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Formel 1

Formel 1, Vettel im Technik-Pech: Vor 10 Jahren Panik geschoben

Sebastian Vettel erlebte mit seinem neuen Formel-1-Team Aston Martin ein wahres Test-Debakel. Warum er vor dem Saisonstart trotzdem keine Panik schiebt.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Auch am dritten und letzten Testtag der Formel 1 in Bahrain war Sebastian Vettel vom Technik-Pech verfolgt. Nur 56 Runden konnte der Heppenheimer drehen, ehe ein Problem mit dem Ladedruck seinen Testtag rund anderthalb Stunden vor dem offiziellen Testschluss beendete.

Schon am Vortag kam er nach einem Getriebewechsel auf lediglich zehn Runden. Und auch am ersten Tag musste er nach einem kleineren Problem unplanmäßig in die Garage geschoben werden. Insgesamt drehte Vettel so nur 117 Runden. Räikkönen fuhr allein am letzten Tag, den er sich allerdings nicht mit dem Teamkollegen teilen musst, satte 166 Runden.

Dass mit Getriebe und Motor ausgerechnet zwei Mercedes-Komponenten an Vettels Aston Martin versagten, will er nicht zu hoch hängen: "Schlussendlich sind diese Teile noch immer in unser Auto eingebaut."

"100 Runden mehr wären schön", konstatierte Vettel nach dem verpatzten Auftakt mit seinem neuen Rennstall. "Wir hatten mehr Runden geplant, aber es lief nicht alles nach Plan." Der 33-Jährige sieht deshalb noch Potential - überall: "Es gibt noch eine Menge, die ich und wir verbessern können. Wir müssen noch viel lernen. Speziell ich persönlich werde in den ersten Rennen eine steile Lernkurve haben."

Vettel: Niemand in drei Tagen auf Speed

Dabei sei er aber nicht allein. "Niemand kann nach drei Testtagen wieder auf dem Speed sein, den er nach 17 Rennwochenenden hatte. Bei manchen dauert es dann länger, bei manchen geht es schneller", so Vettel. Bei ihm wird es aber vor allem ob des Teamwechsels etwas länger dauern.

"Es ist ein anderes Umfeld, ein anderes Auto, ein anderer Motor", zählt Vettel auf. "Ich genieße das. Aber ich muss die Leute noch besser kennenlernen. Vielleicht ist es das Alter, vielleicht die Erfahrung, aber vor zehn Jahren hätte ich vielleicht Panik geschoben. Ich bin aber ein bisschen gefahren. Klar, es hätte besser laufen können, aber auch schlechter."

Eingewöhnungszeit braucht der Deutsche nicht nur mit dem Lenkrad, sondern auch mit der Lenkung. Da es in der Formel 1 Servolenkung gibt, ist die Unterstützung von Team zu Team anders. "Das Feedback, dass die Lenkung gibt, ist daher unterschiedlich", so Vettel.

Gleiches gilt für das Fahrzeugkonzept. Während Vettel bei Ferrari mit viel Bodenfreiheit am Heck unterwegs war, verfolgt Aston Martin das Mercedes-Konzept mit niedrigem Anstellwinkel des Autos. Wie schon am Vortag gab sich Vettel hier geheimnisvoll: "Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber das ist sehr interessant für mich."

Keine schnelle Runde im Aston Martin: Vettel nicht besorgt

Besonders bitter an den zahlreichen technischen Gebrechen: Aston Martin gab zahlreiche Reifensets ungenutzt an Pirelli zurück. Dabei waren auch weiche Reifen, mit denen Vettel schnelle Runden hätte drehen sollen. Die fielen beim vierfachen Weltmeister komplett aus. Seine schnellste Runde von 1:33,742 ist deshalb nicht repräsentativ.

Vettel nimmt es dennoch gelassen: "Eine schnelle Runde wäre hilfreich gewesen, aber wichtiger ist, dass ich das Auto verstehe. Auf einer schnellen Runde packt man dann das gesamte Gelernte zusammen. Aber ich bin nicht besorgt deswegen, wir haben noch viel Zeit."


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