Formel 1

Formel 1, Monaco: Mercedes klagt trotz Bestzeit über Baustellen

Lewis Hamilton und Valtteri Bottas waren in den Monaco-Trainings unantastbar. Auftakt ins Wochenende trotzdem nicht perfekt. Mercedes sieht Nachholbedarf.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Mercedes-Endgegner Monaco? Von wegen! Trotz aller Tiefstapelei aufgrund der in den vergangenen beiden Jahren ausgebliebenen Silberpfeil-Dominanz im Fürstentum sah die Formel 1 in den Trainings am Freitag das 2019 bekannte Bild. Am Nachmittag fuhren Lewis Hamilton und Valtteri Bottas die Konkurrenz von Red Bull und Ferrari in Grund und Boden. Das Weltmeister-Team freut sich über einen Auftakt nach Maß - und sieht dennoch viel Arbeit.

"Es ist für jeden Fahrer ein Traum, nach Monaco zu kommen und ein Auto zu haben, mit dem du deine Fähigkeiten voll ausnutzen und einsetzen kannst", erklärt Hamilton, dass die Balance beim F1 W10 dieses Jahr auf dem engen Stadtkurs an der Côte d'Azur sofort passte. Der Brite markierte in beiden Sessions die Bestzeit.

Bottas beendete die Trainingssitzungen am Donnerstag auf den Positionen drei und zwei, jeweils hauchdünn hinter Hamilton. Im FP2 lieferte sich der Finne einen harten Schlagabtausch mit dem Weltmeister. Erst nach mehreren Qualifying-Runs, in denen sich die beiden Mercedes-Teamkollegen immer wieder gegenseitig von der Spitze verdrängten, setzte sich Hamilton durch.

Mercedes-Piloten in Monaco von Anfang an stark

"In den vergangenen Jahren hat sich das Auto hier manchmal schwierig gefahren, aber heute war es sehr fahrbar, reagierte gut und machte Spaß", so Bottas, der sich schlussendlich mit acht Hundertsteln Rückstand geschlagen geben musste. Dass er mehrmals eine Antwort auf Hamiltons Pace fand, unterstrich abermals seine in diesem Jahr außerordentlich starke Form.

"Du musst auf dieser Rennstrecke das Limit finden und ich fühlte mich wohl dabei, die Grenzen auszuloten. Das ist ein gutes Zeichen", sagt der 29-Jährige. Während Ferrari den Anschluss verlor, brauchte der Mercedes nur einen geringfügigen Feinschliff, um schneller zu werden.

"Was Trainingssitzungen in Monaco angeht, lief es heute ziemlich rund", zieht Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin ebenfalls ein positives Fazit. "Wir haben zwischen den beiden Sessions hinweg ein paar kleine Anpassungen vorgenommen und während der Sitzungen auch, aber ich war wirklich sehr glücklich mit dem Setup", bestätigt Hamilton, dass es von Anfang an in die richtige Richtung ging.

Trotz dominanter Bestzeit: Mercedes hat Baustellen

Am Nachmittag ließ sich Mercedes lange Zeit, bis Hamilton und Bottas ihre Runs auf dem Soft-Reifen absolvierten. "Wir haben die Session auf dem Medium-Reifen begonnen und hatten erwartet, dass es knifflig werden würde, aber es funktionierte tatsächlich sehr gut", so Shovlin über das Programm im FP2.

Und obwohl Mercedes auf dem weichsten Reifen die Konkurrenz abhängte, war man mit der Performance nicht ganz zufrieden. Letztendlich brauchten Bottas und Hamilton nicht ohne Grund so viele Anläufe, um die Rundenzeiten herunterzuschrauben. "Wir scheinen immer noch Probleme zu haben, auf der ersten Runde alles aus dem weichen Reifen zu holen, obwohl die Streckentemperatur am Nachmittag wärmer war", erklärt Shovlin.

Auch die Longruns, mit denen Mercedes schon gegen Ende der ersten Session begann, liefen nicht zur vollen Zufriedenheit Shovlins: "Auf den Longruns haben wir unter dem vielen Verkehr gelitten und die Fahrer hatten Schwierigkeiten, zweite saubere Runden am Stück hinzubekommen. Das bedeutet, dass wir nicht ganz so viele Informationen sammeln konnten, wie wir es vor dem Rennen gerne gehabt hätten."

Mercedes will freien Monaco-Freitag nutzen

Durch den in Monaco traditionell Formel-1-freien Freitag baut Mercedes darauf, die zusätzliche Zeit zur Analyse der Probleme nutzen zu können. "Wir haben Esteban [Gutierrez] heute Abend und morgen im Simulator, also kann er uns hoffentlich bei diesen Erkenntnissen helfen", so Shovlin.

Hamilton wertet den Auftakt ins Wochenenden trotz der Hindernisse als den richtigen Weg nach dem Schicksalsschlag durch den Tod Niki Laudas. "Ich bin wirklich sehr stolz auf das Team und natürlich ist unser Ziel, zu versuchen dieses Wochenende etwas wirklich Positives zu erreichen", sagt der fünfmalige Weltmeister.


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