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Formel 1

Mick Schumacher: Spüre die DNA meines Vaters in jedem Ferrari

Ferrari und Schumacher - eine magische Kombination. Motorsport-Magazin.com traf Mick Schumacher und den Ferrari F8 Tributo an einem ganz speziellen Ort.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Es gibt Namen im Motorsport, die für feuchte Hände sorgen. Ferrari ist so einer. Schumacher auch. Für Motorsport-Magazin.com kamen beide an einen Ort zusammen, der für selbiges Symptom sorgen kann: Fiorano, die Teststrecke der Mythosmarke.

Mit dabei: Der brandneue Ferrari F8 Tributo, das aktuelle Meisterwerk der italienischen Ingenieure. Es ist die neueste Variante von Ferraris Interpretation eines V8-Mittelmotorsportlers. 185 PS pro zwangsbeatmetem Liter Hubraum ergeben in der Theorie 720 Pferdestärken.

Grau ist alle Theorie. In der Praxis ist der F8 Tributo mehr als die Summe seiner Teile. "Es hat sich angefühlt wie in einem Formel-Auto", schwärmt Schumacher nach seiner ersten Ausfahrt, dem das Lächeln ins Gesicht geschrieben ist.

Mick Schumacher am Steuer des Ferrari F8 Tributo - Foto: Leda Paleari

Die Ingenieure hatten bei der Weiterentwicklung des vielfach ausgezeichneten Turbo-Triebwerks nicht nur die Leistung im Auge, sondern vor allem die Fahrbarkeit. Formel-2-Pilot Mick Schumacher lobt: "Ich konnte fast aus allen Ecken im dritten Gang herausbeschleunigen - normalerweise fährt man das im zweiten Gang. Aber man merkt, wie die Leistung von unten an da ist und nie nachlässt."

Die an den legendären Ferrari F40 erinnernde Plexiglasscheibe über dem Motorraum ermöglicht einen atemberaubenden Blick auf das Triebwerk. Damit auch der Sound trotz Turbolader und strenger Emissionsgrenzwerte stimmt, wurden Sound-Kanäle in die Fahrgastzelle verlegt.

Die Plexiglasscheibe ermöglicht freien Blick auf den Ferrari-V8 - Foto: Ferrari

Dadurch kommt der V8-Klang noch besser beim Fahrer an. "Der Sound war bei Ferrari schon immer Bombe", zeigt sich Schumacher begeistert. "Vor allem, wenn die Motoren über eine gewisse Drehzahl kommen und die Klappen aufgehen. Das ist ein schönes und spezielles Gefühl."

Aber nicht nur in das Herzstück floss in Maranello viel Entwicklungsarbeit. 50 PS mehr als im Vorgänger 488 GTB treffen auf lediglich 1380 Kilogramm Leergewicht . Damit konnte man satte 40 Kilogramm einsparen.

Mick Schumacher im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com - Foto: Leda Paleari

Dazu wurde auch an die Aerodynamik Hand angelegt. Während die aerodynamische Effizienz um zehn Prozent stieg, konnte der Abtrieb weiter erhöht werden. Alleine der S-Schacht bringt im Verglich zum 488 GTB 15 Prozent mehr Abtrieb.

Änderungen, die sich bezahlt machen, wie Schumacher bestätigt: "Sobald man auf das Gas geht, hat man dieses konstante Gripgefühl bis zu ebenjenem Punkt, an dem es dann darüber hinausgeht. Sobald man die Lenkung dann ein wenig aufmacht, fängt sich das Auto wieder und bringt die Leistung auf die Straße. Das Auto ist in den Kurven sehr ähnlich zu einem schwereren Formel-Auto."

Mick Schumacher: Ich träume noch immer von Ferrari

Mit einem Basispreis von deutlich über 200.000 Euro bleibt der Ferrari F8 Tributo für die allermeisten ein Traumauto. Doch wovon träumt eigentlich Mick Schumacher? "Ich träume noch immer von Ferrari", gesteht der 20-Jährige.

Michael Schumacher und Luca di Montezemolo bei der Präsentation des Ferrari 458 Italia - Foto: Ferrari

Das Auto seiner Träume ist dabei der 458 Italia, der Vorvorgänger des F8 Tributo. "Der 458 Italia ist ein Auto, für das mein Papa viel Input gegeben hat", erklärt Schumacher. "Er hat in der Entwicklung sehr viel mit den Ingenieuren gearbeitet. Und der Saugmotor, der darin verbaut ist... Der hört sich einfach cool an."

Der 458 Italia war der letzte Bolide, in dessen Entwicklung Michael Schumacher maßgeblich involviert war, eher er bei Mercedes sein Formel-1-Comeback gab. Zuvor prägte der Rekordweltmeister die Scuderia über mehr als ein Jahrzehnt. "Ich kann die DNA meines Vaters in jedem Ferrari direkt spüren", freut sich Mick Schumacher und fügt an: "Das erfüllt mich einfach mit Stolz."

Das gesamte Exklusiv-Interview mit Mick Schumacher ist in der nächsten Print-Ausgabe von Motorsport-Magazin.com zu lesen, die am 31.10.2019 erscheint. Darin spricht Schumacher nicht nur über über den Mythos Ferrari, sondern auch über seine Formel-2-Saison und vieles mehr.


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