Formel 1

Formel 1, China: Perez wehrt Kimi ab, Stroll kritisiert Team

Racing Point kommt langsam in Fahrt. Sergio Perez katapultiert sich mit Bombenstart in die Punkte. Lance Stroll geht leer aus und meckert über Strategen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Beinahe völlig unbeobachtet brannte Sergio Perez beim Start des Formel-1-Rennens in China am vergangenen Sonntag ein regelrechtes Feuerwerk ab. Der Mexikaner ging durchs Feld wie das heiße Messer durch die Butter und legte damit den Grundstein für ein starkes Resultat. Die beherzte Startrunde und der achte Platz waren das erste Lebenszeichen von Force-India-Nachfolger Racing Point in diesem Jahr.

"Der Start war fantastisch. Ich habe eine Lücke gesehen und es durchgezogen. Das hat sich gelohnt", strahlte Perez, der von Startplatz zwölf gestartet gleich in der ersten Kurve außen an drei Piloten vorbeiging. Nach dem starken Manöver gegen Kvyat, Grosjean und Magnussen war beim Anbremsen auf Kurve sechs Nico Hülkenberg dran. Auch seinen Ex-Teamkollegen kassierte Perez über die Außenbahn.

Den achten Platz gab der 29-Jährige in den darauffolgenden 55 Runden nicht mehr her. Während Teamkollege Lance Stroll im hinteren Mittelfeld versauerte, zeigte Perez, was mit dem RP19 wirklich geht. "Unsere Rennpace war gut. Wir konnten die Pace halten und die Reifen gut managen", sagt Perez, der lediglich zwei Sekunden hinter Renault-Pilot Daniel Ricciardo über den Zielstrich fuhr.

Perez rettet sich vor Räikkönen

Die Schlussphase war für Perez allerdings kein Spaziergang, denn Kimi Räikkönen hatte von Startplatz 13 aus ebenfalls einen starken Vorwärtsdrang gezeigt und schickte sich an, den Racing Point noch abzufangen. "Es war kein einfaches Rennen, denn ich stand für den Großteil des zweiten Stints unter Druck von Kimi. Das hat es noch schwieriger gemacht, auf die Reifen aufzupassen und die Pace zu halten", sagt Perez,

Die Truppe von Racing Point, 2016 und 2017 jeweils vierte Kraft und im vergangenen Jahr ohne die Umfirmierung immerhin noch Fünfter, stellte mit dem Rennen in Shanghai erstmals in dieser Saison den Anschluss an die Spitze des Mittelfeldes her. Für Perez war die eigene Konkurrenzfähigkeit eine kleine Überraschung.

"Das hier ist für uns nie die beste Strecke. Deshalb ist es wichtig, Chancen wie diese wahrzunehmen und weiter Punkte zu holen. In Anbetracht unserer derzeitigen Pace ist es das, was wir tun müssen", sagt der Routinier. Perez weiß wovon er spricht, denn auch im letzten Jahr startete Force India nicht voll auf der Höhe in die Saison.

Perez optimistisch: Baku sollte besser sein

Aufgrund von Budgetmangel lief das Team seiner Form in den ersten Saisonrennen hinterher. Nach drei Wochenenden stand lediglich ein Punkt von Esteban Ocon zu Buche. Erst im Sommer fand man zurück zu alter Stärke und drehte in der zweiten Saisonhälfte dann so richtig auf. 2019 kam das Team ebenfalls nur langsam aus dem Startblock, hat aber im Vergleich zum Vorjahr trotzdem sechs Zähler mehr auf dem Konto.

In Baku ging 2018 der Knoten mit Platz drei durch Perez auf. Er hofft, dass der Straßenkurs in Aserbaidschan auch dieses Jahr wieder einen Aufwärtstrend bringen wird: "Ich freue mich auf die nächsten Rennen. Baku sollte wieder etwas besser sein. Ich denke, wir haben das Potential, beim nächsten Rennen noch stärker zu sein. Aber wir müssen einfach weiter Punkte holen, solange das Auto noch nicht dort ist, wo wir es haben wollen."

Stroll hadert mit Strategie: Nicht proaktiv genug

Neben dem Auto ist bei Racing Point aber noch etwas nicht ganz dort, wo man es eigentlich haben will. Die Rede ist von Lance Stroll. Der Sohn von Teambesitzer Lawrence Stroll schied bisher an jedem Wochenende im Q1 aus. In Melbourne gab es für den Kanadier dank einer gehörigen Portion Rennglück zwei WM-Punkte. In Sachen Pace sucht Stroll aber den Anschluss an Perez.

"Ich lagen vor dem ersten Boxenstopp vor Albon und dann hat er uns mit nur einer Runde undercuttet, woraufhin er in den Punkten gelandet ist. Das ist ein bisschen schade", klagt Stroll über Pech bei der Strategie und lässt leichte Kritik an seinem Kommandostand durchklingen: "Wir hätten etwas proaktiver sein können, denn vor uns lag niemand. Ich denke, vor uns war Sergio oder Räikkönen."

"Sie lagen etwa fünf Sekunden vor mir und Albon war drei Sekunden hinter mir. Es war einfach ein klassischer Undercut. Es ist enttäuschend, denn nachdem das passiert war, fuhr ich in seiner Dirty Airu und es war schwierig, zu überholen. Wir haben am Ende noch einen Extra-Boxenstopp versucht und damit Magnussen überholt. Aber da wäre mehr drin gewesen", so der 20-Jährige.


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