Formel 1

Formel 1, Kanada: Renault nimmt Endgegner McLaren ins Visier

Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg waren nach den Trainings in Montreal optimistisch wie selten in dieser Saison. Gute Aussichten auf Q3 und Punkte.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - So zufrieden wie nach dem Trainingsfreitag der Formel 1 in Montreal sah man die Renault-Piloten in diesem Jahr bisher nur selten - oder eigentlich noch gar nicht. Sowohl Daniel Ricciardo als auch Nico Hülkenberg waren nach den ersten Sessions auf dem Circuit Gilles-Villeneuve voll des Lobes über den R.S.19. Pace und Balance passen. Nur ein Konkurrent ist noch ein besonders großer Dorn im Auge. Doch auch den wollen die Gelben noch erwischen.

"Der Tag war ziemlich gut. Wir haben dort angefangen, wo wir sein wollen", zieht Ricciardo nach zweimal Position acht am Freitag ein positives Fazit. "Wir sind viele Runden gefahren und haben alles erledigt, was wir vorhatten. Ohne Schrecken oder Sorgen."

Hülkenberg landete mit den Rängen zwölf und neun jeweils hinter dem Australier, doch auch er ist mit dem Auftakt ins Wochenende glücklich. "Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Tag und damit wie die Harmonie zwischen mir und dem Auto war", so der Emmericher. "Es war ganz ordentlich und wir haben eine gute Basis, auf der wir für das Wochenende aufbauen können."

McLaren und Sainz der Hauptkonkurrent

Noch schöner wäre der Tag aber gewesen, wenn Renault im Mittelfeld auch mal wieder den Ton angegeben hätte. Die WM-Vierten des Vorjahres liegen in der Gesamtwertung aktuell nur auf dem achten Rang, und auch am Freitag lagen mit Sergio Perez im Racing Point, Kevin Magnussen im Haas und Carlos Sainz im McLaren wieder drei der Mittelfeld-Konkurrenten vor dem französischen Werksteam.

"McLaren scheint im Mittelfeld der Hauptkonkurrent zu sein mit Sainz. Ihre Runs haben gut ausgesehen", sagt Ricciardo, der am Nachmittag acht Zehntel hinter dem Spanier im McLaren landete. "Mit Blick auf die Power Unit von Renault ist das natürlich gut, aber wir wären lieber Vierter."

Doch die Renault-Piloten sind zuversichtlich, den Spanier im Kundenteam abfangen zu können. "Es ist natürlich eine schnelle Rundenzeit. Aber ich denke, wir hätten nah herankommen können", so Hülkenberg. Dass die Zeit seines Ex-Teamkollegen so viel besser ist, wurde auch dadurch begünstigt, dass Sainz seinen Soft-Run deutlich später fuhr. "Es ist nicht relevant, es ist Freitag", spielt Hülkenberg die Rundenzeiten etwas herunter.

Renault für Qualifying optimistisch

"Wir müssen auf den Longruns und den Shortruns noch etwas Zeit finden. Ein paar Zehntel sind noch drin. Ich weiß nicht ob es eine halbe Sekunde ist, aber ein paar Zehntel sollten es sein", glaubt Ricciardo, der für das Zeittraining guter Dinge ist.

"Ich denke, im Qualifying haben wir ein Auto, das uns ins Q3 bringen kann. Das ist ein realistisches Ziel. Wenn wir einen guten Job machen, können wir es beide schaffen" sagt der siebenmalige Grand-Prix-Sieger.

Für den Sonntag sieht er hingegen noch Nachholbedarf: "Bei der Rennpace war es noch nicht so perfekt. Aber ich glaube, ich weiß was wir machen können, um es zu verbessern." Die Rennen waren bisher aus unterschiedlichen Gründen Renaults große Schwachstelle. Pace, Technik, Strategie. An allen Ecken und Enden hat es 2019 schon gehakt.

Ricciardo erwartet Hitzeschlacht beim Kanada-Rennen

"Wir müssen einfach das Potential des Autos abrufen und fehlerfrei bleiben", fordert Hülkenberg für sein erstes Punkteresultat seit fünf Rennen. Der diesjährige Grand Prix auf der Ile Notre-Dame könnte allerdings wieder ein ziemliches Roulette werden, und das nicht etwa wegen dem hier häufig verrückten Wetter.

"Die Temperaturen sollen am Sonntag noch heißer sein. Die Tage der lockeren Einstopper sehen wir dieses Wochenende vielleicht nicht", so Ricciardo. "Aber ich bin eigentlich froh, wenn das so kommt. Auch wenn du hier überholen kannst, ist es nicht einfach. Und jede Art von Zweistopp-Rennen wird für mehr Möglichkeiten sorgen."

Dass es aus taktischen Gründen angesichts dessen vielleicht sogar besser sein kann, im Q2 nicht mit dem Soft-Reifen die Top-10 zu entern, glaubt Hülkenberg aber nicht. "Nicht unbedingt. Das ist immer schwierig vorherzusehen. Es hängt vom Verkehr ab, ob du aufgehalten wirst. Aber ich denke jetzt gerade nicht, dass das der richtige Weg ist", sagt er zu Motorsport-Magazin.com.


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