Die Bestzeit im 1. Freien Training zum Las Vegas GP der Formel 1 geht an Lewis Hamilton. Der Mercedes-Pilot umrundete den 6,201 Kilometer langen Las Vegas Strip Circuit in 1:35,001 Minuten und schnappte damit in letzter Sekunde Teamkollege George Russell Platz eins weg. Das Mercedes-Duo war dabei fast eine Sekunde schneller als der Rest des Feldes.

Wie viel die Zeiten im 1. Training allerdings wert sind, ist fraglich. Wie schon im Vorjahr hatte die Strecke zu Beginn extrem wenig Grip. "Es ist, als würde ich im Nassen fahren", funkte etwa Liam Lawson. Die Zeiten verbesserten sich während der Session um fast zehn Sekunden.

Das Ergebnis: Vier Zehntelsekunden fuhr Hamilton auf seiner letzten Runde schneller als Teamkollege Russell. Lando Norris musste sich auf Platz drei schon mit 0,953 Sekunden Rückstand einsortieren. Knapp dahinter landete Charles Leclerc im favorisierten Ferrari vor Max Verstappen, der an diesem Wochenende seinen ersten WM-Matchball in der Formel-1-Saison 2024 hat.

Carlos Sainz reihte sich im zweiten Ferrari auf Rang sechs vor seinem überraschend starken Landsmann Fernando Alonso ein. Oscar Piastri, Pierre Gasly und Sergio Perez komplettierten die Top-10. Nico Hülkenberg stellte den Haas auf Rang 15. Bis auf Franco Colapinto (Platz 17) fuhren alle Piloten ihre schnellen Runden auf Soft-Reifen. Red Bull nutzte von der weichen Garnitur als einziges Team schon zwei Sätze, die restlichen Rennställe fuhren Medium und Soft.

Die Zwischenfälle: Der neue Rennleiter Rui Marques durfte bei seiner ersten Session gleich zweimal zur schwarz/weißen Flagge greifen. Alexander Albon und Franco Colapinto wurden verwarnt, weil sie die Linie an der Boxeneinfahrt überfahren hatten. Die beiden Williams-Piloten waren nicht allein mit den Problemen. "Es ist fast unmöglich, die Linie am Boxeneingang zu sehen", schimpfte George Russell aus dem Cockpit.

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Sonst verlief die Session recht ruhig, was angesichts des Kanaldeckel-Dramas in der vergangenen Saison durchaus positiv zu bewerten ist. Hin und wieder verpassten Piloten den Bremspunkt am Ende des Strips und hatten mit dem niedrigen Grip-Niveau zu kämpfen, nennenswerte Zwischenfälle gab es aber nicht.

Die Technik: Tatsächlich brachten die Teams zum Auftakt des Schluss-Tripleheaders noch neue Teile. Ferrari, Sauber und Haas überraschten mit neuen Unterböden. Bei Ferrari handelt es sich allerdings nur um einen Experimental-Unterboden, der für die Korrelation zwischen Windkanal und Strecke angefertigt wurde. Das Exemplar kam im 1. Training am Auto von Carlos Sainz zum Einsatz und wird anschließend nicht mehr gefahren. Red Bull änderte Details am Unterbodenrand, die Racing Bulls bekamen eine neue Hinterachse. Die restlichen Updates sind hauptsächlich Strecken-spezifisch.

Valtteri Bottas darf sich nicht nur über einen neuen Unterboden freuen, sondern auch über eine neue Batterie ärgern. Sauber setzt beim Finnen an diesem Wochenende bereits die vierte Batterie in dieser Saison ein. Bottas muss deshalb um fünf Startplätze nach hinten.

Kuriose Probleme mit der Power Unit hatte Oscar Piastri. Der McLaren-Pilot konnte den Motor nicht abstellen. Die Mechaniker mussten ihn schließlich mit laufendem V6-Aggregat zurück in die Garage schieben. Dort konnte der Mercedes-Motor schließlich abgestellt werden.

Das Wetter: Zum Auftakt in Las Vegas bekamen die Piloten moderate Temperaturen. Das Quecksilber stieg am frühen Abend immerhin noch auf 14 Grad Celsius, auf dem Asphalt wurden 15 Grad gemessen. Später in der Nacht sollen die Temperaturen auf lediglich 4 Grad fallen. Das 2. Freie Training heute beginnt um 22:00 Uhr Ortszeit (07:00 Uhr MEZ) statt.