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Formel 1 Mexiko 2019: Die heißesten Fragen zum Rennen

Die Formel 1 gastiert am Wochenende zum 20. Mal in Mexiko. Zuletzt siegte dort zweimal Max Verstappen. 2020 will Ferrari das ändern. Die Brennpunkte.
von Jonas Fehling
Formel 1 2019: 5 Brennpunkte vor dem Mexiko GP: (10:06 Min.)

Die Formel 1 bläst zum Schlussspurt der Saison 2019. Im Autódromo Hermanos Rodríguez startet die Königsklasse am kommenden Wochenende in den 18. Lauf. Beim 20. Mexiko GP der F1-Geschichte könnte Max Verstappen bereits seinen dritten Sieg auf der 4,3 Kilometer kurzen Strecke in Folge erzielen.

Doch ist Mexiko-Max dieses Jahr nicht unaufhaltbar? Er selbst meldet Bedenken an - während Ferrari große Zuversicht versprüht. Ach ja: Lewis Hamilton kann übrigens mal wieder vorzeitig Weltmeister werden. Die Brennpunkte zum Rennen.

#1 Kann Verstappen den Vorjahressieg wiederholen?

Zwei Siege in Folge feierte Max Verstappen zuletzt in Mexiko. Zufall? Kaum. Immerhin handelt es sich um eines der speziellsten Rennen im Rennkalender der Formel 1. Red Bull hat dafür offenbar schlicht klar den besten Schlüssel gefunden.

Wofür genau? Im Grunde für die vielfältigen Folge der Höhenlage der Grand-Prix-Strecke, 2.285 Meter über NN. Das sorgt dafür, dass in Mexiko alles anders ist. Der Motor verliert erheblich an Leistung, das kann der Turbo zwar auffangen, allerdings nur auf Kosten von großen Strapazen. Durch die Sauerstoff-arme Luft überhitzt in Mexiko ohnehin schon alles, auch die Bremsen. Daher muss die Kühlung maximiert werden.

Selbiges gilt für die Aero-Pakete. Trotz der langen Geraden ist High-Downforce Trumpf. Dennoch rutschen die Autos noch erheblich, das erschwert das Reifenmanagement. Verstappens Paradediszilplin und damit die Erklärung für seine Mexiko-Stärke.

Dennoch fürchtet Verstappen 2019 eine schwere Aufgabe als zuletzt. Weil in Mexiko durch den geringen Luftwiderstand eben auch extreme Topspeeds gehen. Vorteil Ferrari, glaubt Verstappen. "Ich erwarte, dass es dieses Jahr wegen Ferraris Pace etwas schwieriger wird, aber ein sehr gutes Rennen können wir noch immer haben."

#2 Ist Ferrari in Mexiko siegfähig?

Verstappen erwartet in Mexiko also ein starkes Ferrari. Doch ist die Scuderia tatsächlich siegfähig? Zuletzt in Japan sah es zumindest in Sachen Rennpace jedenfalls wieder etwas schlechter aus - allerdings im Vergleich mit Mercedes. Die Silberpfeile reagierten nach Wochen der Ferrari-Renaissance mit einem wirksamen Update.

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Für Mexiko sieht sich Mercedes nun jedoch nur bedingt im Kampf. "Die niedrige Luftdichte beeinträchtigt den Abtrieb, die Kühlung und die Motorleistung des Autos. Diese Kombination liegt unserem Fahrzeug nicht besonders gut, aber wir werden alles geben, um den Schaden zu begrenzen", sagt Toto Wolff.

Dazu passt, dass auch Ferrari sehr viel mehr von einem Kampf gegen Red Bull ausgeht - und sich hier, trotz der jüngeren Mexiko-Geschichte, gerüstet sieht. "Über die letzten paar Jahre haben wir in Mexiko einen Aufwärtstrend gezeigt auch wenn Red Bull das Team war, das es zu schlagen galt", sagt Sebastian Vettel. Für Teamchef Binotto steht die Fortsetzung des Trends bereits fest: "Wir wollen unsere sechste Pole in Serie bevor wir das in einen Sieg verwandeln wollen."

