Sentimental blicken viele in der Formel 1 heute zurück auf die Motoren der frühen 1990er-Jahre. Auch die Fahrer, die damals damit Rennen fuhren und gewannen. Wie etwa Gerhard Berger. Der zehnfache GP-Sieger aus Österreich darf sich da nun von seinen ehemaligen Motorpartnern Honda über ein ganz besonderes Geschenk freuen.
Am 8. September übergab Honda nämlich einen vollständig restaurierten V12 aus der Saison 1992. Mit genau diesem RA122E/B fuhr Berger, der von 1990 bis 1992 drei Jahre lang bei McLaren-Honda Stammpilot neben Ayrton Senna gewesen war, 1992 den Freitag und Samstag des Portugal-GP und holte einen vierten Startplatz im McLaren MP4/7A. Im Rennen wurde Berger Zweiter hinter Nigel Mansells Williams.
Nach sorgfältiger Restauration in der Honda-Basis im japanischen Sakura wurde der Motor von Honda-Racing-Präsident Koji Watanabe sowie von Chefingenieur Toyoharu Tanabe an Berger übergeben. Besonders auch für Tanabe: Der altgediente Techniker war 1992 Bergers Motor-Ingenieur bei McLaren.
Emotionaler Moment für Berger & Ex-F1-Ingenieur Tanabe
"Da ihm genau diesen Motor heute zu übergeben rührt mich sehr", sagt Tanabe. Ähnlich Berger: "Eine meiner wundervollsten Zeiten in der Formel 1 war die mit Honda. Ich habe Honda als höchst leidenschaftliches Motorsport-Unternehmen erlebt, dessen Enthusiasmus durch Jahrzehnte an Erfolgen im Racing bewiesen wird."


"Ich bin unglaublich stolz auf die Freundschaft, die aus meiner engen Zusammenarbeit mit meinem Ingenieur Toyoharu Tanabe entstanden ist", so Berger weiter. "Die tiefe Wertschätzung der japanischen Kultur, der Respekt von Management bis Angestellten, und die warme Gastfreundschaft, mit der ich immer willkommen geheißen wurde, hat das Arbeiten mit Honda ganz besonders für mich gemacht. Dafür bin ich sehr dankbar - und freue mich erst recht, dass wir heute für die Übergabe des Motors zusammenkommen können."
In drei Saisons mit McLaren-Honda neben seinem guten Freund Ayrton Senna feierte Berger drei seiner zehn Formel-1-Siege. 1990 und 1991 holten er und Senna jeweils den Konstrukteurs-Titel für das Team.
Es ist nicht der einzige historische V12-Moment der letzten Tage. Am Rande des Italien-GPs in Monza fuhr ein weiterer ehemaliger Teamkollege von Berger, Jean Alesi, spektakuläre Demo-Runden im letzten V12-Rennsieger der F1-Geschichte. Der Ferrari 412T2 gewann mit Alesi am Steuer 1995 in Kanada.



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