Im 1. Freien Training zum Italien GP 2024 waren alle Augen auf die beiden Neulinge Kimi Antonelli und Franco Colapinto gerichtet. Während Colapinto, der das gesamte Wochenende für Williams als Ersatz für Logan Sargeant bestreitet einen ordentlichen Einstand gab, flog Mercedes-Junior Kimi Antonelli schon auf seiner zweiten fliegenden Runde heftig hab [siehe Abschnitt Zwischenfälle].
Antonelli durfte im Training das Cockpit von George Russell übernehmen. Jedes Team muss pro Saison zwei Trainingssitzungen an einen Rookie abtreten. Der Italiener bekam den Einsatz nicht nur als Geschenk für seinen 18. Geburtstag, den er am vergangenen Sonntag feierte, sondern auch als Vorbereitung für 2025. Antonelli wird aller Voraussicht nach Lewis Hamilton ersetzen.
Die restliche Trainingssitzung auf dem Autodromo Nazionale wurde angesichts des Antonelli-Debüts fast zur Nebensache. Die Bestzeit auf dem komplett neu asphaltierten Kurs fuhr Max Verstappen. Der Weltmeister benötigte für die 5,793 Kilometer 1:21,676 Minuten und ließ damit Ferrari-Pilot Charles Leclerc hinter sich.
Das Ergebnis: Alle Piloten in den Top-10 fuhren ihre Bestzeiten auf den Soft-Reifen. Gut zwei Zehntelsekunden war Verstappen darauf schneller als Leclerc. Wenige Tausendstel dahinter reihte sich Lando Norris im McLaren ein. Mit knapp einer halben Sekunde Rückstand wurde Carlos Sainz Vierter. Der Spanier war lange Zeit auf Bestzeitkurs, nach einem Fehler in der Parabolica musste er seine Runde aber abbrechen.
Überraschend stark zeigte sich Valtteri Bottas im Sauber auf Rang fünf vor Oscar Piastri im zweiten McLaren und Lewis Hamilton im Mercedes. Alexander Albon, Sergio Perez und Fernando Alonso komplettierten die Top-10. Rookie Franco Colapinto landete auf Rang 17, Nico Hülkenberg nur auf Rang 19. Antonelli landete mit lediglich einer gezeiteten Runde auf dem letzten Platz.
Die Zwischenfälle: Nach zehn Minuten hielt die Mercedes-Garage den Atem an: Live im Worldfeed eingefangen, verlor Kimi Antonelli auf dem Weg zur Bestzeit in der Parabolica die Kontrolle über seinen Boliden. Nach dem Scheitelpunkt brach dem 18-Jährigen das Heck aus, der Silberpfeile drehte sich und schlug schließlich mit hoher Geschwindigkeit im Reifenstapel ein. Frontflügel und die rechte Fahrzeugseite wurden dabei völlig zerstört.
Antonelli konnte das Auto schnell aus eigener Kraft verlassen, musste aber aufgrund der Schwere des Einschlags mit dem Medical Car zurückgebracht werden. Für die Bergung des Fahrzeugs und die Reparatur des Reifenstapels musste das Training für zehn Minuten unterbrochen werden.
Immer wieder hatten Fahrer in der Schlusskurve Probleme mit plötzlich ausbrechenden Autos. Abgesehen von Antonelli konnten aber alle ihre Boliden ganz lassen. Knapp wurde es nur noch beim zweiten Rookie: In der Schlussminute musste Colapinto die Lenkung aufmachen und durchs Kies fahren. Der Zwischenfall blieb ohne Konsequenzen für ihn.
Die Technik: Alle zehn Teams haben für die schnellste Strecke im Formel-1-Kalender spezielle Teile im Gepäck. Front- und Heckflügel wurden fast von allen Teams auf minimalen Luftwiderstand getrimmt. Neben Strecken-spezifischen Änderungen brachte Ferrari ein größeres Update samt komplett neuem Unterboden. Neben mehr Abtrieb erhofft sich Ferrari damit auch, die Bouncing-Probleme zu lösen, die mit dem letzten großen Update aus Barcelona einhergingen.
Für den Hochgeschwindigkeitstempel brachten viele Teams auch frische Motoren. Bis auf Alexander Albon, der sein Motorenkontingent schon vor dem Wochenende ausgeschöpft hatte, bekamen alle Mercedes-befeuerten Piloten frische Triebwerke spendiert. Auch die Ferrari-Kunden Haas und Sauber setzten ihre letzten neuen Motoren der Saison ein. Damit hat einzig und allein Carlos Sainz das Motorenkontingent noch nicht ganz ausgeschöpft.
Das Wetter: Heiß. Unter wolkenlosem Himmel erwärmte sich die neue, tiefschwarze Asphaltdecke auf über 50 Grad Celsius. Das Quecksilber für die Umgebungstemperatur stieg auf 33 Grad Celsius. Für das 2. Freie Training der Formel 1 heute und für das restliche Wochenende werden ähnliche Bedingungen erwartet.



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