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Formel 1

Formel 1, Frankreich-Qualifying: Verstappen bezwingt Hamilton

Max Verstappen fährt im Qualifying in Le Castellet auf Pole Position. Lewis Hamilton liefert harten Kampf. Vettel verpasst Top-10, Schumacher crasht ins Q2.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen startet beim Formel-1-Rennen in Frankreich am Sonntag von der Pole Position. Der WM-Leader verwies im Qualifying in Le Castellet Titelrivale Lewis Hamilton nach einem intensiven Schlagabtausch auf Startplatz zwei. Für den Red-Bull-Pilot ist es die zweite Pole Position der Saison und die fünfte seiner Karriere. Sebastian Vettel verpasste als Zwölfter die Top-10. Mick Schumacher musst nach einem Unfall aufgeben, feierte mit Platz 15 aber dennoch sein bestes Zeittraining in der F1.

Im Finale des Qualifyings setzten bis auf Alonso und Ricciardo alle Fahrer für den ersten Run auf den bei heißen Bedingungen kritischen Soft-Compound. Verstappen legte auf dem weichen Reifen mit 1:30.325 Minuten die erste Bestzeit vor. Hamilton reihte sich mit vier Zehntelsekunden Rückstand als Zweiter ein. Dahinter folgten Perez und Bottas.

Bei den Verfolgern bestätigte Sainz als Fünfter seine starke Form auf dem Circuit Paul Ricard. Hinter dem Spanier folgten Norris, Alonso, Leclerc, Ricciardo und Gasly. Letzterem wurde seine Rundenzeit aberkannt, weil er die Track Limits missachtet hatte. Dadurch stand der AlphaTauri-Pilot vor dem Showdown ohne gültige Zeit da.

Für den letzten Run zogen alle Fahrer den weichen Reifen auf. Verstappen legte mit einer absoluten Bestzeit im ersten Sektor los, doch der hinter ihm fahrende Hamilton war in diesem Streckabschnitt hauchdünn schneller. Verstappen verbesserte seine Rundenzeit noch einmal um drei Zehntelsekunden. Sein WM-Rivale musste sich trotz des starken ersten Sektors um zweieinhalb Zehntelsekunden geschlagen geben.

Hinter dem Spitzenduo tauschten Bottas und Perez die Positionen. Der Finne drehte mit seiner letzten Runde noch einmal das Duell gegen den Mexikaner. Sainz blieb Fünfter vor Gasly, der mit seinem einzigen Schuss sein Qualifying rettete. Leclerc, Norris, Alonso und Ricciardo rundeten die Top-10 ab.

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: -
Top-5: Verstappen, Hamilton, Bottas, Perez, Sainz

Q2 in Frankreich: Vettel scheitert an den Top-10

Das war Q2: Zu Beginn des zweiten Durchgangs setzte das Feld bis auf eine Ausnahme auf den Medium-Reifen. Einzig Russell ging auf dem Soft-Compound auf die Strecke. Schumacher nahm nach seinem Unfall nicht teil. Das Red-Bull-Duo gab mit Perez und Verstappen an der Spitze den Ton an. Erster Verfolger war Sainz, der Bottas auf Platz vier verdrängte. Hamilton musste sich als Sechster hinter Gasly anstellen.

Der Brite legte eine zweite schnelle Runde nach und knackte damit die Bestzeit von Perez um zwölf Tausendstelsekunden. Die Alpine-Fahrer setzten nach der Konkurrenz ihre ersten Rundenzeiten. Alonso reichte sein erster Versuch für Rang acht, Ocon war zunächst Zehnter, wurde dann aber von Norris aus den Top-10 gedrängt. Der McLaren-Pilot hatte seine erste Rundenzeit aufgrund eines Verstoßes gegen die Track-Limits in Turn sechs verloren und noch einmal Anlauf genommen.

In den Schlussminuten waren Perez, Ricciardo und Giovinazzi auf dem Soft-Reifen unterwegs. Beim Mexikaner handelte es sich um die Generalprobe für das Q3, während seine Verfolger aus dem Mittelfeld auf dem weichen Reifen ihr Ticket für das Finale lösen wollten. Bottas und Hamilton machten bei ihren letzten Runden auf Medium ernst und schoben sich auf die ersten beiden Positionen.

Die letzten Runs brachten keine großen Verschiebungen mit sich. Sainz, Gasly, Norris, Alonso, Leclerc und Ricciardo zogen hinter den Top-Teams ins Q3 ein. Ocon blieb auf Platz elf die Teilnahme versagt. Mit dem Franzosen schieden Vettel, Giovinazzi und Russell aus.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: -
ausgeschieden: Ocon, Vettel, Giovinazzi, Russell, Schumacher
Top-5: Bottas, Hamilton, Perez, Verstappen, Sainz

Q1 in Frankreich: Schumacher crasht mit Ticket für Q2

Das war Q1: Die Teams zögerten beim Umschalten der Ampel nicht lange und schickten ihre Fahrer früh auf die Strecke. Bis auf das Alpine-Duo war das gesamte Feld innerhalb der ersten zwei Minuten unterwegs. Die Zeitenjagd wurde jedoch kurz darauf gestoppt. Tsunoda drehte sich in Kurve eins und schlug mit dem Heck leicht an der Streckenbegrenzung an.

Bei seinem Abflug starb dem Japaner der Motor ab. Aufgrund des gestrandeten AlphaTauri unterbrach die Rennleitung die Session mit der roten Flagge. Tsunoda gelang es, das Auto zu starten, scheiterte aber dabei den ersten Gang einzulegen. Nach einigen Minuten gab der Rookie auf und stieg aus dem Cockpit.

Das Q1 wurde nach der Räumung der Unfallstelle mit 14 Minuten Restzeit ein zweites Mal gestartet. Erneut bildete sich am Boxenausgang eine lange Schlange mit fast allen der 19 verbliebenen Fahrern. Das Ferrari-Duo legte die ersten Rundenzeiten der Session vor, doch der erste Schlagabtausch ging an Verstappen. Er nahm seinen Verfolgern Perez, Bottas und Hamilton über eine halbe Sekunde ab.

Vettel überraschte mit Position sieben nach den ersten Runs auf dem Soft-Reifen. Mick Schumacher war als 13. ebenfalls stark platziert. An der Spitze verbesserte sich Hamilton noch einmal und rückte auf zweieinhalb Zehntelsekunden an Verstappen heran. In den Schlussminuten blieben die Top-Teams in den Garagen, während das Mittelfeld um den Einzug in die zweite Runde kämpfte.

Der Zeitenmonitor zeigte ab Position elf fast ausschließlich persönlich Sektorbestzeiten, doch der Showdown blieb aus. Schumacher drehte sich in Kurve sechs und schlug in die Leitplanke ein. Die Offiziellen ließen erneut die roten Flaggen schwenken, womit das Q1 vorzeitig beendet war. Der Haas-Pilot kam dadurch als 14. weiter. Räikkönen und Stroll wurden hingegen um ihre letzte Chance gebracht, ins zweite Segment einzuziehen.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Tsunoda und Schumacher sorgen mit Unfällen für zwei rote Flaggen
ausgeschieden: Latifi, Räikkönen, Mazepin, Stroll, Tsunoda
Top-5: Verstappen, Hamilton, Perez, Bottas, Norris

Das Wetter: Die Hitze hatte Le Castellet auch am Samstagnachmittag fest im Griff. Die Außentemperatur betrug 30 Grad Celsius. Der Asphalt war mit 44 Grad Celsius ähnlich heiß wie in den Trainings und stellte die Teams damit vor keinerlei Überraschungen.


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