In der Winterpause sorgte die FIA für große Aufregung bei Rennfahrern aller Serien, vor allem aber bei den Formel-1-Piloten. Nachdem die Ausdruckweise der Fahrer in der abgelaufenen Saison ein großes Thema war, veröffentlichte der Automobilweltverband plötzlich Richtlinien für die Stewards. Inhalt: Hohe Geldstrafen und, Punktabtzug und sogar mögliche Sperren für Fehlverhalten.
Bislang hielten sich die Fahrer mit öffentlicher Kritik zurück, doch Nico Hülkenberg bricht nun das Schweigen. "Ich bin ein bisschen verwundert und verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, warum wir diese Regel brauchen, warum sie nötig war", sagte der Sauber-Pilot zu Motorsport-Magazin.com.
"Ich habe in der Vergangenheit nie Leute, Fans oder Außenstehende gehört, die sich über die Art und Weise beschwert haben, wie Formel-1-Fahrer kommunizieren oder dass wir schlechte Vorbilder sind. Im Gegenteil: Ich glaube, Menschen lieben es bei Athleten, die Emotionen zu sehen und dass sie auch einfach ihre Meinung sagen können und wie sie fühlen", so Hülkenberg.
Formel 1: Schimpfwörter ein hausgemachtes Problem
Dass manchmal trotzdem Zitate der Formel-1-Fahrer kursieren, die sich nicht nach der feinen englischen Art anhören, hat für den Routinier einen einfachen Grund: "Es ist in der Formel 1 auch stückweit hausgemacht: Wenn du es mit anderen Sportarten vergleichst, gibt es kaum einen Sport, in dem sämtliche teilnehmende Sportler unmittelbar nach der Competition vor 15 TV-Kameras und auch Print-Journalisten treten."
"Da bist du noch vollgepumpt mit Adrenalin und es ist nichts Unmenschliches, dass im Eifer des Gefechts die Emotionen hochkochen und ein Wort verwendet wird, welches man sonst nicht nutzen würde", verteidigt der 227-fache GP-Starter. Auf den ersten Blick dürfte die Regelverschärfung für Hülkenberg keine Rolle spielen. "Ich war nie jemand, der sich für diese Regel qualifiziert hat, wenn ich auf meine Karriere zurückblicke. Dafür bin ich nicht bekannt", weiß er.
FIA-Regeln sehr weitläufig formuliert
Doch der 37-Jährige ist ein Mann der klaren Worte. Und bislang weiß niemand, wo die FIA die Linie zieht. "Ich bin gespannt, wie die FIA diese Regel umsetzen will, wenn auch jemand mal Kritik übt. Wie diese Regel formuliert ist, ist es sehr weitläufig."
In den Richtlinien gibt es fünf verschiedene Vergehen. Allerdings ist die Formulierung so vage, dass nicht einmal eine klare Abgrenzung zwischen den einzelnen Vergehen klar ist. In einem Punkt heißt es zum Beispiel, dass "jegliches Fehlverhalten" zu Strafen führen kann. Die Bandbreite an Sanktionen reicht bereits beim ersten Vergehen von 40.000 bis 65.000 Euro. Beim dritten Vergehen innerhalb von zwei Jahren drohen bis zu 180.000 Euro, Punktabzug und sogar eine Sperre von einem halben Jahr.
In der vergangenen Saison sorgte Max Verstappen mit verhältnismäßig harmlosen Aussagen in einer Pressekonferenz für einen Eklat. Die Stewards belegten ihn mit einem Tag sozialer Arbeit. Seither ist die Stimmung zwischen FIA und Fahrern angespannt.



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