Der Mercedes galt in den letzten Jahren laut eigener Aussage des Teams als die 'Diva' im Formel-1-Feld. Die Saison war von Aufs und Abs geprägt. Davon ist 2025 nichts mehr zu sehen. George Russell war bisher ein Muster an Konstanz, fuhr stets unter die erste vier. Dennoch gilt es Rückstand aufzuholen.

Neuer Mercedes: Erkenntnisse aus 2024 erfolgreich umgesetzt

"Es war viel ruhiger als in den letzten Jahren, hauptsächlich weil das Auto so ist, wie wir es uns vorgestellt haben. Es hat nicht die Laster, die wir in einigen Jahren zuvor hatten" stellte Andrew Shovlin am Freitag in Japan erleichtert fest. Der Chefingenieur der Silberpfeile ist von den Grundeigenschaften des neuen W16 überzeugt: "Bisher haben wir noch nicht viele Rennstrecken erlebt, aber auf den Strecken, auf denen wir waren, hat es gut funktioniert, und zwar unter verschiedenen Bedingungen."

Pressekonferenz mit Andrew Shovlin (Mercedes)
Andrew Shovlin ist zufrieden mit dem neuen Mercedes, Foto: IMAGO / PsnewZ

Hat Mercedes also endlich die Autos der Ground-Effect-Ära verstanden? Laut dem Briten gelang das bereits im Vorjahr: "Ich würde nicht sagen, dass wir wirklich etwas gelernt haben, was wir nicht schon zur Hälfte des letzten Jahres wussten." Der Unterschied war, dieses Verständnis nun konsequent am neuen Boliden umsetzen zu können: "Was wir definitiv besser gemacht haben, ist die Arbeit im Simulator im Laufe des Winters, die Verfolgung der Entwicklung des Autos und die Sicherstellung, dass die Lösungen, die wir für die Balance-Probleme finden, für die Balance-Probleme geeignet sind, die wir am Ende haben werden. Dieser ganze Prozess verlief sehr viel harmonischer als in den letzten Jahren."

Kein Balance-Wirrwar mehr: Mercedes sieht 'normales' Entwicklungsrennen gegen McLaren

Das Ergebnis dieser Arbeit war von Anfang an zu beobachten. "Bei den Wintertests gab es keine Überraschungen. Während wir die ersten Rennen absolvieren, ist es ermutigend, dass wir beobachten können, was wir erwartet haben", sehen sich die Mercedes-Ingenieure bestätigt. Dennoch sind nicht alle Prüfungen bestanden. Dafür muss noch auf das zweite Rennen des in Japan begonnenen Triple-Headers gewartet werden: "Ich würde nicht sagen, dass dies [Suzuka, Anm. d. Red.] ein Härtetest ist. In dieser Hinsicht denke ich, dass Bahrain in gewisser Weise interessanter sein wird, denn dort ist es eine Strecke, auf der die Hinterreifen überhitzen. Das war eines der Dinge, mit denen wir wirklich zu kämpfen hatten." Zwar wurde dort vor der Saison getestet, doch die Temperaturen waren ungewöhnlich niedrig und daher nicht repräsentativ für das Rennwochenende.

George Russell im Mercedes
Suzuka ist noch nicht der Härtetest für Mercedes, Foto: IMAGO / PsnewZ

Dennoch herrscht nun die Überzeugung, dass der Kampf nicht mehr vornehmlich mit dem eigenen Auto, sondern mit der Konkurrenz stattfindet. Ein Team hat die Latte hochgelegt. "Wir haben eindeutig einen Rückstand auf McLaren, den wir verkleinern müssen. Aber das sieht eher wie ein normales Entwicklungsrennen aus, das wir in Angriff nehmen müssen, als dass wir versuchen, diese Art von Handling-Problemen, die wir hatten, in den Griff bekommen zu müssen", freut sich Shovlin, zu den 'klassischen' Herausforderungen der Fahrzeugentwicklung zurückkehren zu dürfen. Wann Mercedes das erste Update der Saison bringen möchte, verriet der Brite allerdings nicht.

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