Formel 1

Formel 1, Spanien 2019: Hamilton siegt, Ferrari stolpert erneut

Mercedes feiert in Barcelona den fünften Doppelsieg in Serie. Hamilton bezwingt Bottas am Start. Ferrari verzockt sich mit Vettel und Leclerc bei Teamorder.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton hat beim Formel-1-Rennen in Spanien seinen dritten Sieg in der Saison 2019 gefeiert. Der Weltmeister hielt Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas auf dem Weg zum 76. Sieg seiner Karriere sicher in Schach. Ferrari stolperte in Barcelona mit Sebastian Vettel und Charles Leclerc abermals über die Teamorder. Max Verstappen wurde im Red Bull vor dem Scuderia-Duo Dritter.

Der Kampf um den Sieg wurde wie so oft in Barcelona bereits am Start entschieden. Hamilton kam beim Erlöschen der Ampeln besser weg als Pole-Sitter Bottas. Der Finne lag bei der Anfahrt auf Kurve eins zwar noch vorne, ein auf der Außenbahn attackierender Vettel nahm ihm jedoch den Schwung, sodass Hamilton innen durchschlüpfen konnte.

Das Mercedes-Duo kontrollierte das Rennen an der Spitze in der Folge souverän vor Verstappen. Dahinter verpasste es Ferrari gleich zweimal, eine für das Teamergebnis notwendige Stallregie auszusprechen. Spannend wurde es im letzten Renndrittel noch einmal durch eine Safety-Car-Phase, welche durch Lando Norris und Lance Stroll ausgelöst wurde.

Den Doppelsieg der Silberpfeile gefährdete diese Neutralisierung aber nicht im Ansatz. Hamilton behielt beim Restart die Kontrolle fuhr ungefährdet vor Bottas, Verstappen, Vettel, Leclerc und Gasly zum Sieg.

Die Punkteränge: Magnussen wurde nach einem harten Kampf gegen Haas-Teamkollege Grosjean Siebter. Lokalmatador Carlos Sainz wurde im McLaren Achter. Daniil Kvyat und Romain Grosjean komplettierten die Top-10.

Schnellste Runde: Der Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde ging erstmals in dieser Saison an Lewis Hamilton.

Formel 1, WM-Stand 2019: Hamilton erobert WM-Führung von Bottas zurück

Der WM-Stand: Nach 5 von 21 Rennen liegt Titelverteidiger Hamilton in der Weltmeisterschaft wieder an der Spitze, sieben Punkte vor Bottas. Verstappen holte sich mit seinem zweiten Podest in diesem Jahr Platz drei von Vettel zurück. Der Niederländer liegt zwei Punkte vor dem Ferrari-Piloten. Leclerc und Gasly folgen auf den Plätzen fünf und sechs.

In der Konstrukteurs-WM liegt Mercedes nach dem fünften Doppelsieg fast 100 Punkte vor Ferrari. Die Italiener büßten in Spanien 22 weitere Punkte auf die Weltmeister ein und verloren obendrein auch noch einen Zähler im Kampf gegen Red Bull. Die Österreicher liegen aber noch 34 Punkte hinter Ferrari. Best of the Rest ist dank der Punkteausbeute von Sainz weiterhin McLaren.

Das Wetter: Die Bedingungen waren auch am Renntag auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya stabil. Der Grand Prix ging bei Sonnenschein und leichtem Wind über die Bühne. Die Lufttemperatur betrug 20 Grad Celsius, der Asphalt wurde bis auf 39 Grad Celsius aufgeheizt.

Hamilton gewinnt Start gegen Bottas und Vettel

Die Startphase: Hamilton erwischte erneut einen besseren Start als Pole-Sitter Bottas. Der Weltmeister zog beim Run auf die erste Kurve innen am Teamkollegen vorbei. Vettel nutzte den Windschatten der Silberpfeile und setzte sich außen neben Hamilton und Bottas. Zwischen dem Ferrari-Piloten und Bottas wurde es in Kurve eins eng. Vettel konnte seine Linie jedoch nicht halten und fiel hinter Verstappen auf Platz vier zurück. Dahinter folgten Leclerc und Gasly.

Im Mittelfeld ging es wie üblich noch wilder zu. Das Haas-Duo hielt hinter den Top-Teams die Positionen sieben und acht, dahinter folgten die Toro Rosso von Kvyat und Albon. Der große Verlierer des Starts hieß Lando Norris, der von Startplatz zehn gestartet war und als 16. aus der ersten Runde kam. Ebenfalls schlecht lief es für Räikkönen. Der Finne ging in Kurve vier weit und fiel auf Platz 17 zurück.

