon, der dabei durch den Kies musste, forderte Ferrari Leclerc auf, den fünften Platz an Albon abzugeben, um einer 5-Sekunden-Strafe zu entgehen. Ohne Kies-Ausflug wäre für den Williams-Piloten unter Umständen noch der vierte Platz möglich gewesen.
Williams nach jahrelangem Formel-1-Tief plötzlich Mittelfeld-Spitze

Wenn es bei Alex Albon läuft, dann läuft es auch bei Williams. Der britische Traditionsrennstall steht mit 51 Punkten auf dem fünften Platz - 31 Zähler vor dem Sechstplatzierten Haas. Damit stehen in dieser Saison schon dreimal so viele Punkte wie im Vorjahr zu Buche.
Der achte Platz von Carlos Sainz brachte Williams in Imola vier weitere Punkte und die höchste Wochenend-Ausbeute seit dem Aserbaidschan-GP 2017. "Wir befinden uns in diesem Jahr in einer sehr guten Position, wo wir mit WM-Kandidaten kämpfen", erklärte Sainz. Gegenüber seinem Ex-Team Ferrari und Mercedes war Williams in Imola absolut konkurrenzfähig: "Wir waren schneller als sie in Miami und wir waren heute schneller als sie."
Nach seinem holprigen Einstand mit Dreher in Australien und weiterer unglücklicher Rennverläufe kann Sainz nun immerhin drei Rennen in Folge WM-Punkte vorweisen. Mit ihm zusammen führt Williams in diesem Jahr das Formel-1-Mittelfeld an. Das jahrelange Tief samt der einzigen punktelosen Saison der Teamgeschichte im Jahr 2020 scheint endgültig Geschichte zu sein.
Das Imola-Rennen entschied Max Verstappen nach einem genialen Startmanöver gegen Oscar Piastri für sich. Hat sich McLaren in der Strategie verzockt? Christian hat alle Infos hier im Video:



diese Formel 1 Nachricht