Die Formel 1 kommt aus einer verlängerten Herbstpause. Die haben drei der vier Top-Teams genutzt, um ihre wohl letzten großen Update-Pakete fertigzustellen. Ferrari nicht. Charles Leclerc und Carlos Sainz sind sich dennoch im Unklaren, wie sich der SF-24 in Austin verhalten wird. Es ist die Bewährungsprobe für ein Team, das noch immer Ambitionen in der Konstrukteurs-WM hegt.
Nachdem man im Frühsommer in Barcelona falsch abgebogen war, wurde in Monza fast alles erneuert. Vor allem der problematische, Bouncing auslösende Unterboden wurde ausgetauscht. Seitdem war das Auto an allen drei Wochenenden mindestens in der Theorie siegfähig. Die Zuversicht wuchs. Das Team will verstanden haben, wie man die Daten des fehlgeschlagenen Barcelona-Updates falsch interpretiert hat. Eine eigene Bouncing-Arbeitsgruppe soll das Problem im Griff haben.
Nichts davon muss heißen, dass das Monza-Update aber wirklich alle Probleme gelöst hat. "Ein Großteil unseres Glaubens in den Konstrukteurs-Titel wird durch die nächsten Rennen zustande kommen", mahnt Sainz. "Wenn von hier bis zum Schluss alle Rennen wie Singapur, Baku oder Monza wären, dann würden wir dran glauben, dass wir es schaffen können."
USA-GP perfekte Bewährungsprobe für Ferrari
Die ersten drei Rennen des letzten Updates waren aber zu ungewöhnlich. Die Strecken lagen dem Ferrari-Konzept sowieso überdurchschnittlich gut. "Ich glaube nicht, dass wir die gesicherte Antwort haben", meint Leclerc. Das macht Austin zu einem essenziellen Gratmesser. Es ist die erste traditionelle Strecke für die Monza-Spezifikation.
"Hier können wir messen, wie wir relativ zu Strecken wie Zandvoort oder Spa nachgelegt haben, wo wir mehr Probleme hatten", so Sainz. Der Ferrari ist dafür bekannt, dass er in langgezogenen Kurvenpassagen Probleme machen kann. Das war durch das Barcelona-Update noch schlimmer geworden. Die letzten drei Rennen seit dem Monza-Update hatten praktisch keine solchen Stellen. Daher will sich niemand festlegen, ob es wirklich ein Durchbruch ist.
Der erste und letzte Sektor in Austin sind die erste echte Bewährungsprobe. "Ich hoffe, wir lernen nicht etwas Neues, das wir davor nicht verstanden haben", sagt Leclerc. "Aber ich bin zuversichtlich, dass es in die richtige Richtung geht." Denn auch wenn die letzten drei Rennen nur bedingt vergleichbar waren, so hat Ferrari trotzdem Unmengen an Daten gesammelt. "Je mehr Strecken wir seit Monza fuhren, desto zuversichtlicher wurden wir, dass die Upgrades überall funktionieren werden", meint Sainz.
Ferrari ohne Austin-Update: Sogar ein Vorteil?
Wenn alles klappt, so könnte Ferrari in Austin aufgrund des Sprint-Formats sogar einen Vorteil haben. Die Konkurrenz muss ihre neuen Teile in nur 60 Trainingsminuten aussortieren. Leclerc und Sainz müssen lediglich bereits bekannte Teile validieren. Trotzdem sieht Leclerc ganz vorne McLaren vor Red Bull: "Dann wir und Mercedes, je nachdem, wie gut das Wochenende läuft. Aber Favoriten sind wir nicht."
Was trotzdem nicht heißt, dass Leclerc Ferrari prinzipiell in der Konstrukteurs-WM gegen McLaren und Red Bull als chancenlos sieht. "Ich denke noch immer, dass es eine kleine Möglichkeit gibt, dass wir in den Kampf eingreifen. Und das ist alles, was ich im Kopf habe. Ich sehe es nicht als ihren Kampf. Ich sehe es als unseren Kampf." Auch wenn Ferrari inzwischen 75 Zähler auf McLaren fehlen.



diese Formel 1 Nachricht