In der kommenden Saison geht Guanyu Zhou als erster chinesischer Formel-1-Pilot in der Geschichte an den Start. Begonnen hat er seine Karriere als Rennfahrer in seinem Heimatland China. Die Faszination für laute Autos habe ihn schon als kleines Kind gepackt, sagt Zhou im Exklusiv-Interview für die neue Printausgabe des Motorsport-Magazins.

Während seiner Zeit in den Nachwuchs-Formel-Serien konnte sich Zhou immer wieder mit Mick Schumacher messen. Zu Anfang ist Zhou, Schumacher davonfahren. Später jedoch hatte Schumacher klar die Nase vorn. Nun wird Zhou möglicherweise bei seinem Formel-1-Debüt in der gleichen Situation stecken wie Schumacher im vergangenen Jahr. Er trägt die hohen Erwartungen einer Nation auf seinen Schultern und sitzt in einem der schlechtesten Autos. Nun könnte der weniger versierte Formel-1-Zuschauer glauben, dass es Zhou an fahrerischem Talent fehlt, wobei das Auto meist die größere Rolle spielt. "Die Leute müssen das erst verstehen", sagt Zhou.

"Ich respektiere Mick sehr, auch weil wir beide in einer ähnlichen Situation sind", sagt Zhou über sein Verhältnis mit dem deutschen Rennfahrer. Schumacher konnte seinen Teamkollegen in der ersten Saison schlagen, ob das Zhou gelingen wird, ist fraglich.

Zhou: Erste Schritte im Motorsport

Die ersten Erfahrungen am Steuer sammelt Zhou auf einer Indoor-Kartstrecke. An diesen Tag erinnert sich Zhou wie folgt: "Es fühlte sich nicht so an, als wäre es das erste Mal für mich gewesen, ein Kart zu fahren."

Später gewinnt Zhou alle chinesischen Kartserien und seine Familie zieht, als er 12 Jahre alt ist nach Großbritannien. Die Konkurrenz in Europa sei jedoch auf einem anderen Niveau. Guanyu Zhou: "Wenn Du zuhause alles gewinnst, kommst du in Großbritannien nicht mal in die Nähe der Top-10." 2014 entdeckt ihn das Förderprogramm von Ferrari, diese Partnerschaft führt jedoch nicht zum Erfolg, verantwortlich dafür sei der Mangel an Streckenzeit, sagt Zhou.

Karriere im Formelsport

Foto: LAT Images

Deshalb wechselt der Chinese in die Talentschmiede von Renault. Doch auch mit dem neuen Partner bleibt der große Erfolg in den Nachwuchsserien aus. Lediglich in der asiatischen Formel 3 schafft es Zhou zum Gesamtsieg. Die Gründe für den mangelnden Erfolg könne sich Zhou selbst nicht erklären. Seine schwache Leistung in der Formel 3 kommentiert Zhou so: "Ich habe die Meisterschaft angeführt und dann habe ich plötzlich so viel Speed verloren."

Das ist einer der Gründe, weshalb Guanyu Zhou viel Kritik in der Formel-1-Welt erfährt. Andere Stimmen behaupten sogar, der Chinese fahre nur in der Formel 1, da er gut vermarktbar sei. Ihn lassen solche Äußerungen aber kalt: "Um ehrlich zu sein, finde ich das lustig und überraschend." Seine Ziele in der Formel 1 seien es in erster Linie, von seinem erfahrenen Teamkollegen Valtteri Bottas zu lernen und im besten Fall einige Punkte für sein Team einzufahren, so Zhou.

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