Mit zwei Rennwochenenden noch zu fahren hat sich Max Verstappen zum vierten Mal in Folge die Formel-1-Krone aufgesetzt. Eine Saison mit vielen Auf und Abs fand damit am Sonntagmorgen ein für Verstappen und Red Bull vorzeitiges und versöhnliches Ende. Bei der Feier in der Casino-Stadt war auf einmal alles vergessen. Schlechte Performance, interne Machtkämpfe, die Horner-Affäre aus dem ersten Saisondrittel, Spekulationen über Verstappens Zukunft: All das spielte nun keine Rolle mehr.

Bei all den Tumulten, denen Red Bull in dieser Saison auf und neben der Strecke ausgesetzt war, hielt sich Verstappen mit öffentlichen Äußerungen oft zurück. Über seine eigene Zukunft sprach er oft vage, zeigte sich allerdings offen unzufrieden mit der politischen Situation seines Teams. Selbstverständlich rief das die Konkurrenz, allen voran Toto Wolff, auf den Plan, die sich die Dienste des damals verärgerten Weltmeisters sichern wollten.

Verstappen: Weltmeister im schlechteren Auto! Bester Fahrer? (16:52 Min.)

Verstappen über F1-Wechsel: Ist ok, darüber nachzudenken

Nach dem Gewinn seines vierten WM-Titels gab ein sichtbar entspannter Verstappen zu, sich in dieser komplizierten Phase über einen Wechsel Gedanken gemacht zu haben. "Ehrlich gesagt denke ich, dass dir im Leben jedes Jahr solche Gedanken durch den Kopf gehen. Wie lange möchte ich das noch machen? Wo möchte ich das machen? Wie möchte ich das machen?", erklärte der Niederländer.

Für den 27-jährigen allerdings nichts Ungewöhnliches oder gar Verwerfliches. "Es gibt Dinge in deinem Privatleben, die natürlich auch in deinem Rennfahrer-Leben passieren. Es gibt immer Dinge, mit denen man umgehen und über die man nachdenken muss. Aber das ist in Ordnung. Ich sehe diese Dinge im Allgemeinen recht entspannt, denn es ist sehr wichtig, sein Privatleben und sein Rennleben zu trennen. Es ist in Ordnung, diese Gedanken im Kopf zu haben, was man tun will. Aber gleichzeitig bin ich auch keiner, der sehr drastische Entscheidungen trifft."

Verstappen loyal zu Red Bull: Wäre einfach, in harten Zeiten zu gehen

Mittlerweile sind die Gerüchte rund um einen Wechsel zu Mercedes – vorerst - abgekühlt. Zum einen, weil in der Formel 1 der Erfolg viele Wunden heilt und zum anderen, weil sich die Silberpfeile mit Kimi Antonelli selbst langfristig mit einem Supertalent aufgestellt haben. Die letzte Messe dürfte in dieser Saga allerdings noch nicht gelesen sein, vor allem, da der Vertrag von Mercedes-Fahrer George Russell nach der kommenden Saison ausläuft.

Nach dem WM-Erfolg in Las Vegas betonte Verstappen allerdings erneut seine Loyalität zu Red Bull und schob einem Wechsel erstmal einen Riegel vor. "Ich bin einfach sehr glücklich, wo ich im Moment bin. Ich bin der Mannschaft gegenüber sehr loyal. Ich weiß natürlich zu schätzen, was sie für mich getan haben, indem sie mich aus der F3 geholt und mir einen F1-Sitz gegeben haben und dann all diese Emotionen über all die Jahre mit diesen wichtigen Leuten im Team durchlebt haben", schwärmt Verstappen, der das Team in einer harten Phase nicht hängen lassen wollte.

"Wenn es also schwierige Zeiten gibt, ist es sehr einfach, sich zu verabschieden oder es zu vergessen oder zu ignorieren. Ich glaube aber, dass es viel wichtiger ist, sich ihnen zu stellen, sie gemeinsam zu verarbeiten und zu versuchen, von dort aus weiterzumachen und sich natürlich wieder auf die Leistung zu konzentrieren und Spaß zu haben. Das ist am Ende das Wichtigste. Wenn man keinen Spaß hat, macht es keinen Sinn, weiterzumachen."

Dass es für den jetzt vierfachen Formel-1-Weltmeister nicht bis in das hohe Alter in der Königsklasse weitergeht, betont Verstappen immer wieder. Wo er die Karriere-Deadline sieht und warum, das könnt ihr hier nachlesen.