Beim Rennwochenende in Zandvoort sind alle Augen auf Max Verstappne gerichtet. Der Niederländer und Red Bull konnten einen soliden Start in das Wochenende hinlegen und sahen am Freitag vor allem auf den Longruns stark aus. Bei der auf dieser Strecke besonders wichtigen Qualifying-Pace hapert es jedoch noch etwas. Red Bull ist sich jedoch sicher, die Probleme noch in den Griff zu bekommen. Vor allem Red Bull-Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko lehnt sich bereits ein wenig aus dem Fenster.

Verstappen bei Heim-GP unter Druck: Keine Pole wäre enttäuschend

Der Niederlande GP hat mit Max Verstappen einen Hauptprotagonisten. Zehntausende Verstappen-Fans waren bereits am Freitag auf den Tribünen zu sehen, um ihren Lokalmatador anzufeuern - ein orangenes Meer erstreckte sich über den Circuit Park Zandvoort.

Selbst Red-Bull-Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko ist von der Atmosphäre beeindruckt. "Das ist eine unglaubliche Anerkennung seiner sportlichen Leistungen und damit musst du leben. Das musst du aber auch rechtfertigen. Das heißt, dass da schon Druck da ist", erklärt Dr. Helmut Marko gegenüber Motorsport-Magazin.com. Max Verstappen müsse also abliefern, so der Österreicher: "Wenn wir morgen nicht auf der Pole stehen, dann ist das eine Enttäuschung." Aussagen, die auch in Zusammenhang mit einem grundsätzlich positiven Trainingsfreitag stehen.

Dr. Marko betonte in dieser Saison allerdings bereits mehrmals, dass Max Verstappen persönlich einen Schritt nach vorne gemacht hat. Der Neiderländer könne nun besser mit Druck umgehen. Verstappen selbst scheint die Rückendeckung seiner Anhänger positiv aufzunehmen: "Ich genieße es, das ganze Orange zu sehen.

Red Bull mit Problemen bei Shortruns

Damit der Auftirtt vor heimischer Kulisse gelingt, muss Red Bull auf allerdings noch eine Schippe drauflegen. Zumindest in den Longruns schien der RB16B noch nicht ganz bei der Musik zu sein. Lediglich die fünftschnellste Zeit sprang für Verstappen am Nachmittag heraus.

Wie Verstappen erklärt, lag dies allerdings vor allem daran, dass er immer wieder mit Verkehr zu kämpfen hatte. Eine saubere Runde gelang Verstappen daher nicht. Bei zwieten Versuchen machten vor allem die Reifen einen Strich durch die Rechnung.

"Ich glaube nicht, dass der Shortrun auf unsere Seite sehr repräsentativ ist, weil nach einer Runde fallen die Reifen schon etwas ab", blickt Verstappen zurück. Dr. Marko unterstreicht die Aussagen seines Piloten: "Sobald die Reifen warm sind, kommst du da eigentlich nicht mehr runter." Der Grazer erklärt, ohne den Dreher von Mazepin hätte Verstappen die Zeiten von Bottas mitgehen können.

Verstappen erhält an diesem Wochenende viel Unterstützung vonseiten der Tribünen, Foto: LAT Images
Verstappen erhält an diesem Wochenende viel Unterstützung vonseiten der Tribünen, Foto: LAT Images

Doch auch abgesehen vom Verkehr lief der Bolide von Verstappen auf eine Runde noch nicht ganz optimal. Der RB16B hatte viel untersteuern, wie Helmut Marko erklärt. Besorgt ist Red Bull in Hinscht auf das Qualfiyng am Samstag allerdings noch nicht. "Wir wissen ja, wo es fehlt. Ist ja nichts essentielles", so Dr. Marko. Ein Tatsache, die die gezeigten Probleme jedoch nicht schmälert, ist, dass vor allem das Qualfying an diesem Wochenende eine wichtige Rollen spielen dürfte, der Kurs in Zandvoort bietet nämlich nur wenige Überholmöglichkeiten.

Dr. Helmut Marko: Bei Rennpace 'überlegen'

Anders sehe es dagegen in Sachen Rennpace aus. Verstappen bewegte sich auf den Softs konstant im niedrigen 1:15er Bereich. "Ich weiß nicht genau, wie viele Runden wir auf den Softs gefahren sind, es waren aber mit Abstand die meisten und da waren wir im Schnitt zwei bis vier Zehntel schneller als alle anderen. Auch Pérez war da wieder bei der Musik", zeigt sich Helmut Marko zufrieden. "Im Longrun, also beim konservativen Fahren, waren wir bei weitem die schnellsten."

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Dass der Bolide von Verstappen und Sergio Pérez im Longrun, nicht aber auf eine Runde gut funktionierte, weise Laut Helmut Marko jedoch darauf hin, wo die Probleme begraben sind: "Wenn du im Longrun bei verhaltener Form schnell bist, dann zeigt das dir, dass wir die Reifen im Short-Run überfahren."