Mercedes-Duo und Verstappen ziehen Ferrari davon

Der frühe Rennverlauf: Hamilton hatte durch das Scharmützel zwischen Bottas und Vettel in der ersten Kurve sofort einen üppigen Vorsprung von knapp zwei Sekunden. Dahinter fuhr das Feld in Abständen von einer bis anderthalb Sekunden wie auf der Perlenschnur aufgereiht hintereinander her.

Bottas machte sich ab der zweiten Runde dran, den Rückstand auf Hamilton wieder zu verkürzen und fuhr bis auf anderthalb Sekunden heran. Der Führende fand jedoch sofort eine Antwort und zog wieder auf zwei Sekunden davon. Verstappen hielt als Dritter den Anschluss an Bottas, dahinter war Vettel in Bedrängnis von Leclerc.

Der Ferrari-Teamleader hatte sich bei seiner Attacke auf die Silberpfeile am Start den rechten Vorderreifen eckig gebremst und konnte die Pace von Verstappen nicht mitgehen. Leclerc war ab Runde fünf im DRS-Fenster und konnte offensichtlich eine deutlich schnellere Pace als der Stallgefährte gehen.

Ferrari-Teamorder: Vettel muss Leclerc vorbeilassen

Ferraris Kommandostand machte jedoch keine Anstalten, den schnelleren SF90 vorbeizuwinken. Erst in der zwölften Runde machte Vettel auf der Start- und Zielgeraden für Leclerc Platz. Kaum hatte der Monegasse freie Fahrt, fuhr er innerhalb von zwei Sektoren eine ganze Sekunde auf Vettel heraus.

Der Platztausch bei der Scuderia war trotz der schnelleren Pace von Leclerc nicht von Erfolg gekrönt. Verstappen fuhr auf Platz drei immer noch einige Zehntel schneller. Der Red-Bull-Pilot lag in Runde 15 knapp unter zehn Sekunden hinter der Spitze. Bottas fuhr mit dreieinhalb Sekunden in einem sicheren Abstand hinter Hamilton und versuchte zu diesem Zeitpunkt keine Attacke.

Vettel lag drei Runden nach der Teamorder bereits über sechs Sekunden hinter Leclerc und begann bei seinem Ingenieur nach einem Boxenstopp zu fragen, um sich des zerstörten Reifensatzes zu entledigen. Der Kommandostand ließ ihn allerdings noch eine Weile auf der Strecke.

Ferrari verpatzt Boxenstopps von Vettel und Leclerc

Die ersten Boxenstopps: In der 19. Runde holte Ferrari Vettel für den Wechsel von Soft auf Medium an die Box. Mit 4,4 Sekunden lief der Reifenwechsel alles andere als flüssig. Vettel fiel hinter die beiden Toro Rosso auf Platz zehn zurück. Red Bull holte Verstappen einen Umlauf später an die Box. Der Niederländer setzte auch für seinen zweiten Stint auf den Soft-Reifen. Mit 2,9 Sekunden war seine Crew deutlich schneller als die des Gegners.

Gasly kam in Runde 22 zum Service. Der Franzose wechselte wie Vettel von Soft auf Medium, kam als Neunter aber weit hinter dem Ferrari-Piloten zurück auf die Strecke. Leclerc absolvierte in der 25. Runde seinen ersten Stopp und wechselte von Soft auf Hard. Mit 4,4 Sekunden Standzeit lief es auch beim zweiten SF90 alles andere als glatt.

Bottas stoppte einen Umlauf später. Der Reifenwechsel von Soft auf Medium erfolgte in 2,8 Sekunden. In Runde 27 kam schließlich auch Hamilton zum Wechsel auf Medium an die Box. Der Leader wurde in 2,6 abgefertigt und verließ die Box in Führung liegend mit komfortablen neun Sekunden Vorsprung auf Bottas.

Ferrari zögert bei Teamorder erneut

Der weitere Rennverlauf: Bottas legte sogleich eine neue schnellste Rennrunde hin, doch Hamilton reagierte umgehend und zog an der Spitze seinerseits das Tempo an. Verstappen lag zur Rennhalbzeit knapp unter fünf Sekunden hinter Bottas. Dahinter spitze sich der nächste Kampf zwischen den Ferrari-Teamkollegen zu.

