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Formel 1

Formel 1 Abu Dhabi, 1. Training: So lief das Schumacher-Debüt

Max Verstappen mit Bestzeit im 1. Freien Training zum Abu Dhabi GP, Probleme bei Comebacker Lewis Hamilton. Mick Schumacher mit ersten Formel-1-Kilometern.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Kaum ein 1. Freies Training der Formel 1 wurde so herbeigesehnt wie jenes für den Abu Dhabi GP 2020. Mick Schumacher sollte seine ersten Kilometer an einem Grands-Prix-Wochenende abspulen, Weltmeister Lewis Hamilton durfte nach Corona-Erkrankung kurzfristig zurück in das Mercedes-Cockpit, George Russell musste nach dem Medientag, den er noch im Mercedes-Outfit absolviert hatte, zurück zu Williams.

Auf der Strecke blieb das große Spektakel wie so oft in Abu Dhabi aus. Weil das 1. Freie Training bei Tageslicht und rund 40 Grad Asphalttemperatur ausgetragen wird, Qualifying und Rennen aber erst in der Dämmerung beginnen, ist die Aussagekraft der Trainingssitzung eher beschränkt.

Das Ergebnis: Max Verstappen holte sich zum Auftakt des Saisonfinals die Bestzeit. Der Red-Bull-Pilot umrundete den 5,554 Kilometer langen Yas Marina Circuit auf den weichen Reifen in 1:37,378 Minuten nur wenige Tausendstel schneller als Valtteri Bottas im Mercedes.

Dahinter klaffte bereits eine gewaltige Lücke: Esteban Ocon wurde mit 1,1 Sekunen Rückstand Dritter vor Alexander Albon im zweiten Red Bull. Lewis Hamilton fuhr seine schnellste Zeit nach anfänglichen Technik-Problemen auf den harten Reifen. Der Weltmeister wurde Fünfter.

Die Racing-Point-Piloten Lance Stroll und Sergio Perez landeten auf den Rängen sechs und sieben vor dem AlphaTauri-Duo Daniil Kvyat und Pierre Gasly. Kimi Räikkönen schaffte als Zehnter den Sprung in die Top-10. Charles Leclerc wurde Zwölfter, Sebastian Vettel beendete das Training auf Platz 14.

Das Schumacher-Debüt: Formel-1-Autos durfte Mick Schumacher schon bewegen, auch in aktuellen Boliden durfte er bereits Platz nehmen. An einer offiziellen Session während eines GP-Wochenendes konnte er aber noch nicht teilnehmen. Eigentlich hätte er sein Debüt beim Eifel GP auf dem Nürburgring geben sollen, doch starker Nebel verhinderte den Einsatz für Alfa.

Gut eine Woche nach der Verpflichtung bei Haas durfte Schumacher nun erstmals für sein zukünftiges Team ran. Gleich zu Beginn der Session ging Schumacher auf die Strecke. Allerdings mit der Startnummer 50, nicht mit der 47, mit der er im nächsten Jahr an den Start gehen wird.

Schumacher drehte bei seinem Debüt insgesamt 23 Runden, die schnellste davon in 1:41,235 Minuten. Damit reichte es zu Platz 18, zwei Zehntel fehlten ihm auf Nicholas Latifi im Williams. Pietro Fittipaldi, der erneut Romain Grosjean ersetzt, fuhr offenbar ein anderes Programm. Er fuhr knapp drei Sekunden langsamer als Teamkollege Schumacher. Schumacher muss das Haas-Cockpit im 2. Training wieder für Stammfahrer Kevin Magnussen räumen.

Die Technik: Eine Hiobsbotschaft gab es schon vor dem Training für Sergio Perez. Der Sensationssieger von Sakhir bekam nach seinem Motorschaden am ersten Bahrain-Wochenende zahlreiche neue Motorkomponenten spendiert. Er muss deshalb am Sonntag von hinten starten. Gleiches gilt für Kevin Magnussen, der ebenfalls neue Teile bekam.

Weil die Session nicht besonders repräsentativ ist, konzentrierten sich viele Teams darauf, Daten zu sammeln. Vor allem Ferrari war daran interessiert: Sebastian Vettel und Charlec Leclerc fuhren dafür zu Beginn des Trainings mit reichlich Flow-viz am Diffusor, respektive mit einem gigantischen Messinstrument hinter dem Auto.

Die Zwischenfälle: Das Comeback von Lewis Hamilton verlief nicht nach Plan. Selbst wenn der Mercedes-Pilot nicht auf dem Bremspedal stand, wurde vom System ein Bremsdruck appliziert. Dadurch wurde das Auto ständig gebremst, die Bremsen überhitzten. Für die Reparatur wurde die halbe Crew von Valtteri Bottas' Auto abgezogen. Der Weltmeister konnte erst in der zweiten Hälfte des Trainings wieder auf die Strecke gehen.

Daniel Ricciardo musste an seinem letzten Wochenende für Renault den Boliden schon nach drei Runden am Streckenrand abstellen. Die Ingenieure machten ein Problem am Benzindruck als Ursache aus. Für ihn war die Session damit zu Ende.

Für den einzigen echten Zwischenfall auf der Strecke sorgte Alexander Albon. Der Red-Bull-Pilot, der sich immer wieder über Drehmomentlöcher beklagte, drehte sich beim Umlegen von Kurve 12 auf 13. Er konnte die Fahrt aber sofort wiederaufnehmen.


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