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Formel 1

Trotz Bestzeit in Saudi-Arabien: Hamilton warnt vor Red Bull

Lewis Hamilton bescherte Mercedes am Freitag in Jeddah zwei Bestzeiten. Weltmeister dennoch gewarnt. Max Verstappen und Red Bull im Qualifying eine Gefahr.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Mercedes legte am vorletzten Rennwochenende der Formel-1-Saison in Saudi-Arabien einen Auftakt nach Maß hin. Weltmeister Lewis Hamilton bezwang Titelrivale Max Verstappen gleich in beiden Trainings mit der Bestzeit. Valtteri Bottas machte die Vorstellung mit Platz zwei in der Abendsession perfekt. Die amtierenden Champions sind für das Rennen guter Dinger. Doch Hamilton warnt vor Red Bulls Qualifying-Pace.

"Wir sind nicht schlecht drauf, aber auf eine Runde sehen sie [Red Bull] ziemlich schnell aus und wir haben für morgen etwas Arbeit vor uns", so Hamilton, obwohl er in beiden Sessions die schnellste Rundenzeit markiert hatte. Am Nachmittag warf das Klassement allerdings einige Fragezeichen auf. Durch die schwierige Verkehrslage auf dem 6,175 Kilometer langen Stadtkurs waren die Runs auf dem weichen Reifen kaum aussagekräftig.

"Das ist hier definitiv schlimmer als an vielen anderen Orten, wo wir fahren. Es ist wie in Monaco, nur dass du mit viel höherer Geschwindigkeit auf die anderen Autos aufläufst. Dadurch bewegen wir uns in einem ziemlich gefährlichen Bereich", so Hamilton, der seine schnellste Zeit im zweiten Training wie Bottas mit dem Medium-Compound aufs Tableau zauberte.

Der Finne landete etwa eine halbe Zehntelsekunde hinter ihm und mühte sich auf der Suche nach einer freien Runde ebenfalls mit der Rush-Hour ab. "Der Verkehr ist hier manchmal ziemlich problematisch, weil du hier kaum Geraden hast und dich immer in einer Kurve befindest. Es gibt viele Stellen, die du nicht einsehen kannst", erklärt er.

Mercedes mit Auftakt nach Maß

So problematisch der Betrieb auf der neuen Rennstrecke zuweilen auch war, bei Mercedes lief am Freitag von Anfang an alles nach Plan. "Du startest immer mit einem Setup, das rein auf Simulationen und einem geschätzten Grip basiert und das kann dann sehr anders sein", so Bottas, der sich von der ersten Runde an wohlfühlte: "Wir haben wirklich nicht schlecht begonnen und waren gut dabei."

Im FP1 lag Hamilton hauchdünn vor Verstappen an der Spitze. Bottas folgte mit zwei Zehntelsekunden Rückstand. "Wir haben ein paar unterschiedliche Dinge am Setup ausprobiert. Auf eine Runde sind wir im Vergleich zu den anderen [Red Bull] nicht wahnsinnig schnell, aber unsere Longrun-Pace sieht nicht verkehrt aus", sagt Hamilton.

Saudi-Arabien malträtiert Soft-Reifen

Die für die Formel-1-Premiere in Saudi-Arabien errichtete Rennstrecke bot von Anfang an ein enorm hohes Gripniveau, wodurch der Faktor Reifen diesmal so gut wie gar nicht zum Tragen kam. Zwischen Medium und Hard konnten die Mercedes-Piloten kaum Unterschiede ausmachen. Lediglich der Soft-Compound leidet unter den schnellen Kurven.

"Der Soft-Reifen ist für die Hochgeschwindigkeitspassagen wohl etwas zu weich. Es fühlt sich so an, als ob der Reifen ein bisschen nachlässt", so Hamilton, dessen Eindruck von Bottas bestätigt wird: "Es gibt hier viele Highspeed-Abschnitte und der Soft-Reifen beginnt definitiv, nachzulassen."

Hamilton auf der Suche nach dem richtigen Setup

Obwohl der Titelverteidiger in Saudi-Arabien insgesamt besser in den Rhythmus fand, als es zuletzt in Katar der Fall war, gibt es bei ihm noch Fragezeichen. "Generell bin ich zufrieden, aber wir haben zwischen den Sessions einige Änderungen gemacht und ich weiß noch nicht, für was ich mich entscheiden soll. Wir werden das heute Abend anschauen und mit den Jungs in der Fabrik zusammenarbeiten, um morgen das richtige Setup zu haben."

Hamilton und Bottas waren bei der Fahrzeugabstimmung mit unterschiedlichen Ansätzen unterwegs. Damit sollten für die Setuparbeit alle relevanten Daten zur Verfügung stehen, wie Mercedes' leitender Ingenieur Andrew Shovlin sagt: "Die zweite Session stellte mit Blick auf die Pace auf einer Runde eine größere Herausforderung dar. Wir haben einige Ideen, wie wir das angehen können und wir werden unseren Simulator in Brackley über Nacht dazu nutzen, um ein paar Richtungen zu erforschen."


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