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Formel 1, Ferrari schlägt Alarm: Langsamer als die Konkurrenz

Während Mercedes mit dem DAS-System die F1-Welt in Aufruhr versetzt hat, liefert Ferrari bisher keine Schlagzeilen. Was Mattia Binotto dazu sagt.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Vor einem Jahr waren die Testtage für Ferrari eine traumhafte Geschichte. Plötzlich waren die "Roten" vor Mercedes an der Spitze. Die Geschichte schien fast zu gut, um wahr zu sein. Und dann war sie es auch gar nicht, wie Mattia Binotto und Co in Australien bitter feststellen mussten.

Dieses Jahr ist die Situation eine komplett andere. Ferrari hatte bisher bei den Testfahrten noch keine Spitzenpositionen zu vermelden. In dieser Phase der Tests an sich nichts Beunruhigendes, denn alle Teams versuchen erst einmal, Daten zu sammeln.

Doch Mattia Binotto gab in der Pressekonferenz offen zu, dass er Ferrari im Moment im Rückstand sieht: "Ich bin nicht so optimistisch wie noch letztes Jahr, die anderen Teams sind schneller. Es ist im Moment noch schwer einzuschätzen, wie viel, dafür müssen wir in den nächsten Tagen noch die Daten überprüfen."

Formel 1 2020, 3. Testtag: Roter Alarm bei Ferrari: (09:22 Min.)

"Um dazu Genaueres sagen zu können, müssten wir uns anschauen, wie bei den anderen die Benzinmenge, die Motoreneinstellungen oder die Deltazeiten aussehen. Aber so wie es sich im Moment gestaltet, sind wir langsamer als die Konkurrenz. Im letzten Jahr waren die Rundenzeiten viel einfacher zu finden, da waren wir viel optimistischer. Aber dieses Jahr ist es schwieriger, die Konkurrenz wirkt stärker", sagt der Ferrari-Teamchef.

Binotto erklärt allerdings, dass Ferrari aus dem letzten Jahr gelernt hat und einen anderen Zugang zu den ersten Testtagen gewählt hat. "Das Ziel in den ersten Sessions war es, die verschiedenen Mappings und Konfigurationen durchzuprobieren, um eine höhere Flexibilität im Fahrzeugsetup zu haben.".

Zu Motorsport-Magazin.com sagte er: "Es macht das Testen einfacher, denn mit einer höheren Flexibilität können wir die Extremen in den Setupmöglichkeiten ausprobieren und es dann optimieren. So können wir besser verstehen, was falsch läuft."

In der zweiten Testwoche erwartet die Scuderia auf alle Fälle noch jede Menge Arbeit. Die ersten drei Testtage waren von einigen Schwierigkeiten geprägt. Sebastian Vettel verpasste den ersten Testtag aufgrund einer leichten Erkrankung und musste am Freitag seinen Wagen mit einem Motorproblem abstellen. Was genau beim Ferrari SF1000 falsch lief, muss erst noch in Maranello analysiert werden.

Doch auch sonst kam Ferrari nicht richtig in die Gänge. An den drei bisherigen Testtagen spulte die Scuderia lediglich 354 Runden ab und damit deutlich weniger als Mercedes und Red Bull die beide fast 500 Runden hinlegten. Auch von den Rundenzeiten her lag Ferrari an den drei Tagen klar hinter den Red Bull und den Silberpfeilen.


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