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Formel 1, Sainz: Ferrari zurück auf die Siegerstraße führen

Ferrari-Pilot Carlos Sainz hat verraten, was er an seinem Teamkollegen bewundert und wie Max Verstappen seine bisherige Karriere geprägt hat.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Bei Ferrari zu unterschreiben, ist der Traum vieler Formel-1-Fahrer. Schließlich ist die Scuderia das erfolgreichste Team der Formel-1-Geschichte. Dieser Traum ist für Carlos Sainz vor kurzem in Erfüllung gegangen. Der Spanier wechselte aus Woking nach Maranello, steht angesichts der letztjährigen Ferrari-Horrorsaison allerdings vor einer denkbar schwierigen Aufgabe. Zumal sein Stallgefährte Charles Leclerc zu den heißesten Eisen der Formel 1 zählt.

Vor dem Großen Preis der Emilia-Romagna in Imola offenbarte Carlos Sainz, dass es sein klares Ziel sei, Ferrari wieder zurück auf die Siegerstraße zu führen. Dieser fügte hinzu, dass er Charles Leclerc für seine bewiesene Stärke bewundere. Als Teamkollege stellt der Monegasse aber gleichzeitig natürlich auch den größten Rivalen des Spaniers dar. Sainz ist sich jedoch sicher, dass er die Herausforderungen bei Ferrari bewältigen kann. Besonders Max Verstappen, der bei Toro Rosso 2015 zusammen mit Sainz auf Punktejagd ging, habe ihn in der Formel 1 wachsen lassen.

Vergangenheit von Charles Leclerc bewundernswert

Carlos Sainz kann auf ein starkes Ferrari-Debüt zurückblicken. Der Spanier machte beim gesamten Rennwochenende einen soliden Eindruck und konnte in seinem ersten Rennen für Ferrari mit Position acht direkt in die Punkte fahren. Ein gutes Endresultat, auf dem Sainz nun aufbauen möchte. "Der achte Platz ist nichts Besonderes, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell an das Auto und Team gewöhnen würde. Im Auto war ich direkt schnell, möchte aber natürlich noch mehr herausholen", so Sainz gegenüber 'Corriere della Sera'.

Im teaminternen Duell behielt Leclerc in Bahrain die Oberhand. Der Monegasse beendete das Rennen zwei Positionen vor dem Spanier, was dieser vor dem kommenden Grand Prix in Imola dennoch gelassen sieht. Es sei normal, dass er noch nicht derselbe Carlos sei, wie beim 40. Grand Prix bei McLaren. Laut Sainz gebe es zudem noch viele Abläufe, die er jetzt lernen müsse. Für seinen Stallgefährten fand Sainz nur bewundernde Worte: "Er [Charles Leclerc] hat seinen Freund, Jules Bianchi, und auch seinen Vater verloren. Diese schwierigen Momente haben ihn aber stärker gemacht. Darum bewundere ich ihn so."

Auch in Hinblick auf seine Zukunft bei Ferrari fand Sainz klare Worte. "Ich möchte in Maranello so lange bleiben wie möglich", zeigt sich der neue Ferrari-Mann zuversichtlich. Sich bei Ferrari durchzusetzen gehört bekanntermaßen aber nicht zu den leichtesten Aufgaben, wie Formel-1-Direktor Rob Smedley unlängst verdeutlichte.

In dem Podcast 'F1 Nation' warnte der ehemalige Ferrari-Renningenieur den Spanier davor, mit zu viel Brechstange in seine Ferrari-Zeit beziehungsweise das Teaminterne-Duell zu gehen. "Das Schlimmste, das Carlos Sainz tun könnte, wäre mit dem Statement ins Team zu kommen, Leclerc zu schlagen und sich den Nummer-1-Status zu sichern. Das funktioniert nicht. Der Druck würde immens steigen und die anstehenden Aufgaben unüberwindbar machen", so Smedley.

Sainz musste sich 2015 gegen den heutigen Red-Bull-Piloten Verstappen behaupten - Foto: Sutton

Verstappen als Vorbereiter für kommende Aufgaben

Carlos Sainz ist sich dennoch sicher, dass er aus dem richtigen Material geschnitzt ist, um diese Herausforderung zu bestehen und Ferrari wieder voranzubringen. Entscheidend dafür sei seine Debütsaison 2015 gewesen, in der Sainz als Teamkollege von Max Verstappen antrat. Der Niederländer galt schon damals als eines der größten Formel-1-Talente. "Man konnte sofort erkennen, dass Max [Verstappen] etwas Besonderes ist und dass er sehr außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt. Mit ihm mitzuhalten, gab mir viel Selbstvertrauen, um in der Formel 1 weiter zu machen. Ich wusste, dass ich in der richtigen Position war, um es mit jedem aufnehmen zu können."

Das in seiner Karriere erworbene Selbstvertrauen möchte Sainz nun nutzen, um Ferrari wieder in die richtige Spur zu bringen. Der Spanier steht dabei auch einigen Kritikern gegenüber, die ihre Zweifel an der jüngsten Ferrari-Fahrerpaarung seit 1968 haben. "Manche Leute glauben, dass wir zu jung sind, um bei Ferrari zu fahren, aber ich bin 26 und das ist bereits meine siebte Formel-1-Saison. Ich habe die Fähigkeiten dazu, um das Team wieder auf die Siegerstraße zu führen. Charles [Leclerc] hat seine Bedeutung für das Team bereits bewiesen. Wir pushen hart, sind oft bei den Ingenieuren und Mechanikern oder auch im Simulator. Zwei junge Fahrer bringen viel Energie und Siegeswillen."