Vettel war auf dem Medium-Reifen deutlich schneller als Leclerc auf Hard, doch der Kommandostand machte keine Anstalten einen erneuten Platztausch anzuweisen. In Runde 33 ritt Vettel mit DRS auf der Start- und Zielgeraden die erste Attacke, doch der Youngster schmiss die Tür rigoros zu.

Drei Runden später rang sich die Ferrari-Teamführung zu einer Stallregie durch. Vor Kurve fünf ließ Leclerc den Stallgefährten ziehen. Vettel fuhr daraufhin sofort Zeiten auf Verstappen-Niveau. Ferrari schmiss die Strategie des Heppenheimers daraufhin aber noch einmal um und holte ihn für einen zweiten Reifenwechsel an die Box.

Norris und Stroll sorgen mit Crash für Safety-Car-Phase

Die zweiten Boxenstopps: Vettel holte sich in der 40. Runde abermals einen Satz Medium-Reifen ab. Mit 2,2 Sekunden war die Scuderia-Crew deutlich schneller als bei den ersten Boxenstopps. Vettel kam hinter Gasly auf Platz sechs zurück auf die Strecke, schnupfte den Red Bull aber noch auf seiner Outlap beim Anbremsen auf Turn 10 auf.

Red Bull reagierte drei Runden später mit Verstappen. Der Niederländer wechselte für seinen letzten Stint von Medium auf Soft. Durch den Boxenstopp fiel er auf Platz vier hinter Leclerc zurück, blieb aber sechs Sekunden vor Vettel.

Bottas legte in Runde 45 ebenfalls einen zweiten Stopp ein und wechselte zurück auf Soft. Just in diesem Moment kollidierten im Mittelfeld Norris und Stroll. Der Unfall zwischen den Youngstern sorgte für eine Safety-Car-Phase. Hamilton und Leclerc kamen während der Neutralisierung ebenfalls noch einmal zum Service. Hamilton wechselte auf Soft und behauptete die Führung. Leclerc verließ die Box mit Medium-Reifen besohlt als Vierter.

Haas-Teamkollegen kriegen sich in die Haare

Die Schlussphase: Nachdem die Überrundungen sich während der Safety-Car-Phase wieder der Führungsrunde anschließen durften, lag die Spitze für die finale Phase des Rennens dicht beisammen. Hamilton und Bottas waren auf Soft-Reifen unterwegs die Verfolger Verstappen, Vettel und Leclerc auf Medium. In der 53. Runde wurde das Rennen wieder freigegeben.

Hamilton kontrollierte den Restart souverän und behauptete die Führung vor Bottas. Dahinter attackierte Vettel Verstappen. Der Red-Bull-Pilot verteidigte sich erfolgreich. Leclerc musste sich gegen Gasly zur Wehr setzen und behauptete ebenfalls seine Position. Dahinter eroberte Magnussen Platz sieben von Grosjean. Zwischen den Haas-Teamkollegen kam es zu einer leichten Berührung. Grosjean musste in Kurve zwei in die Auslaufzone ausweichen, verlor aber keine weitere Position.

Hamilton ließ an der Spitze sofort den Hammer fallen. Nach zwei Runden lag er knapp fünf Sekunden vor Bottas. Der wiederum hatte Verstappen hinter sich im DRS-Fenster. Die Überholhilfe wurde aber erst in der dritten Runde nach dem Restart wieder freigegeben. Zu diesem Zeitpunkt lag Verstappen schon wieder zwei Sekunden hinter dem Mercedes.

Richtig eng ging es nur zwischen den Haas-Teamkollegen zu. Grosjean war deutlich schneller als Magnussen und machte Druck auf den Dänen. Der Franzose attackierte in Kurve eins außen. Magnussen verteidigte wie üblich hart und schickte den Teamkollegen erneut in die Auslaufzone. Grosjean geriet durch den Kampf aus dem Tritt. Eine Runde später musste er sich gegen Sainz wehren.

Der Spanier attackierte beim Anbremsen auf Kurve eins, Grosjean schmiss die Tür zu. Wieder kam es zur Berührung, wieder ließ der Haas-Pilot die zweite Kurve aus. Eine Runde später knackte Sainz den Gegner und übernahm Platz acht. Grosjean wurde in der Folge bis auf Platz zehn durchgereicht. An der Spitze änderte sich nichts mehr.

Die Top-Facts des Rennens

  • Hamilton feiert dritten Saisonsieg
  • Fünfter Mercedes-Doppelsieg in Serie
  • Bottas verliert WM-Führung an Hamilton
  • Ferrari stolpert erneut über Teamorder

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