2024 war Red Bull Branchenprimus, jetzt ist es McLaren. Mercedes kämpft erneut hinter der Formel-1-Spitze. George Russell konnte bisher zweimal jeweils als Dritter in Australien und China auf das Treppchen klettern. Für weiter vorne reichte es jedoch nicht.
„Wir waren in jeder Session und auf jeder Strecke ziemlich genau auf der gleichen Position. Und es war bisher nass, trocken, wir hatten kältere Strecken und wärmere Strecken – rauen Asphalt und glatten Asphalt“, bilanziert Mercedes' Technikchef James Allison. Updates sollen dafür sorgen, dass es künftig weiter nach vorne geht.
Der direkte Konkurrent Ferrari hat bereits in Bahrain neue Teile für den Unterboden im Gepäck. George Russell und Kimi Antonelli müssen sich hingegen noch gedulden. „Wir planen ein größeres Update-Paket für Imola“, so Allison. Der GP der Emilia-Romagna steht Mitte Mai an, bis dahin sind kleinere Updates geplant.
„Es gibt auch an diesem Wochenende ein paar Dinge. Nichts Auffälliges wie ein Unterboden“, erklärt Allison. Welche neuen Teile im Detail gemeint sind, lässt der Technik-Chef offen.
Bahrain als Mercedes-Härtetest gegen McLaren

Aus Mercedes-Sicht positiv: An allen Rennwochenenden konnte das Team mit McLaren mithalten, wenn auch mit einem Respektabstand. „Die Lücken im Qualifying sind sehr konstant. Wir waren inzwischen auf drei Strecken und die Lücke zu McLaren lag bei drei Zehntelsekunden - zwei, wenn wir optimistisch sind“, blickt Allison zurück.
Im Rennen sei das Delta-Fenster noch einmal kleiner. Im 56 Runden langen China-GP kam George Russell elf Sekunden hinter Sieger Oscar Piastri ins Ziel, in Japan waren es 17 Sekunden Rückstand auf die Spitze. „Das hängt hauptsächlich damit zusammen, ob die Reifen im richtigen Fenster gehalten werden“, sagt Allison.
Im Gegensatz zum Qualifying müssen die Fahrer über die Distanz gut mit den Pneus haushalten. Der Bahrain International Circuit stellt Mercedes nun richtig auf die Probe, verrät Allison: „Diese Strecke wird ein echter Test dafür, weil sie sehr stark reifenabbauender Natur ist.“
Allison vermutet Mercedes-Rückstand wegen McLarens Heck-Vorteilen

Die drei Zehntelsekunden, die Mercedes auf den Konstrukteursweltmeister fehlen, kann sich James Allison mit McLarens Vorteilen an der Hinterachse und der Temperaturentwicklung in den Hinterreifen erklären. „Ihr [McLaren; d. Red.] Vorteil ist am größten auf Strecken, wo die Temperatur der Hinterreifen über die Pace entscheidet. Daher kann man mit großer Sicherheit sagen, dass die Oberflächentemperaturen am Heck niedriger sind als bei anderen Teams.“ So hatten Max Verstappen und Red Bull mit problematisch aufheizenden Hinterreifen zu kämpfen.
Doch Mercedes orientiert sich nicht nur nach vorne, sondern auch nach hinten. „Wir kämpfen nicht nur gegen die, die Rennen gewinnen. Wir kämpfen auch gegen die, die zu uns am nächsten sind und wo die Lücken deutlich kleiner sind. Wir müssen sicherstellen, dass wir weiterhin Ferrari Punkte wegnehmen und Max [Verstappen; d. Red] im Red Bull schlagen.“
Angesicht des McLaren-Vorsprungs sieht Allison kaum Chancen auf den Titelgewinn, denn „im Normalfall kannst du die WM mit Leichtigkeit mit einer Führung von zwei Zehntelsekunden gewinnen. Dennoch wird bei Mercedes im Bewusstsein der großen Reglement-Änderungen 2026 noch für die aktuelle Saison mit großem Aufwand weiterentwickelt: „Wir geben im ersten Viertel bis ersten Drittel des Jahres unser Bestes.“
Trotz des technischen Vorteils ist der WM-Titel für McLaren kein Selbstläufer. Insbesondere im Kampf gegen Titelverteidiger Max Verstappen sieht Formel-1-Experte Christian Danner Verbesserungsbedarf:



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