Was Ferrari jedoch empfindlich treffen könnte ist der mangelnde maximale Abtrieb des SF90. In Ungarn war der offensichtlich, im ähnlichen Singapur kaschierten diverse Umstände diesen Rückstand. Alles hat Ferrari hier auch mit seinem Update nicht herausgerissen.

Gerade in Mexiko könnte das in den Kurven knifflig werden. In der dünnen Luft zählt jedes bisschen Abtrieb, das sich zusammenkratzen lässt. Sonst wird nur gerutscht, die Reifen leiden extrem. So extrem, dass womöglich selbst die hoch aerodynamische Topspeed-Göttin das auf den Geraden nicht mehr kompensieren kann.

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#3 Wird Hamilton in Mexiko Weltmeister?

Lewis Hamilton kann sich in Mexiko zum sechsten Mal zum Weltmeister krönen. Dass der Brite den Titel klarmacht erfordert jedoch Mithilfe seines Teamkollegen. Fährt Valtteri Bottas auf das Podium, ist die Entscheidung vertagt. Genauso ist der erste Matchball abgewehrt, wenn Hamilton nicht auf das Podium fährt. Dann könnte Bottas sogar ausfallen.

Helfen würde Bottas ausgerechnet ein schwaches Mercedes-Wochenende. Sind Ferrari und Red Bull stärker kann Hamilton das nötige Delta von 14 Punkte mehr als Bottas nur schwer generieren. Das gilt allerdings nur kurzfristig. Auf lange Sicht braucht Bottas eher ein starkes Mercedes - mit vielen eigenen Siegen. Und noch mehr Pech für Hamilton.

Gelb = Lewis Hamilton ist Weltmeister - Foto: Motorsport-Magazin.com

#4 Nimmt Bottas den Schwung aus Suzuka mit?

Zumindest von Fahrerseite reist Bottas allerdings mit Rückenwind nach Mexiko. In Japan hatte er Teamkollege Lewis Hamilton zuletzt das gesamte Wochenende klar im Griff. Doch hilft ihm das weiter? Kann der Finne die Welle weiterreiten? Er selbst vielleicht schon.

Die Gefahr lauert weniger in einem eigenen Durchhänger als in Hamilton. Der Brite war nach dem Rennen in Suzuka jedenfalls maximal angefressen. Nur P3, damit weiter nur ein Sieg nach der Sommerpause. Schlägt Hamilton mit viel Frust im Bauch zurück? Angeschlagene Boxer sind bekanntlich besonders gefährlich ...

#5 Kann McLaren die Top-Teams ärgern?

McLaren ist inzwischen da angekommen, wo 2019 eigentlich Renault sein wollte. In der ewigen Weite zwischen Top-Teams und Mittelfeld. Zuletzt mischte Carlos Sainz in den Startphasen die Top-Teams sogar schon auf, in Japan war sogar noch mehr drin. Der Spanier hielt mit Charles Leclerc sogar einen Ferrari hinter sich - und feierte sich dafür erst einmal selbst gebührend, sympathisch allerdings.

Kann McLaren jetzt also sogar schon die Top-Teams ärgern? Nicht ganz. Noch ist das nicht realistisch. Nicht unter normalen Voraussetzungen. Da lässt man die 'Großen' noch immer lieber freiwillig vorbei, um keine Zeit zu verlieren. Über eine ganze Renndistanz hat McLaren im Normalfall (noch) keine Chance.

So war Leclercs Rennen in Japan durch den Startunfall alles andere als sauber. Aber: Hat ein Fahrer der Top-Teams mal mehr als nur kleine Probleme, dann ist McLaren jetzt offenbar tatsächlich da und in der Lage, zuzubeißen. Deshalb ist McLaren für Sainz inzwischen zumindest etwas mehr als nur 'Best oft he Rest'.


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