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Formel 1

Formel 1, Mercedes erleichtert: Hamilton-Pole statt Blödsinn

Lewis Hamilton unterstrich im Qualifying in Katar Mercedes' Momentum in der WM. Doch Wolff hat vorm Rennen ein mulmiges Gefühl. Dreckiges Racing absehbar.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton hat in der Schlussphase der Formel-1-Saison 2021 das Momentum auf seiner Seite. Die Pole Position des Weltmeisters in Katar war ein weiteres Ausrufezeichen im WM-Kampf gegen Red Bull und Max Verstappen. Der Brite und sein Team wollen im Rennen am Sonntag ihren Rückstand weiter verkürzen. Teamchef Toto Wolff hat genug vom verbalen Kriegsschauplatz.

"Mit diesem Auto ist es wirklich schwierig. Es ist wahrscheinlich eines der anspruchsvollsten Autos, was den Sweetspot angeht, auch in Bezug auf die Reifen", so Hamilton, der seiner Statistik in diesem Jahr nur bedingt gerecht wird. Für den Rekordhalter von 102 Pole Positions war der Qualifying-Erfolg in Doha erst der vierte in dieser Saison.

"Wir haben zusammen in den letzten Rennen einen wirklich guten Job gemacht, noch mehr aus dem Auto herauszuholen", lobt er die Arbeit seines Teams, die vom Rivalen Red Bull dieser Tage fast pausenlos auf dem Prüfstand steht. Sein Mercedes-Teamchef ist von den Querelen abseits der Rennstrecke reichlich genervt und über den sportlichen Erfolg dementsprechend erleichtert.

"Ich denke, es wird dem Blödsinn abseits der Rennstrecke etwas zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Wir müssen uns alle mehr auf das konzentrieren, was auf der Rennstrecke passiert", so der Österreicher am Mikrofon von Sky Sports F1. An diesem Samstag bedeutete das Geschehen auf der Rennstrecke einen üppigen Vorsprung von fast einer halben Sekunde auf Verstappen.

Hamilton von großem Vorsprung überrascht

"Wir hatten heute definitiv nicht erwartet, so einen großen Vorsprung zu haben. Es sah während der Session recht komfortabel nach etwa einer Zehntelsekunde aus", so Hamilton, der auch im Q1 und im Q2 an der Spitze lag. Im Finale des Zeittrainings ließ er Verstappen dann aber deutlich hinter sich.

"Meine Runden waren wirklich sehr sauber, ohne Fehler. Die letzte war besonders gut", so der 36-Jährige. "Ich wusste nicht einmal, dass ich mit der letzten Runde so viel Zeit herausgeholt hatte. Normalerweise haben wir im letzten Run im Q3 immer unsere Schwierigkeiten. Aber die letzten paar Rennen ist es mir gelungen, eine schöne Runde zusammenzubringen. Es fühlt sich toll an."

Ein gutes Gefühl gibt die Ausgangslage nach dem Qualifying auch seinem Teamchef. Dass Bottas nach starken Trainings nicht den Sprung in die erste Startreihe schaffte, begrüßt Wolff: "Eins und drei ist das Szenario, das wir uns ausgesucht hätten. Wir stehen auf der sauberen Seite."

Wolff fürchtet nach Brasilien dreckige Manöver

Was die Startphase angeht, hat er nach den Geschehnissen in Brasilien allerdings ein mulmiges Gefühl. "Meiner Ansicht nach kannst du jetzt einfach in eine Kurve reinhalten und das andere Auto von der Linie fahren. Das könnte in Zukunft zu einigen dreckigen Manövern führen", fürchtet Wolff.

Die Fahrerbesprechung am Freitag sollte hinsichtlich der Etikette auf der Rennstrecke eigentlich für Klarheit sorgen, doch Hamilton erleuchteten die Erklärungen von Rennleiter Michael Masi offenbar nicht. "Es ist immer noch nicht klar, was die Track-Limits sind. Die weiße Linie ist es beim Überholen eindeutig nicht mehr", so der siebenfache Champion.

Nach dem umstrittenen Zweikampf mit Verstappen in Interlagos, ist er bereit sich an den Stil des Gegners anzupassen. "Davon gehe ich aus", sagt er. "Wir haben nur nach Beständigkeit verlangt. Wenn es in diesem Rennen dasselbe ist wie im letzten, dann sollte natürlich für uns alle in diesem Szenario dasselbe gelten. Und das ist in Ordnung."


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