Formel 1

FIA Chefarzt: So kann der Formel-1-Start funktionieren

Clusterbildung, Sicherheitsabstand und eine Begrenzung der Teamkapazitäten. Mit diesen Maßnahmen soll der Saisonstart über die Bühne gehen.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Die Planung für den Formel-1-Start ist in vollem Gange. Der Chef der medizinischen Kommission der FIA, Professor Gerard Saillant, gewährte der Webseite Racefans.net in einem Interview Einblicke, wie das Infektionsrisiko im Paddock so gering wie möglich gehalten werden soll.

Demnach sollen Infektionen dadurch verhindert werden, dass der Kontakt zwischen Teams und auch sonst jeder nicht unbedingt notwendige körperliche Kontakt vermieden wird. Im Allgemeinen soll ein Sicherheitsabstand von einem Meter zwischen allen einzelnen Personen herrschen. Dadurch soll bei einer möglichen Infektion das Virus in Grenzen gehalten werden, und die Teammitglieder, die in Kontakt mit der positiv getesteten Person standen, umgehend getestet werden.

"Körperabstand zu halten ist im Paddock für jeden Journalist und Manager einfach. In der Garage ist das natürlich viel schwieriger. Aber ich denke mit dem Tragen einer Maske, einem Helm, speziellen Handschuhen und mit regelmäßigem Händewaschen, ist es möglich das Risiko sehr niedrig zu halten. Es ist immer etwas Risiko da, aber es ist sehr gering", sagt Saillant

Gerard Saillant meint weiter: "Das Ziel ist es, in jedem Team ein sauberes Cluster zu bilden. Natürlich ist dann ein Problem, sollte eine einzelne Person, etwa ein Mechaniker, infiziert sein, dann müssen wir sofort alle Personen in seinem Umfeld erneut testen".

Doch auch ohne ein positives Testergebnis sollen regelmäßige Tests durchgeführt werden. Das gesamte Personal soll alle drei Tage in einem Rotationsprinzip getestet werden und die Resultate sollten innerhalb von 90 Minuten vorliegen.

Gerard Saillant: The Show must go on - Foto: LAT Images

Rund um die Rennen bietet die Situation zudem große Herausforderungen. Denn, selbst wenn das Cluster-System innerhalb eines Teams funktioniert, so könnte es zu Übertragungen zwischen Rennställen kommen. Saillant sagt: "Ich denke es ist in erster Linie eher ein logistisches Problem als ein medizinisches. Neben der Strecke stellt sich die Frage wie die einzelnen Teams etwa in ihr Hotel gelangen und ob alle Teams im selben Hotel untergebracht sind."

Saillant: Sind schon mit den österreichischen Behörden in Kontakt

Um den Saisonstart in Österreich gewährleisten zu können, befinde man sich, so Saillant, bereits im Austausch mit den lokalen Behörden: "Für Österreich tauschen wir uns im Moment mit den lokalen Behörden aus, wie wir über die Grenze kommen können und nachher wie wir die Strecke erreichen können und in das Paddock gelangen.

Saillant befindet eine Begrenzung des Teampersonals auf 60 bis 80 Personen pro Rennstall für sinnvoll. So sollten an einem Rennwochenende gemeinsam mit Streckenposten und den Medienvertretern nicht mehr als 1200 Menschen vertreten sein.

Für den Präsident der medizinischen Kommission geht es allerdings bei diesen Maßnahmen nicht nur um die Formel 1: "Für gewisse andere Projekte im nächsten Jahr könnte es auch interessant sein. Sport ist Leben und die Show muss weitergehen, das Leben muss weitergehen. Vielleicht wird es anders ausschauen, aber es muss weitergehen. Darauf müssen wir hinarbeiten und es liegt am Sport, das klar zu machen."


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