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Formel 1

Formel 1, Nach Gasly und Albon: Perez löst Red-Bull-Rätsel

Sergio Perez scheint den ewigen Red-Bull-Fluch bezwungen zu haben. Eigenes Setup bringt Mexikaner zurück in die Spur. Team hofft auf Bestform im WM-Kampf.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Sergio Perez hat in der Formel 1 zuletzt einen starken Aufwärtstrend gezeigt. Der Mexikaner hatte nach seinem Wechsel zu Red Bull lange Zeit Probleme, mit dem RB16B sein Potential voll zu entfalten. Wie seine Vorgänger schien auch er mit dem auf Max Verstappen maßgeschneiderten Charakter des Autos nicht zurechtzukommen. Mittlerweile hatte der Routinier offenbar seine eigenen Vorstellungen von der Fahrzeugabstimmung durchgesetzt - und das mit Erfolg.

"Ich denke, wir haben es geschafft ein Setup zu finden, das für ihn funktioniert und es geschafft, das Auto etwas mehr auf seinen Fahrstil zu optimieren", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Nach einem soliden Saisonstart rutschte Perez im Sommer in eine Krise, durch die Red Bull in der Gesamtwertung signifikant an Boden verlor.

Zwischen Silverstone und Sotschi betrug seine Punkteausbeute lediglich 16 Zähler in sechs Rennen. Die Leistung des zweifachen Grand-Prix-Siegers schwankte und auch das Glück fehlte im entscheidenden Moment, wie zum Beispiel auf dem Weg zum Podium in Russland. Doch Perez blieb trotz der Rückschläge stets zuversichtlich, das Ruder herumreißen zu können.

Red Bull baut im WM-Kampf auf Perez

"Ich denke, es ist sein Selbstvertrauen. Es ist in den letzten paar Rennen gewachsen. Er war in Monza und Sotschi stark und hätte in beiden Rennen auf dem Podium landen sollen", so Horner. Das Team hatte Perez wenige Wochen zuvor trotz der Schwierigkeiten sein Vertrauen ausgesprochen, indem der Vertrag für 2022 verlängert wurde.

Bei den Rennen in der Türkei und in den USA rechtfertigte er die Entscheidung, indem er die Durststrecke mit zwei dritten Plätzen beendete. Vor allem seine Vorstellung in Austin beeindruckte Horner. "Für Checo war es wirklich eines seiner stärksten Wochenenden in diesem Jahr. Er war in jeder Session stark und hätte fast die Pole geholt. Er war das gesamte Wochenende konkurrenzfähig", lobt der Brite seine Nummer zwei.

In der Konstrukteurswertung verkürzte Red Bull in den USA erstmal seit vier Rennen wieder den Rückstand auf Mercedes. Fünf Rennen vor dem Ende der Saison liegen die Herausforderer 23 Punkte hinter den Titelverteidigern. Für Red Bull wird es von entscheidender Wichtigkeit sein, dass Perez seine Form im Endspurt konservieren kann. "Wir sind darauf angewiesen, dass er in dieser Phase des Jahres abliefert. Vor uns stehen ein paar wichtige Rennen", mahnt Horner.

Perez vor Heimrennen in Mexiko zuversichtlich

Die nächste Station im Kalender ist für Perez zweifelsohne eines der wichtigsten Rennen seiner Formel-1-Laufbahn. Nach zwei Jahren kehrt die Königsklasse wieder nach Mexiko zurück und erstmals in seiner Karriere tritt er in seinem Heimatland mit Top-Material an. Mit Force India beziehungsweise Racing Point zeigte er sich in Mexico City stets in guter Form. In fünf Rennen fuhr er vier Mal in die Top-10.

In den Farben von Red Bull erhofft sich der Lokalmatador deutlich mehr. "Ich denke wir haben ein gutes Paket. Wir werden dort stark sein", sagt der 31-Jährige. In den Jahren 2017 und 2018 war Red Bull mit Verstappen auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez siegreich. "Für gewöhnlich ist Red Bull in Mexiko extrem stark. Ich freue mich sehr darauf und hoffe wirklich, dass wir wieder auf das Podium fahren können."


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