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Formel 1

Formel 1, wegen neuer Regeln: Wolff kündigt öde Saison 2022 an

In der Formel-1-Saison 2022 wird es ein neues technisches Reglement geben. Mercedes-Teamchef Toto Wolff glaubt, dass sie keine Spannung bringen.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Die Fans lecken sich die Finger nach den ersten beiden Rennen der Formel-1-Saison 2021. Die Mercedes-Dominanz der Vorjahre scheint gebrochen zu sein. Beim Großen Preis von Bahrain und dem Emilia Romagna GP gab es einen engen Zweikampf zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen um den Sieg. Beide Piloten haben je ein Rennen gewonnen. Es könnte ein enger Kampf um den WM-Titel entstehen.

Red Bull hat nicht nur auf Mercedes aufgeschlossen, sondern den Seriensieger der Vorjahre laut der Einschätzung von Mercedes-Teamchef Toto Wolff sogar überholt. Den Saisonauftakt in Bahrain habe der Rennstall mit Hilfe des Renngotts gewonnen, meint er. Verstappen ließ sich wieder hinter Hamilton zurückfallen, nachdem er ihn überholt, dabei aber die Track Limits überschritten hatte.

Eine hohe Leistungsdichte sorgt auch auf den Verfolgerpositionen für Würze. Beim Rennen in Imola waren Lando Norris (McLaren) und Charles Leclerc die besten Fahrer hinter dem Führungsduo. Im Qualifying belegte Pierre Gasly im AlphaTauri-Boliden zum zweiten Mal in Folge den fünften Platz.

Die Formel-1-Anhänger sollten die aktuelle Saison genießen. Denn schon im kommenden Jahr könnte das Teilnehmerfeld wieder stärker auseinandergezogen sein. Das befürchtet zumindest Wolff. "Wir haben es immer gesagt und es ist einfach ganz logisch: Wenn Du die Regeln behältst, konvergiert das Feld. Denn für die, die vorne sind, werden die Gewinne einfach immer geringer, selbst mit höherem Aufwand. Irgendwann werden die Teams, die hinten dran sind, die steile Formkurve weiterführen und dann gibt es die Konvergenz. Wenn du dir das Qualifying anschaust, war das tip top", sagt der Mercedes-Motorsportchef.

Am vergangenen Samstag folgte auf Pole-Setter Hamilton das von Sergio Perez angeführte Red-Bull-Paar mit weniger als einer Zehntelsekunde Rückstand auf den Spitzenreiter. Bei der Qualifikation zum Emilia Romagna GP im Vorjahr sah das Kräfteverhältnis noch anders aus. Damals hatte Hamilton auf Platz zwei bereits einen Rückstand von knapp 0.1 Sekunden auf seinen Teamkollegen Valtteri Bottas, der die Bestzeit fuhr. Verstappens Rundenzeit war 0.567 Sekunden langsamer. Das reichte für Startplatz drei. Mit diesem Rückstand wäre er in diesem Jahr Achter geworden.

Wolff befürchtet die nächste Dominanz

Die wesentlichste Änderung an den Formel-1-Autos der Saison 2021 ist der vor den Hinterrädern veränderte Unterboden. Ansonsten sind die technischen Eckdaten größtenteils unverändert geblieben. "So wie ich der Meinung war, dass das die Richtung ist, die wir gehen sollten, verspreche ich, dass wir nächstes Jahr eine Situation mit einem weit auseinander gerissenen Feld haben werden", prognostiziert Wolff. "Vielleicht wird dann Mercedes nicht vorne sein. Aber wir werden wieder an der vorherigen Situation angekommen sein."

Wegen dieser Drohung lachen Vettels Gegner: Völliger Blödsinn!: (10:00 Min.)

Die Geschichte gibt dem Österreicher recht. 2009 setzte sich Brawn GP dank Hondas Vorarbeit an die Spitze und zehrte trotz ausbleibender Weiterentwicklung so lange vom Vorsprung, dass das Team mit Jenson Button den WM-Titel gewann. Die darauffolgende Red-Bull-Dominanz mit Sebastian Vettels vier WM-Siegen in Folge wurde 2014 gebrochen, als unter anderem die komplexen Power Units erstmals eingesetzt wurden.

Reglementumbruch im kommenden Jahr

Im kommenden Jahr steht die Formel 1 vor einer Regelrevolution. Es wird unter anderem die Aerodynamik beschnitten. Die Einbußen beim Abtrieb sollen durch einen ausgefeilteren Unterboden zumindest teilweise kompensiert werden. Eigentlich war es geplant, das neue technische Reglement bereits 2021 einzuführen. Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie einigten sich die Teams, die FIA sowie die Formel-1-Organisation im vergangenen Jahr darauf, die aktuelle Saison mit den Vorjahresautos zu bestreiten.


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