Formel 1

Formel 1 heute vor 27 Jahren: Senna-Show in Donington

Heute vor 27 Jahren in der Formel 1: Ayrton Senna demontiert die Konkurrenz und lässt die überlegenen Williams alt aussehen.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Während die Königsklassse weiterhin in einer Zwangspause steckt, nutzt Motorsport-Magazin.com die Zeit um sich an die großen Momente der Formel-1-Geschichte zu erinnern. Heute drehen wir die Uhren um 27 Jahre zurück und beleuchten den 11.April 1993. Der Tag an dem das erste und einzige Rennen in Donington stattfand und Ayrton Senna die Konkurrenz deklassierte.

Heute vor 27 Jahren: Sennas Meisterstück

Für das Jahr 1993 war eigentlich nie ein Großer Preis von Europa im Kalender geplant gewesen. Erst recht nicht in Donington. Die britische Traditionsstrecke hatte sich eigentlich um die Austragung des britischen GPs beworben. Doch die Entscheidung fiel Zugunsten von Silverstone und gegen den Donington Park Circuit. Stattdessen stand 1993 der erste Große Preis von Asien in Autopolis auf dem Plan. Daraus wurde nie etwas, und so ersetzte man kurzerhand den japanischen Rundkurs mit der Rennstrecke nahe Derby.

Am Rennsonntag begrüßte Donington die Formel 1 mit britischem Charme. Die Kombination aus Großbritannien und April erfüllte im Rennen das, was die damit assoziierten Wetter-Klischees verlangen. Im launenhaften Waschbecken von Donington ging das Rennen mit Regenschauern los, doch das Wetter änderte sich laufend.

Von Platz 4 gestartet, verlor Senna im auf den ersten Metern bereits eine Position. Doch was anschließend kam war eine Vorstellung der Extraklasse. Senna schnappte sich auf nur einer Runde einen Platz nach dem anderen: Erst Schumacher, dann Wendlinger, Damon Hill und schließlich auch den Führenden Alain Prost im dominanten Williams. Bis heute gilt diese erste Runde des Brasilianers auf dem 4-Kilometer-langen Kurs in Donington Castle als eine der besten Runden überhaupt in der Formel-1-Geschichte.

Doch der Rennsieg war auch nachher keine Formsache. Denn als die Bedingungen aufrockneten kam die Pace-Überlegenheit der Williams-Piloten gegenüber dem McLaren wieder zum Vorschein und Prost holte auf. Aber nur kurz. Denn die englischen Wettergötter hatten für dieses Rennen mehr als nur einen Regenguss geplant und so wechselte das Wetter das ganze Rennen lang von Regen auf Trocken und wieder zurück.

Ayrton Senna kam am besten mit den wechselhaften Bedingungen zurecht und machte damit wett, dass sein fahrbarer Untersatz eigentlich den beiden Williams, auf die er im Qualifying noch über 1,5 Sekunden verloren hatte, unterlegen war. Das hinderte Regenmeister Senna nicht daran, beinahe das ganze Feld zu überrunden. Lediglich Damon Hill lag am Ende noch knapp weniger als eine Runde hinter dem Brasilianer. Alain Prost beendete das Rennen mit einer Runde Rückstand auf Rang 3.

Im folgenden Jahr wurde das Rennen wieder wie ursprünglich geplant durch ein zweites Japan-Rennen ersetzt, das dann auch tatsächlich stattfand. Der Grand Prix des Pazifiks in Aida (heute Okayama) hielt sich zwar nur bis 1995 im Kalender, aber auch nachher kehrte die Formel 1 nicht nach Donington zurück. Eine geplante Rückkehr an die britische Strecke 2010 scheiterte an der Finanzierung. So wird die Zaubershow des Ayrton Senna 1993 auf absehbare Zeit das einzige Formel-1-Rennen in Donington bleiben.

Heute vor 21 Jahren: Barrichello sammelte Führungsrunden für Stewart

Nicht ganz so legendär, aber trotzdem eine starke Leistung lieferte Rubens Barrichello bei seinem Heim-GP 1999 in Brasilien ab. Nach Jahren der Unterlegenheit hatte Stewart 1999 endlich ein konkurrenzfähiges Auto gebaut. Und prompt fuhr Barrichello beim zweiten Saisonrennen im Qualifying auf Rang 3. Nachdem David Coulthard schon am Start stehenblieb und Mika Häkkinens Schaltung streikte, übernahm der Lokalmatador plötzlich die erste Position und zog von Michael Schumacher davon. Für Stewart waren es die ersten Führungsrunden in der Geschichte des Teams. Doch die Freude wehrte nur kurz. Durch einen früheren Boxenstopp verlor er die Führung wieder an Schumacher und auch Häkkinen, der die Schaltprobleme an seinem McLaren in den Griff bekam, kam an Barrichello vorbei. Noch ehe die beiden an die Box abbogen, ließ ein Motorschaden die Träume auf einen ersten Sieg von Barrichello platzen.

Mika Häkkinen überquerte die Ziellinie als Erster, Schumacher und Heinz-Harald Frentzen komplettierten das Podium. Seinen einzigen Rennsieg feierte Stewart GP später in dem Jahr beim Großen Preis von Deutschland durch Johnny Herbert. Rubens Barrichello fuhr beim Großen Preis von Frankreich für das Team auf die Pole. Ab 2000 verschwand der Name wieder von den Startlisten und Stewart wurde von Jaguar übernommen.

Heute vor 21 Jahren: Einmal und nie wieder: Stephan Sarrazzin ersetzte beim Großen Preis von Brasilien Luca Badoer im Minardi. Sarrazzin beendete den Grand Prix nach nur 31 Runden mit einem harten Einschlag im Reifenstapel in der letzten Kurve. Es war sein erster und zugleich letzter Start in der Formel 1.


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