Die Szenen erinnerten an eine Kollision zwischen dem Arrows von Jos Verstappen und dem Williams von Juan Pablo Montoya: Als Tiago Monteiro drei Runden vor Schluss den MP4-20 von Montoya abschoss und den Kolumbianer in die weitläufige Auslaufzone schickte, fühlten sich viele an jenes Regenrennen von Interlagos erinnert.

Die Schuld möchte der Portugiese aber nicht auf sich nehmen. "Montoya überholte mich und machte in der Bremszone die Tür zu", beschreibt Monteiro die Situation aus seiner Sicht. "Ich konnte nichts sehen und verlor den gesamten Downforce, weswegen ich es nicht verhindern konnte ihm ins Heck zu fahren. Es tut mir leid für ihn, da er um einen Podestplatz gekämpft hat, aber wir haben während der Meetings viel darüber gesprochen in den Bremszonen keine Seitenwechsel zu betreiben."

Aber auch ansonsten verlief der Türkei GP nicht zur vollsten Zufriedenheit des Dritten von Indianapolis. "Es war ein sehr hartes Wochenende, an welchem ich von Zahnschmerzen geplagt wurde", erklärte er. "Nach meinem Boxenstopp hatte ich ein Getriebeproblem und verlor den ersten Gang, was das Rennen sehr schwierig gestaltete."

Nur unwesentlich besser verlief das Wochenende für seinen Teamkollegen, der aufgrund von Motorenproblemen die beiden Samstagstrainings auslassen musste. "Ich habe beinahe den gesamten Samstag verloren und das hat mich im Rennen gehandicapt", so Narain Karthikeyan. "Ich musste die Strecke lernen und wollte das Rennen einfach nur beenden. Gegen Ende musste ich etwas konservativ mit den Reifen umgehen, weswegen ich Doornbos nicht einholen konnte."

Renningenieur Dominic Harlow zeigte sich dennoch "sehr zufrieden" beide Autos ins Ziel gebracht zu haben. Jetzt liegt alle Konzentration bei den Gelben auf dem anstehenden Monza-Test, bei dem der neue EJ15B endlich fahrtüchtig gemacht werden soll.