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Formel 1, McLaren-Teamchef: 2022 wollen wir um Siege kämpfen

Mit der Einführung des Budget Cap sollen die Formel-1-Teams 2021 wieder näher zusammenrücken. McLaren-Teamchef Andreas Seidl begrüßt die Budgetobergrenze.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Seit Jahren leidet die Formel 1 an einer Zweiklassengesellschaft. Während Red Bull, Ferrari und Mercedes die ersten Plätze untereinander ausfahren, müssen sich die Mittelfeld-Teams mit den Resten der Punkteränge begnügen. Um dieses Problem zu lösen wird ab 2021 erstmals der Budget-Cap zur Anwendung kommen.

McLaren-Boss Andreas Seidl verspricht sich von dieser Innovation viel. "Wir sind überzeugt davon, dass der Budget-Cap zusammen mit den neuen technischen Regularien der richtige Schritt ist", sagt er im Interview mit Motorsport-Magazin.com . Diese Budgetobergrenze sei wichtig, damit Teams wie McLaren nachhaltig und erfolgreich an der Formel 1 teilnehmen könnten.

Vom neuen Regelpaket, das 2021 in Kraft treten wird, verspricht sich Seidl spannendere Rennen: "Das Überholen und die Show sollen besser werden. Außerdem werden die technischen Regularien auch helfen, dass Teams, die nicht am Budget Cap operieren können, näher dran sind."

Im Moment ist der Unterschied zwischen den einzelnen Teams gravierend. Während Mercedes beispielsweise im Jahr 2018 mit einem Budget von 415 Millionen Dollar arbeitete, betrug diese Summe bei McLaren 226 Millionen, also etwas mehr als die Hälfte. Mit dem Budget Cap wird die Summe, die ein Team ausgeben darf, auf 175 Millionen begrenzt.

Formel 1 2020: Interview mit McLaren-Teamchef Andreas Seidl: (58:12 Min.)

Seidl geht davon aus, dass bei der Einführung des Budget Cap zu Beginn die Topteams noch einen Vorsprung haben werden und sich das Feld erst nach einiger Zeit angleichen wird. "Das Ziel, das ich für uns als Team habe, ist, dass wir 2022 bis 2023, nachdem sich der Budget Cap und das technische Reglement eingeschwungen haben, wieder aus eigener Kraft um Podiumsplatzierungen und Siege kämpfen können."

Bis dahin ist es aber noch ein langer und harter Weg. "Aber ich glaube, wir wissen, was wir anpacken müssen und mit den Schritten, die wir schon gemacht haben und die wir jetzt über den Winter hoffentlich auch noch machen werden, bin ich zuversichtlich, dass wir dort wieder hinkommen können."


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