Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Zak Brown wünscht sich mehr Freiheiten bei Fahrzeugentwicklung

McLaren-CEO Zak Brown wünscht sich in der Formel 1 ein lockeres Reglement. Die Budgetobergrenze würde derartige Überlegungen tatsächlich möglich machen.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Die Einführung einer Budgetobergrenze zählt in der Formel 1 zu den gravierendsten Änderungen der vergangenen Jahre. In Kombination mit dem neuen technischen Reglement ab der Saison 2022 verspricht sich die Königsklasse engeres Racing und damit auch deutlich spannendere Rennen. Das dichte Reglement ist vielen aber gleichzeitig ein Dorn im Auge. Auch McLaren-Boss Zak Brown wünscht sich wieder deutlich mehr Freiheiten in Sachen Fahrzeugentwicklung. Der Budget Cap, der 2021 bei umgerechnet 133 Millionen Euro liegt, würde solch ein Szenario möglich machen.

Brown: Unterscheide aktuell kaum sichtbar

Das neue technische Reglement der kommenden Saison wird mit viel Spannung erwartet. Doch nicht jeder steht diesem auch positiv gegenüber: "Meine größte Frustration sind die technischen Limitierungen, die wir jetzt haben", so Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey. Große Spielereien seien generell schon länger nicht mehr drinnen. "Ich habe die Ära verpasst, in der dir vom Regelwerk deutlich weniger Restriktionen auferlegt wurden als heute", führt der Brite aus und kritisiert damit auch die aktuelle Boliden-Generation.

McLaren-CEO Zak Brown bemängelt das engmaschige technische Reglement dieser Tage ebenfalls: "Wenn du die Lackierung von den Autos herunternimmst, dann würden wir sie voneinander unterscheiden können, weil wir sie andauernd studieren. Sie haben aber definitiv nicht mehr die Design-Charakteristiken und Unterschiede, die früher gut sichtbar waren."

Damit spricht der gebürtige US-Amerikaner die Formel-1-Boliden des vorherigen Jahrhunderts an: "Wenn du in die Startaufstellung gegangen bist, dann hast du dort einen Williams, Benetton, McLaren oder Ferrari gesehen, die komplett unterschiedlich ausgesehen haben."

Der McLaren-Boss wünscht sich für die Ingenieure der einzelnen Formel-1-Teams daher wieder eine deutlich größere Spielwiese. "Mehr kreative Freiheit würde erlauben, dass es verschiedene Ansätze und Konzepte gibt. Das aktuelle Regelbuch ist so eng geschnürt, dass die Unterscheide in den verschiedenen Bereichen für das nackte Auge kaum sichtbar sind", so Brown. Zudem würden unterschiedliche Konzepte auch andere Bereich der Königsklasse, wie Fahrzeugpräsentationen, wieder deutlich interessanter machen.

Die aktuellen Formel-1-Renner unterscheiden sich fast nur im Detail - Foto: LAT Images

Budget Cap als entscheidender Faktor

Für Zak Brown liegen diese Überlegungen sogar im Bereich des Möglichen. Grund dafür sei die in den vergangenen Jahren eingeführte Budgetobergrenze: "Ich glaube, jetzt wo wir ein Budget Cap haben, würde ich das Reglement etwas auflockern. Schließlich kannst du nicht mehr als die festgelegte Summe ausgeben."

Mehr Freiheiten würden in diesem Fall also weniger Risiken für kleinere Teams bedeuten, da Rennställe wie Mercedes oder Ferrari nicht mehr Unmengen an Geld in die Entwicklung stecken könnten. In dieser Hinsicht würde es vor allem um Effizienz gehen. "Weil wir eine Kostenkontrolle haben, würde es vor allem auf das menschliche Gehirn ankommen", ergänzt Brown. Wirklich realistisch ist ein solches Szenario in Hinblick auf die kommenden Jahre jedoch nicht, zumal das neue Reglement für die Saison 2022 seit langem steht.