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Formel 1

Formel 1, Tost: Zuverlässigkeit bringt Performance

Am ersten Testtag waren die neuen Autos zuverlässiger als üblich. AlphaTauri-Teamchef Franz Tost erklärt, warum Standfestigkeit 2020 besonders wichtig ist.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Schon am ersten Testtag haben die Formel-1-Teams am Mittwoch einen Eindruck gegeben, worauf sich die Beobachter in dieser und der kommenden Woche einstellen können: Einen erhöhten Fahrbetrieb im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Die ersten vier Stunden verliefen ohne nennenswerten Zwischenfall ab und die Fahrer drehten Runde für Runde auf der Strecke in Barcelona.

Für AlphaTauri-Teamchef Franz Tost ist dies keine Überraschung. Schließlich stehen den Teilnehmern nur noch sechs Testtage bis zum Saisonbeginn in Melbourne zur Verfügung. In der vergangenen Saison waren es noch acht Testtage. "Jede Minute zählt", sagte er zu Motorsport-Magazin.com. "Jede Minute, die du nicht auf der Strecke bist, kann dich Performance kosten."

"Die Fahrer müssen mit dem Auto zurechtkommen, du musst die Mechanik und die Aerodynamik verstehen, wissen, wie du das Setup für das Auto machst. Deswegen ist es wichtig, so viele Runden wie möglich zu absolvieren. So denken alle Teams, wie wir am Morgen gesehen haben. Alle Autos haben mehr als 50 Runden gedreht."

Der Vergleich zum Vorjahr zeigt: Kvyat legte 2019 77 Runden am ersten Tag zurück. Dieses Mal waren es 115 Runden. Das gesamte Teilnehmerfeld legte am Mittwoch 1.347 Runden zurück. 2019 waren es 951 Runden.

AlphaTauri stellte die Entwicklungsarbeit um, damit das Auto bis zum Testauftakt zuverlässig ist. "Wir haben es früher gebaut, um mehr Zeit zu haben. Um alles zu verstehen und keine Fehler beim Zusammenstellen des Autos zu machen und um vorbereitet zu sein", führte Tost weiter aus.

AlphaTauri spulte vorgesehenes Testprogramm ab

Das zahlte sich für das B-Team von Red Bull aus. Daniil Kvyat spulte das vorgesehene Programm ab. Das bestand in erster Linie darin, so viele Aerodynamik-Daten wie möglich zu sammeln. Der Russe ist mit unterschiedlichen Fahrzeughöhen auf die Strecke gefahren. "Es ging darum, ein Gefühl für die Aerodynamik des Autos zu bekommen. Ob alles mit den Windkanal- und CFD-Daten harmoniert", erläuterte Tost.

Der Österreicher betont, dass die Testprogramme der Teams am ersten Tag ähnlich aussehen. Deswegen sind die Zeiten vom Mittwoch nicht relevant. Kvyat fehlten etwas mehr als sieben Zehntel auf Spitzenreiter Lewis Hamilton, der eine 1:16.976 Minuten fuhr. "Nächste Woche erhalten wir am Donnerstag und am Freitag ein eindeutigeres Bild. Dann werden die Teams Quali- und Rennsimulationen fahren", blickt er voraus.


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